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Banshee Chapter: Zuviel von Psychodrogen der CIA genascht

Muss noch nicht mal CIA-Drogen schlucken, um Schreikrämpfe zu bekommen: Journalistin Anne (Katia Winter). Foto: Koch Media

Muss noch nicht mal CIA-Drogen schlucken, um Schreikrämpfe zu bekommen: Journalistin Anne (Katia Winter). Foto: Koch Media

Verschwörungshorror auf den Spuren alter Gedankenkontroll-Versuche

Vor allem in den 1960er und 70ern wurden der CIA und anderen US-Regierungsstellen oft und gern Experimente mit Gedankenkontrolle nachgesagt. Ob und wieviel da dran war, weiß man allerdings bis heute nicht so ganz – wär vielleicht mal eine lohnende Aufgabe für Wikileaks. Auf diese alten Gerüchte setzt auch der Horrorfilm „Banshee Chapter“ auf, der inzwischen auf DVD und Bluray zu haben ist. Titelgebend waren hier offensichtlich die markerschütternden Schreie, die die Probanden dieser bizarren Experimente wie die Banshee-Feen der keltischen Mythologie ausstoßen – Soundeffekte, die Regisseur Blair Erickson gern und oft einsetzt.

Nach Selbstexperiment verschwunden

Auslöser ist hier ein Selbstexperiment des etwas zu neugierigen Ex-Studenten James Hirsch (Michael McMillian, „Firefly“, „The Hills have Eyes 2“). Der hat sich solch eine Uralt-Droge der CIA besorgt, schluckt sie – und verschwindet kurz darauf spurlos. Journalistin Anne Roland (Katia Winter) versucht nun, Hirsch ausfindig zu machen, bekommt dabei auch etwas Hilfe von dem kauzigen Kult-Schriftsteller Thomas Blackburn (Ted Levine, „Das Schweigen der Lämmer“, „Monk“), vor allem aber viel Gegenwind von den erwähnten Schreihälsen, die etwas zuviel von den angestaubten Gedankenkontrolldrogen genascht haben…

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Ted Levine als ergrauter Hippie-Schriftsteller

Stilistisch und dramaturgisch bedient sich Erickson dabei sichtlich bei Pseudo-Dokus à la „Blair Witch Project“, aber auch neueren Zombie-Serien wie „The Walking Dead“ oder auch Verschwörungsklassikern wie „Akte X“. Glücklicherweise kopiert er die aber nicht einfach, sondern fügt diese Versatzstücke zu einer Komposition zusammen, die ihren eigenen horrenden Charme hat – und schauspielerisch nicht unwesentlich von dem väterlich ergrauten Ex-Psychokiller-Darsteller Ted Levine lebt.

3D-Version für Virtual-Reality-Brille

Neben einem „Making Of“ in der Bonussektion wartet der Gruselstreifen übrigens mit einer besonderen Raffinesse auf: Verfügbar ist er auch in einer 3D-Version für die Datenbrille „Oculus Rift“, um den Zuschauer noch näher ins gruslige Geschehen hineinzuziehen.

Fazit: Hat was

Viel von dem Verschwörungs- und Gedankenkontroll-Psychodrogen-Krimskrams, in dem „Banshee Chapter“ badet, kennt man schon. Auch stilistische Elemente wie hineingeschnittene Dok-Aufnahmen et cetera wurden und werden in jüngster Zeit in der Horrorfilmszene häufiger eingesetzt. Dabei gehört „Banshee Chapter“ aber durchaus zu den besseren Genre-Vertretern, wohl auch, weil Story und das Spiel der Akteure hier nicht unter Spezialeffekt-Exzessen völlig zurücktreten, wie in manch anderem Machwerk. Autor: Heiko Weckbrodt

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„Banshee Chapter“ (Sunchaser Entertainment, Koch Media), Verschwörungs-Horror, Original: USA 2013 (DVD: 2015), 87 Minuten, FSK 16