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Jungagent Jack Ryan rettet den Dollar

Jung-Agent Jack Ryan (Chris Pine) verfolgt auf seinem Mopod einen russischen Bösewicht.  Foto: Paramount

Jung-Agent Jack Ryan (Chris Pine) verfolgt auf seinem Mopod einen russischen Bösewicht. Foto: Paramount

DVD-Kritik: „Shadow Recruit” nimmt die Russen in die Zange

Jack Ryan kann einfach nicht von seinen Lieblingsfeinden im Osten lassen – und das war in seiner Zeit als Milchreis-Bubi nicht anderes: Nach Harrison Ford, Alec Baldwin und Ben Affleck darf nun Hollywood-Jungschönling Chris Pine (Captain Kirk in „Star Trek XII“) unbedarft die neueste Verfilmung im aktionsreichen Leben des Finanzanalysten Superman Marineinfanteristen und CIA-Agenten mimen. Und in „Jack Ryan – Shadow Recruit“ sind es eben wieder mal beziehungsweise schon wieder die Russen, die die kapitalistische Welt zu Fall bringen wollen.

Chirurgin Cathy (Keira Knightly) gerät zwischen die Fronten. Foto: Paramount

Chirurgin Cathy (Keira Knightly) gerät zwischen die Fronten. Foto: Paramount

Ein Supermann am Karrierestart

Innerhalb der Romanwelt-Chronologie von Tom Clancy setzt der Schattenrekrut noch vor Ryans Zeit als aktiver CIA-Mann ein, zeigt den in den Büchern nur kurz erwähnten Hubschrauberunfall, der seine Karriere als Soldat beendet, und seinen Umstieg ins Finanzgeschäft. Bei der Gelegenheit lernt er auch die Augenchirurgin Cathy (Keira Knightly, Piraten der Karibik) kennen – und den Geheimdienst-Strippenzieher Harper (Kevin Coster, „Der mit dem Wolf tanzt“), der ihn zugleich ins Herz der Wallstreet platziert. Dort kommt das Jung-Genie zugleich seltsamen Transaktionen des russischen Oligarchen Viktor Cherevin (Kenneth Branagh, „Thor“, „Wallander“) auf die Spur, der gemeinsam mit dem Kreml plant, den Dollar in den Abgrund zu stürzen und das geliebte Erdöl für die Amerikaner unbezahlbar zu machen – und das ist ja wohl wirklich das Allerletzte.

Werbevideo (Paramount):

Nur lose an Clancy-Bücher angelehnt

Kenneth Branagh als böser Oligarch. Foto: Paramount

Kenneth Branagh als böser Oligarch. Foto: Paramount

„Shadow Recruit“ ist nur lose an die Clancy-Agentenromane angelehnt, versetzt Ryans Jugend vom Kalten Krieg in die Jetztzeit. Die Leinwandadaption ist immerhin aktionsreich inszeniert, aber das ist schon das Beste, das man über diesen Film sagen kann: Die Story ist abstrus und russenfeindlich, der Hauptdarsteller schwach und Spannung will auch kaum aufkommen, da die Macher den Zuschauern die Welt und den Plot beizeiten haarklein erklären. Der einzige schauspielerische Lichtblick ist da noch Kenneth Branagh, der hier allerdings gleichzeitig als Regisseur eine seiner schwächsten Arbeiten abgeliefert hat.

Das Aktionswerk ist nun fürs Heimkino erschienen. Als Boni hat Paramount ein paar erweiterte und geschnittene Szenen, ein fades alternatives Ende und Interviews mit den Machern beigefügt.

Fazit: schwach & klischeebeladen

Foto: Paramount

Foto: Paramount

Im direkten Vergleich mit anderen Clancy-Adaptionen wie etwa „Jagd auf Roter Oktober“, „Der Anschlag“ oder „Stunde der Patrioten“ wirkt der „Shadow Recruit“ zwar optisch moderner, ist aber ansonsten die wohl schwächlichste und klischeehafteste. Kann man sich mal angucken – muss man aber eher nicht.

Autor: Heiko Weckbrodt

„Jack Ryan: Shadow Recruit“ (Paramount), Agenten-Thriller, USA/Russland 2014, Regie: Kenneth Branagh, mit Chris Pine, Keira Knightly, Kenneth Branagh und Kevin Costner, ca. 101 Minuten, Extras: Interview, geschnittene Szenen, FSK 12, DVD 15 Euro, Bluray 17 Euro

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