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Auf den Zentimeter genau das Feld bestellen

In diesem bearbeiten Bild zeigt der deutsche Landmaschinen-Hersteller Claass, wie "Precision Farming" alias Präzisionsackerbau funktionieren kann: Die virtuelle Kartierung hilft dem Bauern, Fruchtbarkeitsunterschiede auf seinem Acker durch zentrimeter-genaues Düngen und Bestellen auszugleichen. Foto: Claass
In diesem bearbeiteten Bild zeigt der deutsche Landmaschinen-Hersteller Claas, wie „Precision Farming“ alias Präzisionsackerbau funktionieren kann: Die virtuelle Kartierung hilft dem Bauern, Fruchtbarkeitsunterschiede auf seinem Acker zentrimeter-genau zu erkennen und auszugleichen. Foto: Claass

Für den Präzisions-Ackerbau gibt Sachsen sein SAPOS-System gratis frei

Erlau/Dresden, 8. September 2018. Damit die sächsischen Bauern präziser und ertragreicher ihre Felder bestellen können, gibt die Landesregierung für sie nun kostenlos den amtlichen Satellitenpositionierungsdienst „SAPOS“ frei. Dieser bisher kostenpflichtige Dienst „liefert in Echtzeit Korrekturdaten zu den Signalen amerikanischer und russischer Navigationssysteme, die ein zentimetergenaues Navigieren ermöglichen“, teilte das Landwirtschaftsministerium in Dresden mit. Das ist genauer als die meisten Navi-Systeme für Autos, Flugzeuge und selbst Militärraketen, die oft nur auf den Dezimeter genau arbeiten. Zum Auftakt schalten Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt und Innenminister Roland Wöller (beide CDU) den SAPOS-Service am 14. September 2018 für die landwirtschaftliche Genossenschaft „Agraset Naundorf“ im mittelsächsischen Erlau frei.

Landwirtschaft 4.0 soll Erträge steigern und Ökobilanz verbessern

Hintergrund: Seit viel von der „Industrie 4.0“ die Rede ist, liebäugeln Agrartechniker auch mit einer „Landwirtschaft 4.0“. Gemeint sind einerseits hochautomatiserte Viehställe, wie es sie bereits in Südamerika gibt. Andererseits sind dies Äcker, die durch kollaborative Schwärme aus bemannten und unbemannten Landmaschinen, Robotern und Drohnen bestellt werden.

Präzisionsackerbau für fruchtbarere Böden

Zum Konzept „Landwirtschaft 4.0“ gehört aber auch das sogenannte „Precision Farming“ („Präzisionsackerbau“): Dabei werden Felder nicht nur auf den Meter, sondern auf den Zentimeter gedüngt, gepflügt, mit Saatgut versehen und abgeerntet. Dadurch können kleinteilige Fruchtbarkeits-Unterschiede auf den Äckern ausgeglichen und die Erträge verbessert werden. Andererseits soll sich dadurch auch die ökologische Bilanz in der Pflanzenzucht verbessern, da das „Precision Farming“ überdüngte Flächen und Ressourcen-Verschwendung mindern kann. Für diesen Präzisionsackerbau gibt der Freistaat nun sein SAPOS-System frei.

Die Prototypen-Fahrplattform der TU Dresden für den Elwobot. Von Partnern und Kunden um Sensoren und Aufbauten ergänzt, soll dieses Chassis als Basis für autonom agierende künstliche Erntehelfer dienen. Foto: Heiko Weckbrodt
Die Prototypen-Fahrplattform der TU Dresden für den Erntehelfer „Elwobot“. Von Partnern und Kunden um Sensoren und Aufbauten ergänzt, soll dieses Chassis als Basis für autonom agierende künstliche Erntehelfer dienen. Foto: Heiko Weckbrodt

Auch 5G und Feldschwarm widmen sich in Sachsen der „Landwirtschaft 4.0“

In Sachsen gibt es auch andere Vorhaben, die sich mit „Landwirtschaft 4.0“ beschäftigen. So haben beispielsweise der US-Konzern „John Deere“, der „Fortschritt“-Nachfolger WTK und weitere Partner im Sommer 2017 das Entwicklungsprojekt „Feldschwarm“ gestartet, das die einst riesige Landmaschinen-Industrie in und um Neustadt in Sachsen auf einer neuen technologischen Stufe wiederbeleben soll. An der TU Dresden experimentieren Maschinenbauer außerdem mit Erntehelfer-Robotern für Obstplantagen. Zudem ist die landwirtschaftliche Vernetzung mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) ein Forschungsschwerpunkt des „5G Labs Germany“ an der TU Dresden. Beteiligt als Industriepartner ist dort unter anderem der deutsche Landmanschinen-Konzern Claas.

Autor: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger