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Infineon: Haben Lieferungen an Huawei nicht gestoppt

Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München. Foto: Heiko Weckbrodt
Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München. Foto: Heiko Weckbrodt

Neubiberg, 20. Mai 2019. Der von den USA verhängte Boykott gegen das chinesische Technologie-Unternehmen „Huawei“ hat nicht zu einem Lieferstopp durch den deutschen Halbleiter-Konzern „Infineon“ geführt. Das hat Sprecher Gregor Rodehueser vom Infineon-Hauptquartier in Neubiberg bei München auf Oiger-Anfrage betont. Er widersprach damit Medienberichten vom heutigen Tage. Derartige Berichte könne er „nicht bestätigen“.

Großteil der Produkte sei nicht betroffen, sagt ein Sprecher

„Aktuell unterliegt die überwiegende Mehrheit der Produkte, die Infineon an Huawei liefert, nicht den gesetzlichen Beschränkungen der US-Exportkontrolle“, unterstrich Rodehüser. „Somit werden diese Lieferungen fortgesetzt.“

Allerdings müsse Infineon „die Lieferung von Waren mit Ursprungsland USA beenden“. Auch schloss er künftige „Anpassungen in unserer internationalen Lieferkette“ nicht aus. Dafür beobachte Infineon mit „umfassenden Mechanismen, wo sich in unseren jeweiligen Märkten rechtliche Rahmenbedingungen ändern“.

Spagat zwischen Liefertreue und neuen Vorschriften

Zugleich machte Infineon deutlich, in welchem Spagat sich ein international agierende Unternehmen befindet, das sowohl mit den USA wie auch mit China geschäftlich verbunden ist: Auf der einen Seite wollen die deutschen Halbleiter-Anbieter als zuverlässige Lieferanten dastehen. Auf der anderen Seite gelte: „In allen Märkten, in denen Infineon tätig ist, halten wir uns strikt an alle geltenden gesetzlichen Bestimmungen, Gesetze und Vorschriften.“

Ross setzt die Chinesen auf die „Entity List“

Dies kann – wie im Fall zu Huawei – zu komplizierten Konflikten führen. Konkret hatte US-Handelsminister Wilbur Ross am 16. Mai 2019 eine Änderung der US-Exportbestimmungen (Export Administration Regulations, EAR) angekündigt. Demnach nimmt er die Huawei Technologies Co. und ausländische Tochtergesellschaften von Huawei in die sogenannte „Entity List“ auf. Dies bedeutet, dass die Chinesen ohne Extragenehmigung der Regierung keine Technologie-Komponenten mehr aus den USA kaufen darf. De facto legt diese Entscheidung wichtige Lieferketten von und zu Huawei lahm.

Autor: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger