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Ifo: Sachsens Wirtschaft schrumpft um 6,4 Prozent

Produktions-Neustart für die Elektrogolfs in der gläsernen Volkswagen-Manufaktur Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Auch in der Volkswagen-Manufaktur Dresden stand die Produktion wochenlang still. Foto: Heiko Weckbrodt

Ökonomen prognostizieren aber Erholung im Jahr 2021

Dresden, 9. Juli 2020. Die sächsische Wirtschaft wird in diesem Jahr um 6,4 Prozent schrumpfen, die ostdeutsche Wirtschaft um 5,9 Prozent. Gleichzeitig werden etwa 20.700 Sachsen ihre Arbeit verlieren. Das hat das Forschungsinstitut Ifo heute in Dresden prognostiziert.

Dienstleistungssektor verliert durch Corona-Ausgangssperren, aber auch Industrie kriselt

„Das Coronavirus trifft alle Regionen Deutschlands“, betonte Konjunkturexperte Joachim Ragnitz von der Dresdner Ifo-Niederlassung. „Die konsumnahen Dienstleister wurden durch die Einschränkungen des öffentlichen Lebens und den damit einhergehenden Geschäftsschließungen erheblich beeinträchtigt. Gleichzeitig leidet die Industrie unter deutlichen Produktionsausfällen, nicht zuletzt wegen der zeitweisen Störung von Lieferketten.“

Institut erwartet „V“-Kurve

Die Ifo-Ökonomen halten aber weiter an der Vermutung einer „V“-Kurve fest, was heißt: Für das kommende Jahr rechnen sie mit Wachstumsraten von 6,3 Prozent (Sachsen) beziehungsweise 5,8 Prozent (Ostdeutschland), so dass gegen Jahresende 2021 das Niveau aus Vor-Corona-Zeiten wieder erreicht sein könnte.

Nicht nur Corona schuld

Hauptursache des Abschwungs waren zwar die Corona-Pandemie und die staatlichen Gegenmaßnahmen weltweit. Doch bereits vorher hatte es in der deutschen und auch in der sächsischen Wirtschaft gekriselt. Nach den langen Boom-Jahren hatten unter anderem die Handelskriege von US-Präsident Donald Trump (Republikaner) und der lange Brexit die Exportlaune der Unternehmen verdorben. Außerdem geriet mit der Autobranche ein Rückgrat der deutschen und der sächsischen Industrie ins Trudeln. Auslöser waren hier unter anderen die eigenen Abgas-Betrügereien, immer härtere politische Umweltvorgaben und der dadurch erzwungene Wandel hin zu einer Massenproduktion von Elektroautos und zuletzt der Nachfrage-Einbruch sowie die gestörten Lieferketten seit Corona.

Autor: hw

Quellen: Ifo, Oiger-Archiv

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger