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WLAN-Navi-App zeigt Weg durch Labyrinthe

Die Navi-App von Fraunhofer Dresden im Krankenhaus-Einsatz: Durch die WLAN-Technik von Smartphone und den Sendern im Gebäude kann die App auch in geschlossenen Räumen navigieren. Abb.: Fraunhofer IPMS

Die Navi-App von Fraunhofer Dresden im Krankenhaus-Einsatz: Durch die WLAN-Technik von Smartphone und den Sendern im Gebäude kann die App auch in geschlossenen Räumen navigieren. Abb.: Fraunhofer IPMS

Dresdner Photoniker nutzen Datennetz-Signale für Navigation in Krankenhäusern und anderen komplexen Gebäuden

Dresden, 2. November 2015. Navi-Geräte funktionieren in Krankenhäusern, Einkaufszentren, kafkaesken Behörden und anderen labyrinthischen Gebäuden meist nicht, weil Decken und Wände die Sicht auf die GPS-Satelliten verdecken. Deshalb haben Fraunhofer-Photoniker aus Dresden eine App für Android-Telefone entwickelt, die sich mit WLAN-Datensignalen in solchen verwinkelten Komplexen orientiert.

Bis auf 2 Meter genaue Ortung im drahtlosen Datennetz

Das Smartphone wertet dabei die Signalstärke zu den jeweils nächsten WLAN-Funkstationen im Gebäude aus. Es misst bis auf zwei Meter genau die Position eines Menschen. Ähnlich wie ein Auto-Navi zeigt das Miniprogramm dann auf dem Telefonbildschirm mit Pfeilen und Hinweisen den Weg zum Ziel. Auch über mehrere Etagen hinweg lasse sich so ein gesuchter Raum oder ein verlegtes Gerät finden, betonte das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme (IPMS) in Dresden.

Auch für Suche nach vermissten Geräten gedacht

Ursprünglich hatten die sächsischen Photoniker diese „Navigation in geschlossenen Räumen“ für einen Krankenhaus-Ausrüster entwickelt. Dabei machten sie sich zunutze, dass viele Kliniken inzwischen drahtlose Datennetze nach dem WLAN-Standard aufgebaut haben und viele medizinische Geräte nun auch WLAN-Sender an Bord haben. Das Krankenhaus-Navi ist daher auch imstande, zum Beispiel abgestellte und vergessene mobile Röntgengeräte oder andere verlegte Instrumente wieder zu finden.

Rettungspläne dienen oft als Kartenmaterial

Mittlerweile haben die IPMS-Ingenieure ihr WLAN-Navisystem so weiterentwickelt, dass es Besitzer von Android-Smartphones zum Beispiel auch durch Flughäfen, Museen, Messen und andere irrgartenartige Gebäude navigieren kann. Die Gebäude-Betreiber müssen allerdings jeweils das Kartenmaterial für diese Komplexe bereitstellen, damit die App funktioniert.

Oft lassen sich Rettungspläne als Vorlage verwenden, hieß es von Fraunhofer. „Wir können jede beliebig große Karte scharf und ohne störende Verzögerung auf jedes Display bringen“, betonte Christian Scheibner aus der IPMS-Abteilung für „Drahtlose Mikrosysteme“. Alle notwendigen Daten hole sich die App vom Server des Anwenders. Die Photoniker führen das System als nächstes auf der internationalen Fachmesse MEDICA vom 16. bis 19. November 2015 in Düsseldorf vor.

Für die sogenannte Indoor-Navigation gibt es allerdings auch Alternativ-Lösungen. So ist es zum Beispiel möglich, in Lagerhallen und anderen großen Komplexen spezielle GPS-Haussendestationen zu installieren – dann funktionieren dort klassische Navis. Auch die Triangulation über besondere Funk-Haussender ist möglich. Eine weitere Alternative: Das Dresdner Unternehmen Metirionic hat gemeinsam mit sächsischen Partnern eine Ortungs-Software entwickelt, die die Phasenverschiebungen auswertet, die entstehen, wenn Zigbee– oder WLAN-Funkwellen zwischen mehreren vernetzten Geräten hin- und herwandern. hw

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