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Immer mehr Firmen bauen Kältespeicher ein

Prof. Dr. Thorsten Urbaneck (r.), Bereichsleiter Thermische Energiespeicherung an der Professur Technische Thermodynamik der TU Chemnitz, und Ulf Uhlig, Abteilungsleiter bei der inetz GmbH in Chemnitz, untersuchen im Dachraum des Großkältespeichers den Zustand der Speicherhülle. Foto: Jacob Müller
Prof. Dr. Thorsten Urbaneck (r.), Bereichsleiter Thermische Energiespeicherung an der Professur Technische Thermodynamik der TU Chemnitz, und Ulf Uhlig, Abteilungsleiter bei der inetz GmbH in Chemnitz, untersuchen im Dachraum des Großkältespeichers den Zustand der Speicherhülle. Foto: Jacob Müller

TU Chemnitz: Steigende Energiepreise sorgen für wachsendes Interesse an thermodynamischer Speichertechnologie

Chemnitz, 30. Mai 2018. Angesichts steigender Energiepreise integrieren immer mehr Unternehmen und Institutionen große Kältespeicher in ihre Neubauten. Das hat die TU Chemnitz eingeschätzt, die wichtige Teile solcher Kältespeicher seit den 1970er Jahren mitentwickelt hatte – und daher als Pionier in diesem Sektor gilt.

Integration ins Gebäude

„Die in Chemnitz entwickelte Form der Kältespeicherung hat sich in den vergangen Jahren deutschlandweit viel schneller durchgesetzt als erwartet“, schätzte Prof. Thorsten Urbaneck vom Lehrstuhl für Technische Thermodynamik der TU Chemnitz ein. „Das liegt auch an den steigenden Energiepreisen, die immer mehr Unternehmen dazu zwingen, mit Ressourcen hauszuhalten.“ Mittlerweile sei es beispielsweise kein Problem mehr, Tankspeichers mit einem Durchmesser und einer Höhe von 20 Metern in neue Gebäude zu integrieren. Dies sei „überhaupt kein Thema“, betonte Urbaneck. „Geht es um schicke Instituts- oder Klinikgebäude, haben die Betreiber oft andere Vorstellungen zur Gestaltung des Umfeldes. Dann verstecken wir den Speicher im Gebäude.“

Gedämmte Speichersilos saugen sich nachts mit Kälte voll

Im Regelfall handelt sich um stark gedämmte Kaltwasserspeicher, die nachts durch Absorptionskältemaschinen aufgeladen werden. Tagsüber können sie dann beispielsweise eingesetzt werden, um die Innenräume zu klimatisieren.

Im sächsischen Chemnitz befindet sich seit der Inbetriebnahme 1973 eines der ältesten Fernkältesysteme in Europa, hieß es von der Uni. Seit Juni 2007 sei in der Nähe der Chemnitzer Georgbrücke Deutschlands ersten Kurzzeit-Großkältespeicher in Betrieb. Er beinhaltet etwa 3.500 Kubikmeter kaltes Wasser und versorgt viele Abnehmer der Stadt über ein 4,5 Kilometer langes Rohrsystem mit Fernkälte – darunter die Oper, Museen, Einkaufszentren und die Universität.

„Für mich ist die Kältespeicherung eine Schlüsseltechnologie, mit der man ökologische Ziele und wirtschaftliche Anforderungen gut in Einklang bringt“, schätzte der Themodynamiker Urbaneck ein. „Weil es noch viel zu tun gibt, denn ungefähr zehn Prozent des Stromes in Deutschland wird zur Kälteversorgung eingesetzt, möchte ich mich in Zukunft weiterhin der Verbesserung der Kältespeichertechnik widmen und über Fortschritte publizieren.“

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger