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Tausende demonstrieren in Dresden für Weltoffenheit

Mit Speziallasern haben die ISW-Fraunhoferforscher die Dresdner Frauenkirche auf Stahl strukturiert. Lichtteschnologien sind insofern ein Kernthema des "Lichtjahr"-Mitinitiators IWS . Foto: IWS

Foto: IWS

Kundgebung auf Initiative von Stadt und Land vor Frauenkirche

Dresden, 10. Januar 2015: Mehrere Tausend Menschen demonstrieren zur Stunde in Reaktion auf die Pegida-Kundgebungen vor der Frauenkirche in Dresden für „Weltoffenheit, Mitmenschlichkeit und Dialog“. Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) forderte die Dresdner und die Sachsen in seiner Rede auf, „für einen guten Umgang mit den Flüchtlingen, die zu uns kommen“, einzutreten. Zu dem Kundgebung hatten Stanislaw Tillich und Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) im Namen der Landesregierung und der Landeshauptstadt aufgerufen.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/Staatskanzlei

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Abb.: J. Jeibmann/ Staatskanzlei

Stanislaw Tillich, sächsischer Ministerpräsident: „Wir dürfen nicht zulassen, dass bei den Flüchtlingen alte durch neue Ängste ersetzt werden. Leben wir die Werte, die uns wichtig sind, indem wir ihnen helfen, bei uns heimisch zu werden. Heimisch werden heißt im Gegenzug aber auch, unsere Sprache und Werte zu teilen. Integration bedeutet also, sich anzustrengen, in unserer Gemeinschaft anzukommen.“

 

 

„Frust nicht an Schwächeren auslassen“

Zugleich streckten beide Redner verbal auch die Hand zum Dialog mit den Pegida-Demonstranten aus: „Vielleicht enttäusche ich jetzt den einen oder anderen:Ich bin hier und heute nicht gekommen, weil ich gegen die Menschen, die Montag für Montag zu PEGIDA gehen, demonstriere“, betonte beispielsweise Helma Orosz. Sie achte das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Auch müsse man sich fragen, „ob unsere Sozial- und Bildungspolitik nicht zu viele Menschen ausgrenzt und abhängt.“ Aber Flüchtlingen Angst zu machen, „seinen Frust an Schwächeren auszulassen oder Andersdenkende nieder zu brüllen“, sei der falsche Weg.

Keine Konfrontation mit Pegida-Anhängern

Auch Stanislaw Tillich wollte in seiner Rede erkennbar nicht auf Konfrontationskurs mit den Pegidisten gehen: Ihm sei es bewusste, dass es unter den Sachsen „Existenzängste, Sorgen um die Zukunft der Kinder oder Überfremdung“ gebe. Aber „nur wer sagt, was ihn umtreibt, und nur wer erläutert, was er verbessern will, kann sich einbringen“. hw

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