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Platzmangel für Investoren in Dresden

Der erste Abschnitt der Universellen Werke Dresden ist saniert und als Technologiezentrum nutzbar.  Foto: Heiko Weckbrodt

Der erste Abschnitt der Universellen Werke Dresden ist saniert und als Technologiezentrum nutzbar. Foto: Heiko Weckbrodt

Die zahlreichen Forschungseinrichtungen in der Stadt sorgen für Firmengründungen udn stützen die Konjunktur – aber Ansiedlungsflächen werden rar

Dresden, 18. April 2019. Trotz der dunklen Wolken am globalen Konjunkturhimmel wächst die Dresdner Wirtschaft weiter – bisher zumindest: Rechnet man Behörden-Jobs ein, hat sie im Jahr 2018 rund 7000 neue Arbeitsplätze geschaffen und über 155 Millionen Euro in Erweiterungsvorhaben sowie Neubauten investiert. „Der Wirtschaftsstandort Dresden brummt“, schätzte der städtische Chef-Wirtschaftsförderer Robert Franke ein.

Robert Franke leitet die städtische Wirtschaftsförderung in Dresden. Foto: Frank Grätz für die LHD

Robert Franke leitet die städtische Wirtschaftsförderung in Dresden. Foto: Frank Grätz für die LHD

Dresden hat sich seine besonderen Wirtschaftsförder-Instrumente geschaffen

Dass der Konjunkturmotor hier rund läuft, führt der Amtsleiter auch auf eine aktive Wirtschaftspolitik von Stadt und privaten Akteuren zurück. Dazu zählt er die jüngsten Innovationsförderprogramme der Kommune für junge Technologie-Unternehmen, den VW-Inkubator für Mobilitätsfirmen, die „Juniordoktor“- und „Juniormeister“-Programme für die Nachwuchsgewinnung, den Ausbau des Gewerbehofs an der Freiberger Straße und des Nanozentrums in Klotzsche, aber auch die Innovationskraft der gewachsenen Bestandsunternehmen.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der Jobs in Dresden. Grafik: LHD

Entwicklung der Arbeitslosigkeit und der Jobs in Dresden. Grafik: LHD

Vermarktung für „Universelle“ und Wissenschaftspark Ost beginnt

Allerdings hat Franke nur noch wenige Grundstücke für Ansiedlungen parat und Flächen für weitere Großinvestoren à la Bosch schon gar nicht. Damit also die Dresdner Konjunktur nicht an Platzmangel stirbt, will er nun rasch neue Technologiezentren und Gewerbegebiete an ansiedlungswillige Firmen und Forschungsbetriebe vermarkten. Ganz oben auf der Tagesordnung stehen der Wissenschaftspark Dresden-Ost und die ehemaligen „Universellen Werke“ an der Zwickauer Straße.

Das geplante Leichtbau-Technologiezentrum im Endausbau. Abb.: ILK/TUDDas geplante Leichtbau-Technologiezentrum im Endausbau. Abb.: ILK/TUD

Das geplante Leichtbau-Technologiezentrum im Endausbau. Abb.: ILK/TUD

Aus Zigarettenmaschinen-Fabrik wird Software- und Leichtbau-Technologiezentrum

Die „Universelle“ war einst eine Fabrik für Zigaretten.- und Verpackungsmaschinen und gehörte später zum Kombinat Nagema. Seit 2017 baut ein Konsortium aus der Immobilienfirma Immopact, der TU, dem Roboterhersteller Kuka und der Stadt die alten Werke schrittweise bis 2022 zu einem Technologiezentrum um. Betreiber und Generalmieter ist die städtische Technologiezentrum Dresden GmbH.

Professor Hubert Jäger will mit dem Projekt "Trace" ein neues Kapitel der individuellen Mobiltät ohne Autos einläuten. Foto: Heiko Weckbrodt

Professor Hubert Jäger. Foto: Heiko Weckbrodt

Auch DLR-Institut für digitale Zwillinge zieht ein

Für die frühere Fabrik unweit des Uni-Campus seien die ersten Mietverträge inzwischen unterschrieben, informierte Franke. An der Zwickauer Straße will Professor Hubert Jäger von der TU eine Pilotlinie für eine neue Leichtbau-Technologie einrichten. Worum genau es sich handelt, will derzeit noch keiner verraten. Aber bekannt ist, dass Prof. Jäger intensive Kooperationen mit Südkorea knüpft. Auch will er in den „Universellen Werken“ gerne einen Brüter für Firmen-Ausgründungen aus seinem Leichtbau-Institut einrichten. Weitere Mieter des nun sanierten Trakts E sind das „DLR-Institut für Softwaremethoden zur Produkt-Virtualisierung“ und ein paar kleinere Softwareschmieden. Schwachpunkt bleibt die Verkehrsanbindung: Die Zwickauer Straße ist dort eine Holperpiste. Franke will Geld aus seinem Wirtschaftsförder-Etat abzwacken und damit einen Teil der Straße sanieren. „Das wird aber frühestens Ende 2020 oder Mitte 2021“, schätzt er.

So stellt sich die Wirtschaftsförderung Dresden den Wissenschaftspark Ost vor. Rot eingekreist in der Fraunhofer-Campus auf der anderen Seite des Bahndamms. Grafik: LHD

So stellt sich die Wirtschaftsförderung Dresden den Wissenschaftspark Ost vor. Rot eingekreist in der Fraunhofer-Campus auf der anderen Seite des Bahndamms. Grafik: LHD

Wissenschaftspark Ost kommt nur langsam voran

Derweil kommt auch das Endlos-Projekt „Wissenschaftspark Ost“ langsam voran: Die ersten kleineren Flächen an Reicker Straße und Bergander-Ring will Franke in diesem Jahr Unternehmen anbieten. Immer noch fehlt aber das Geld für eine professionelle Erschließung. Zudem ringt die Stadt schon seit Jahren um eine Erlaubnis der Bahn, wieder eine Straßenunterführung unterm Bahndamm in Betrieb zu nehmen. Bisher nämlich fehlt die direkte Verbindung zu den Fraunhofer-Instituten auf der anderen Seite der Eisenbahnstrecke – und solange ist der Wissenschaftspark für junge Tech-Firmen nur halb so attraktiv.

Weitere Gewerbegebiete seien in Vorbereitung, sagte der Amtsleiter. Konkrete Angaben wollte er unter Verweis auf laufende Verhandlungen nicht machen. Bisher seien zumindest noch drei bis vier Hektar Flächen in kommunalen Gewerbegebieten verfügbar – allerdings eben keine größeren zusammenhängenden Areale mehr.

Autor: Heiko Weckbrodt