Forschung

Licht soll uns alle glücklicher machen

Die NIVIL-Forscher wollen mit Studenten in Hörsälen experimenten, die sich mit verschiedenem Licht bestrahlen - um dann zu ermitteln, ob beispielsweise die Konzentration der Nachwuchsakademiker wächst oder sinkt. Fotos: TU Berlin

Die NIVIL-Forscher wollen mit Studenten in Hörsälen experimentieren, die sie mit verschiedenen Farbleuchten bestrahlen – um dann zu ermitteln, ob beispielsweise die Konzentration der Nachwuchsakademiker wächst oder sinkt. Fotos: TU Berlin

Berliner und Dresdner Forscher an Studie über unbewusste Lichtwirkungen beteiligt

Berlin/Dresden, 14. April 2015. Neue elektronische und organische Leuchten könnten die Welt von morgen vielleicht viel lebenswerter machen – und uns alle auf einer unterbewussten Ebene glücklicher, konzentrierter und gesünder. Diese Hoffnung steckt zumindest hinter einem Forschungsprojekt „Nicht-visuelle Lichtwirkungen“ (NIVIL), das Wissenschaftler und Mediziner der TU Berlin, des Uniklinikums Dresden und weiterer Einrichtungen gestartet haben. Die Projektleitung hat Lichttechnik-Professor Stephan Völker von der TU Berlin übernommen.

Bund fördert Projekt mit 4,7 Millionen Euro

In großangelegten Reihenuntersuchungen, Experimenten und Feldtests wollen sie ermitteln, wie uns Licht jenseits des bewusst Sichtbaren beeinflusst, wie alte und junge, kranke und gesunde Menschen zum Beispiel auf verschiedene Farbtemperatur, Flächen- oder Punktstrahler und dergleichen reagieren. Das Bundesforschungsministerium hat 47 Millionen Euro für diese auf drei Jahre angelegten Untersuchungen zugesagt.

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Experimente in Hörsälen und Altenheimen geplant

Geplant sind beispielsweise Lichtexperimente in Hörsälen voller Studenten und in Seniorenheimen. In den Altenheimen und auf den klinischen Stationen sollen beispielsweise neue LED-Leuchten installiert werden, deren Leuchtstärke und farbliche Zusammensetzung steuerbar sind. An derartigen Lichtkonzepten, die auch den Tag- und Nacht-Rhythmus der Senioren beeinflussen könnten, arbeitet auch das sächsische Unternehmen „Electronic Components Dresden“ (ECD) bereits seit einiger Zeit in Kooperation mit der TU Dresden. ECD-Chef Klaus Peter Orth verwies auf frühere Untersuchungen, laut denen unruhige Rentner nur noch halb so viel Schlaf- und Beruhigungsmittel schlucken müssen, wenn die natürlichen Tages- und Abendlichteffekte durch elektronische gesteuerte LED-Leuchten verstärkt werden.

Organische Leuchtdioden beim Test in der Ulbrichtkugel, einer Messeinrichtung im COMEDD. Abb.: Jürgen Lösel, COMEDD

Organische Leuchtdioden beim Test in der Ulbrichtkugel, einer Messeinrichtung im Dresdner COMEDD. Abb.: Jürgen Lösel, COMEDD

Passend zum Lichtjahr 2015

Der Auftakt für die in ihrer Breite bisher einzigartige Studie über nichtvisuelle Lichtwirkungen fällt im Übrigen in eine passende Zeit: Die UNO hat 2015 zum „Jahr des Lichts“ erklärt. Und dieses Lichtjahr wird gerade auch in der Photonik-Stadt Dresden besonders gefeiert, gilt die sächsische Landeshauptstadt doch auch als einer der führenden Entwicklungsstandorte zum Beispiel für „Organische Leuchtdioden“. Autor: Heiko Weckbrodt