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TU Dresden meldet Durchbruch für organische Elektronik

Halbdurchsichtige organische Solarzelle vom Institut für Angewandte Photophysik Dresden (IAPP). Foto: Christian Körner, IAPP

Halbdurchsichtige organische Solarzelle vom Institut für Angewandte Photophysik Dresden (IAPP). Foto: Christian Körner, IAPP

Prof. Leo entwickelt neue Mischmethode für organische Halbleiter

Dresden, 16. Juni 2016. „Organikpapst“ Prof. Karl Leo von der TU Dresden hat gemeinsam mit Kollegen eine neue Methode entwickelt, um effizientere organische Elektronik herzustellen. Durch eine gezielte Molekül-Mischung soll es nun möglich sein, die elektronischen Eigenschaften organischer Solarzellen (OPV) und Leuchtdioden (OLEDs) ähnlich präzise zu designen wie in der anorganischen Silizium-Welt. Bisher hatten dies Branchenkenner für unmöglich gehalten.

Prof. Karl Leo. Abb.: IPMS

Prof. Karl Leo. Abb.: IPMS

Die TU Dresden stufte die Entwicklung ihres Photophysik-Professors als „Durchbruch“ für organische Halbleiter ein. „Die praktische Relevanz ist hoch“, schätzte Leo selbst auf Anfrage ein. Zwar sei nach diesem grundlegenden Durchbruch „noch viel Arbeit zu leisten“. Aber prinzipiell sei diese Methode geeignet, um beispielsweise die Farbe, mit der Organische Leuchtdioden strahlen, sehr genau einzustellen. Auch könne damit die Effizienz organischer Solarzellen erhöht werden.

Solarzellen auf organischer Basis krankten bisher an einer – im Vergleich zu Silizium-Zellen – eher schwachen Spitzen-Stromausbeute. Organische Computerchips wiederum sind viel langsamer als ihre anorganischen „Brüder“. Allerdings sind sie sehr dünn und auch biegsam und durchsichtig produzierbar, was mit Siliziumtechnologien nur bedingt möglich ist.

Prof. Leo gilt als einer der weltweit führenden Experten für organische Elektronik. Er hatte bereits vor einiger Zeit die Devise „Zurück ans Reißbrett“ ausgegeben, um eine völlig neue Generation organischer Bauelemente zu entwickeln, die nicht die Kinderkrankheiten der ersten Generationen mit sich herumschleppen.

Neben dem TUD-Institut für Angewandte Photophysik (IAPP) unter Prof. Karl Leo waren an der jüngsten Entwicklung auch das Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, die Linköping-Universität in Schweden und das Fraunhofer-Institut FEP in Dresden beteiligt.

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