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Bauplan-Gene für Gehirn gefunden

Die Neuronen-Netze im Gehirn geben der Wissenschaft immer noch unzählige Rätsel auf: Von einem Gesamtverständnis der komplexen Prozesse im menschlichen Gehirn sind die Forscher noch weit entfernt. Abb.: DARPA

Neuronen-Netze im Gehirn geben der Wissenschaft immer noch viele Rätsel auf. Abb.: DARPA

Über 30.000 Hirn-Scans ausgewertet – Dresdner Mediziner koordinierten Teil der Forschung

Dresden, 22. Januar 2015: Das internationale Forscherkonsortium „ENIGMA“ hat fünf Gene identifiziert, die mutmaßlich entscheidende Baupläne für die Größe des menschlichen Gehirns enthalten. Das teilte das Universitätsklinikum Dresden mit, das an dem Projekt beteiligt ist. Die Wissenschaftler hoffen, dadurch die molekularen Grundlagen psychiatrischer Erkrankungen entschlüsseln und letztlich neue Therapien entwickeln zu können.

Prof. Stefan Ehrlich. Foto: UKD/Wiegand

Prof. Stefan Ehrlich. Foto: UKD/Wiegand

Neue Therapien für Psychiatrie-Patienten denkbar

„Ein besseres Verständnis für die Ursachen von Hirnveränderungen bei schweren psychiatrischen Erkrankungen kann Ansatzpunkte für neue Therapiemöglichkeiten aufzeigen“, schätzte Prof. Stefan Ehrlich von der Klinik Kinder- und Jugendpsychiatrie im Dresdner Uniklinikum ein, der einen Teil der Forschungen koordiniert hatte. Dies biete „in Zukunft vielleicht auch die Möglichkeit schon frühzeitig, das heißt im Kindes- und Jugendalter, zu intervenieren“.

Zusammenhang zwischen Schlüssel-Genen und Hirngröße erkennbar

Für das Projekt ENIGMA („Enhancing Neuro Imaging Genetics through Meta-Analysis“) hatten Wissenschaftler weltweit die Hirnscan-Aufnahmen von insgesamt 30.717 Menschen ausgewertet und sie mit Erbgutanalysen abgeglichen. Dabei stellten sie Zusammenhänge zwischen ausgewählten Genen und der Größe bestimmter Großhirn-Regionen fest. Sie steuern anscheinend die Schaltung von Nervenbahnen, die Wanderung von Neuronen und den programmierten Zelltod unreifer Neuronen mit. Allerdings sind weitere Forschungen notwendig, um diese Zusammenhänge klarer zu bestimmen. Autor: Heiko Weckbrodt

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