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Samsung will Marktposition mit massiven Chipwerk-Investitionen ausbauen

Samsung setzt u.a. seine 300-mm-Chipfabrik im koreanischen Giheung als Foundry ein. Foto: Samsung

Samsung setzt u.a. seine 300-mm-Chipfabrik im koreanischen Giheung als Foundry ein. Foto: Samsung

Jüngste Mega-Fab kostet fast 15 Milliarden $

Scottsdale/Seoul, 19. Oktober 2014: Samsung setzt auf einen massiven Investitionskurs, um seine Position als weltweit zweigrößter Halbleiter-Hersteller – nach Intel – zu behaupten und auszubauen. Pro Jahr investiert der südkoreanische Technologie-Konzern über elf Milliarden Dollar (8,6 Milliarden Euro) allein in den Auf- und Ausbau seiner Chipwerke, wie aus einer Analyse des US-Marktforschungs-Unternehmens „IC Insights“ aus Scottsdale/Arizona hervorgeht. Jüngstes Beispiel ist die Samsung-Ankündigung, bis Mitte 2017 eine neue Mega-Fab für 14,7 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) zu bauen – eine Rekordausgabe.

Großauftrag von Apple verloren

Allerdings mussten die Koreaner jüngst auch einen herben Rückschlag hinnehmen: Samsung produziert nämlich Mikroelektronik nicht nur für die eigenen Computertelefone (Smartphones), Fernseher und anderen Elektronikgeräte, sondern ist auch als Auftragsfertiger (Foundry) tätig. Und in diesem Segment hat das Unternehmen kürzlich einen Großkunden-Auftrag verloren: Apple – das im Smartphone- und Tablet-Markt direkter Konkurrenz von Samsung ist – lässt die A8-Prozessoren für seine neuen iPhones und iPads statt in Korea nun bei TSMC in Taiwan fertigen.

Koreaner auch als Auftragsfertiger tätig

Mit der neuen Mega-Fab will Samsung nun versuchen, größere Fertigungskapazitäten für moderne Logik- und Speicherchip der Strukturklasse unter zwölf Nanometer (Millionstel Millimeter = nm) aufbauen.. Diese Halbleiter dürften zum Beispiel für den Einbau in eigene Smartphones und TV-Geräte gedacht sein, schätzen die „IC Insights“-Analysten ein, aber auch dafür gedacht sein, als Foundry attraktiver zu werden.

Übersicht über Samsungs Chipfabriken, Tabelle: IC Insights

Übersicht über Samsungs Chipfabriken, Tabelle: IC Insights

Bald Platz 3 im Foundry-Markt?

Insgesamt verfügt Samsung derzeit über 18 Halbleiter-Fabriken in Korea, den USA und in China, die Chips der Strukturklassen zwischen 15 und 120 nm anbieten. Im globalen Halbleiter-Markt steht das Unternehmen auf Platz 2 und hat einen Anteil von elf Prozent am weltweiten Mikroelektronik-Umsatz und 18 Prozent an den Fabrik-Investitionen. Im Foundry-Segment hat Samsung Rang 4 nach TSMC, Globalfoundries und UMC – arbeitet sich hier aber immer mehr vor. Laut „IC Insights“-Prognose könnte sich Samsungs Foundry-Sparte bereits im kommenden Jahr vor UMC auf Platz 3 vorschieben. Allerdings fahren auch TSMC und Globalfoundries forcierten Investitionskurse, um ihre Positionen im Foundry-Markt zu stärken.

Samsung über Organikelektronik-Sparte in Dresden vertreten

Derzeit beschäftigt Samsung weltweit rund 425.000 Mitarbeiter, die im Jahr 2013 umgerechnet rund 211 Milliarden Euro Umsatz generierten – davon rund 2,7 Milliarden im Foundry-Segment. In Deutschland hat Samsungs Halbleiter-Sparte keine Fabriken – ist aber indirekt an Elektronik-Unternehmen beteiligt. So hatte die Samsung-Tochter Cheil Industries kürzlich die Dresdner Organikelektronik-Technologieschmiede „Novaled“ übernommen. Autor: Heiko Weckbrodt

 

English Summery:

Samsung forced its investment course to strenghten its domanting position in the semiconductory industry. The youngest example: a 16 billion $ Mega-Fab should be in production in mid 2017. The Koreans also try to obtain the 3rd place in the foundry marke – after TSMC and Globalfoundries.

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