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Dresdner Internethändler Cyberport wächst trotz „Gorilla-Konkurrenz“ kräftig

Solchen Andrang kennt man sonst eher von neuen Apple Stores: Der Cyberport-Laden in Wien bei der Eröffnung 2011. Angesichts des Erfolges will der Dresdner Internethändler nun weitere Präsenzläden in Köln, Dresden und Hamburg eröffnen. Abb.: Cyberport

Solchen Andrang kennt man sonst eher von neuen Apple Stores: Der Cyberport-Laden in Wien bei der Eröffnung 2011. Angesichts des Erfolges will der Dresdner Internethändler nun weitere Präsenzläden in Köln, Dresden und Hamburg einrichten. Abb.: Cyberport

Dresden, 9.2.2012: Nach einem starken Wachstumsjahr 2011 will der Dresdner Internet-Elektronikhändler Cyberport in diesem Jahr eine weitere Mauer knacken und auf eine halbe Milliarde Euro Umsatz kommen. Außerdem plant die Firma neue Präsenz-Läden im Dresdner Elbepark, in Köln und Hamburg, kündigte Geschäftsführer Fritz Oidtmann an. Er stellte 100 neue Jobs in Aussicht. Insgesamt hat Cyberport rund 1,9 Millionen Kunden vor allem im deutschsprachigen Raum.

Halbe Milliarde Euro Umsatz für 2012 angepeilt
Cyberport-Chef Fritz Oidtmann. Abb.: Burda

Cyberport-Chef Fritz Oidtmann. Abb.: Burda

Die wachsende Verbreitung von Computertelefonen (Smartphones à la iPhone) und die starke Nachfrage für tragbare Rechner (Notebooks) und Heimelektronik haben Cyberport einen ordentlichen Schub gegeben: Im vergangenen Jahr legte der Umsatz um 35 Prozent auf 363,6 Millionen Euro zu. „Wir denken, dass sich diese Trends fortsetzen und wir in diesem Jahr auf 450 bis 500 Millionen Euro kommen“, sagte Oidtmann.

Wachstumstreiber Smartphones, Apple und Ultrabooks

Unter anderem verspreche man sich einiges von den neuen Ultrabooks – einer von Intel „erfundenen“ neuen Notebook-Klasse, die besonders dünn, leicht und dennoch leistungsfähig sind. Ein früherer Shooting-Star, die Netbooks (kleine, billige Kompaktgeräte nach dem Vorbild des EeePC von Asus), werden hingegen mehr und mehr von den Tablettrechnern verdrängt.

Cyberport in der Eigendarstellung:

Ebenso werde sich wohl der Smartphone-Boom fortsetzen. Denn einerseits kommen immer mehr Computertelefone mit dem Android-Betriebsystem auf den Markt, die Alternativen für Apple-Hasser bieten, andererseits billiger als das iPhone sind und damit Smartphones für breitere Schichten erschwinglich machen.

Immer mehr Leute füllen „Down Times“ mit Smartphones

„Die zusätzlichen Möglichkeiten, die ich mit einem Smartphone im Vergleich zu einem Handy habe, sind einfach zu offensichtlich“, meint Oidtmann. „Schauen sie mal nur an Bus-Haltestellen oder auf Bahnsteigen, womit sich die Leute die Wartezeit vertreiben: Mit Apps oder Internet-Surfen auf dem Smartphone.“ Solche „Down Times“, wie der Amerikaner Langeweile-Phasen nennt, würden selbst in geschäftlichen Meetings von vielen heimlich mit dem Smartphone gefüllt.

Oidtmann: Innovationsgeist liegt Apple-Leuten in den Genen

Auch die Eröffnung des Apple-Stores in der Dresdner Altmarktgalerie habe Cyberport – das 1998 als lokaler Apple-Händler in Dresden angefangen hatte – nicht geschadet: „Im Gegenteil, die Apple-Produkte trugen sehr zum Wachstum bei“, betonte der Chef. Auch in diesem Jahr seien mit dem iPhone 5, dem iPad 3 und – vielleicht – dem sprachgesteuerten Apple-Fernseher wieder wachstumgenerierende Innovationen zu erwarten. „Auch wenn Steve Jobs nicht mehr da ist: Das Konzept ,einfach, cool und neu‘ liegt den Apple-Leuten einfach in den Genen“, ist der Cyberport-Chef überzeugt.

100 neue Jobs geplant
Der Stammsitz und ursprüngliche Cyberport-Laden in Dresden. Abb.: hw

Der Stammsitz und ursprüngliche Cyberport-Laden in Dresden. Abb.: hw

Der gestiegene Absatz hat auch für Jobs gesorgt: 2011 stellte Cyberport rund 90 neue Mitarbeiter ein, so dass jetzt 420 Leute für den Elektronikhändler tätig sind – darunter 145 Festangestellte in Dresden und 115 im Logistikzentrum Siebenlehn westlich der sächsischen Landeshauptstadt.

Der Rest verteilt sich auf die Präsenzläden in Berlin, Leipzig und Österreich sowie freie Mitarbeiter. Weil die Geschäfte so gut laufen, sollen in diesem Jahr 100 weitere Jobs dazu kommen, der größere Teil im Raum Dresden. „Unser Ziel ist es, gerade hier in der Region weiter neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Oidtmann.

Neue Cyberport Stores 2012 in Dresden, Köln und Hamburg

Obzwar Cyberport den Großteil seiner Umsätze mit Computertechnik, Heim- und Haushaltselektronik im Internethandel realisiert, gewinnen auch die Präsenzläden, die „Cyberport Stores“, an Bedeutung. 2012 will das Unternehmen weitere Läden eröffnen: So öffnet im September ein zweiter, 1000 Quadratmeter großer „Cyberport Store“ im Dresdner Elbepark.

„An unserem Stammsitz im Waldschlösschenareal platzen wir aus allen Nähten, können unseren Laden dort aber nicht erweitern“, erklärte Oidtmann. Bereits für den Mai ist ein Laden in den Hamburger „Europapassagen“ vorgesehen, im November ist das Kölner Zentrum dran, auch Dortmund steht auf der Agenda und der Laden in Berlin-Steglitz wird im Juni 2012 ausgebaut.

Treten gegen 800-Pfund-Gorillas wie Amazon an

Außerdem will die Firma weitere Büros am Brauhaus anmieten und erwägt bereits jetzt, sein erst Mitte 2010 erbautes Lager- und Versandzentrum in Siebenlehen ab 2013 noch mal zu erweitern. Cyberport müsse eben immer hart am Ball bleiben, betonte der Chef: „Immerhin stehen wir in einem harten Wettbewerb mit solchen 800-Pfund-Gorillas wie Amazon und Media Markt.“ Heiko Weckbrodt

Cyberport betreibt auch ein News- und Produkt-Blog, das hier zu finden ist

1 Kommentare

  1. Cyberport Fan sagt

    Ich denke, dass Cyberport auch durch das Partnerprogramm einen ziemlichen Zuwachs bekommen hat, denn schließlich kann man den Shop so auf unzähligen Webseiten finden. Ich kenne Cyberport so ziemlich aus den Anfängen durch einen Freund aus Dresden und habe dort mein erstes Notebook gekauft. Mittlerweile gibt es ja sogar in Leipzig eine Filiale.
    Ich denke aber generell, dass sich Elektronik sehr gut übers Internet verlaufen lässt und die Branche generell boomt.

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