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Ein Forscherpfad von Caracas nach Rossendorf

Gustavo Montoya ist aus Südamerika ans Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf gekommen, weil er die exzellenten Forschungsmöglichkeiten hier hoch schätzt. Foto: Heiko Weckbrodt

Gustavo Montoya ist aus Südamerika ans Helmholtz-Zentrum in Dresden-Rossendorf gekommen, weil er die exzellenten Forschungsmöglichkeiten hier schätzt. Foto: Heiko Weckbrodt

Warum der Chemiker Gustavo Montoya von Südamerika nach Sachsen kam

Dresden/Caracas, 8. Mai 2014: „Mein Herz wird immer meiner Heimat gehören, aber hier in Dresden fühle ich mich sehr, sehr wohl.“ Der das sagt, heißt Gustavo Montoya, ist 28 Jahre jung und aus der über 8400 Kilometer entfernten venezolanischen Millionenmetropole Caracas nach Sachsen gekommen. Wenn der Chemieingenieur hier, am „Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf“ (HZDR), gerade keine komplizierten Flussprozesse modelliert, trifft er sich mit Freunden, die er in Dresden rasch gefunden hat, wie er sagt, tingelt durch die Neustadt-Kneipen, büffelt weiter an der komplizierten deutschen Sprache mit all ihren Fällen, Beugungen und unregelmäßigen Verben – und schreibt in seiner Freizeit Bücher. Sein Erstling „Von Menschen und Göttern – eine Welt, die es nie gab“ soll zum Jahresende erscheinen, berichtet er stolz.

„Junge, geh nach Deutschland, das hat Perspektive!“

Skizze des Dresdyn mit dem Flüssigmetallkern (Zylinder in der Mitte) und den Dreh- und Taimel-Vorrichtungen (farbig). Abb.: HZDR

Das Helmholtz-Zentrum Dresden_Rossndorf baut u.a. mit dem „Dresdyn“ derzeiteine einzigartige Forschungsanlage, die komplizierte Metallflussprozesse simulieren soll. Abb.: HZDR

Der Pfad von Südamerika in seine neue Lieblingsstadt Dresden war indes für Montoya alles andere als mit Rosen gesäumt: „Einer von den HZDR-Leuten ist 2010 bei einer Konferenz in Florida auf meine Arbeit aufmerksam geworden und hat gefragt, ob ich Lust habe, in Dresden zu arbeiten“, erinnert sich der Forscher. „Mein Vater hat mir gut zugeredet: Geh nach Deutschland, Junge, da ist die Wirtschaft stark und die Forschung auch, das hat Perspektive.“ Doch ganz so einfach ging es dann doch nicht: „Eines Abends bekam ich vom Helmholtz-Zentrum eine E-Mail mit Testaufgaben, die ich bis zum nächsten Morgen gelöst zurücksenden sollte“, erzählt Montoya. „Ich habe die ganze Nacht durchgearbeitet.“

Tolle Schnitzel, aber sonntags hat alles zu

Danach war für ihn der Weg nach Dresden geebnet. Bereut hat er den Umzug nicht. „Hier gibt es tolle Forschungsmöglichkeiten, man kann sich mit internationalen Kollegen austauschen und bekommt viele Chancen“,  sagt er. „Die Menschen sind sehr offen. Und: Ich liebe die Schnitzel hier.“ Nur eines mag er nicht so: „Sonntags sind hier alle Läden geschlossen.“ Autor: Heiko Weckbrodt

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