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Filme vom alten Dresden ins Internet gestellt

Ernst Hirsch: XX. Gauklerfest „In Somnambula“ (1957) Bild: Hirsch-Film Dresden
Ernst Hirsch: XX. Gauklerfest „In Somnambula“ (1957) Bild: Hirsch-Film Dresden

Slub-Bibliothek digitalisiert historische Filme von Ernst Hirsch – und das ist erst der Anfang

Dresden, 24. Oktober 2019. Die sächsische Landes- und Unibibliothek (Slub) hat die ersten zwölf Dresden-Filme aus dem Archiv von Ernst Hirsch digitalisiert hier und ins Internet gestellt. Das hat die Slub heute mitgeteilt.

38 weitere Hirsch-Filme gehen bald online

Die bewegten Bilder zeigen die sächsische Landeshauptstadt in der Zeit zwischen 1928 und 1993. Weitere 38 Hirschfilme wollen die Digitalisierungs-Experten der Slub schrittweise ebenfalls öffentlich ins Netz stellen.

Gerhard Schneider: Das schöne Dresden (1936) Bild: Hirsch-Film Dresden
Gerhard Schneider: Das schöne Dresden (1936) Bild: Hirsch-Film Dresden

„Lebendiger Zugang zu Orten, die es so nicht mehr gibt“

„Sachsen war zwar nie das Produktionsland glamouröser Kinofilme, aber in hiesigen Archiven, Museen und Sammlungen überwintern Filmrollen, aus denen auf besondere Weise das pralle Leben der Region in den letzten 100 Jahren schimmert“, schätzte Slub-Projektleiter Andrè Eckardt ein. „Amateuraufnahmen ermöglichen heute einen unvergleichlich lebendigen Zugang zu Orten, die es so nicht mehr gibt, und zu scheinbar marginalen, alltäglichen Begebenheiten, deren Wert und Tiefe uns erst heute mit einem zeitlichen Abstand bewusst wird. Ein unschätzbares Archiv solcher Rohdiamanten hat der Filmemacher, Kameramann und leidenschaftliche Filmsammler Ernst Hirsch in Dresden aufgebaut.“

Unbekannter Amateurfilmer: Allerlei Dresden (1959) Bild: Hirsch-Film Dresden
Unbekannter Amateurfilmer: Allerlei Dresden (1959) Bild: Hirsch-Film Dresden

16-mm-Amateurstreifen zeigen Dresden vor und nach der Zerstörung

Aufbewahrt sind in diesem nun digitalisierten Archiv 16-mm-Amateurfilme aus Dresden und Umgebung. Darunter sind auch politische Propaganda-Streifen. „Die berühmte Stadtkulisse ist teilweise in Farbe vor der Kriegszerstörung zu sehen, ebenso wie ihr Wiederaufbau und ihre moderne Umwandlung danach“, beschreiben die Slub-Experten das Material. „Der beeindruckende filmische Architekturrundgang reicht von der nicht erhaltenen Sophienkirche bis hin zur Grundsteinlegung für den Bau des Kulturpalastes und zum neuen, hell erstrahlenden Wohnhaus- und Laden-Ensemble auf der Borsbergstraße im Jahre 1959.“

Sachsen fördert digitale Sicherung des audio-visuellen Erbes

Die Slub und der Filmverband Sachsen hatten das Programm „Sicherung des audio-visuellen Erbes in Sachsen“ im August 2019 begonnen. Das sächsische Wissenschaftsministerium finanziert das Programm mit jeweils 350.000 Euro pro Jahr. Die Projektpartner arbeiten derzeit an der Digitalisierung von rund 500 weiteren historischen Film-, Video- und Tonbändern, die sie Anfang 2020 der Öffentlichkeit zugänglich machen wollen. Sie nehmen auch Anregungen von Bürgern entgegen. Kontakt per E-Mail: Andre.Eckardt@slub-dresden.de, per Telefon: 0351 4677-499.

Autor: hw

Quelle: Slub Dresden

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger