Alle Artikel mit dem Schlagwort: Sicherheit

Umgeben von Epikur, Marx, Aristoteles und anderen Denkern sinniert Dr. Helmut Gebauer über die Zusammenhänge von Technik und Gesellschaft. Foto: Heiko Weckbrodt

Ohne Unsicherheit wäre der Mensch undenkbar

Der Dresdner Technikphilosoph Dr. Helmut Gebauer im Oiger-Interview über komplexe Systeme und die Grenzen der Sicherheit Krisen, Kriegen und Naturkatastrophen schütteln die Welt, so erscheint es uns, wenn wir tagtäglichdie Nachrichten lesen, sehen oder hören. Gerät die Welt aus den Fugen oder sind diese Unsicherheiten Teil eines größeren Bildes? Oiger-Redakteur Heiko Weckbrodt hat darüber den 62-jährigen Technikphilosophen Dr. Helmut Gebauer vom „Zentrum für Interdisziplinäre Technikforschung“ (ZIT) an der TU Dresden befragt. Ständig hören und lesen wir über Forderungen nach mehr Sicherheit im Internet, im Straßenverkehr, nach einer sicheren Welt. Warum sind Menschen so versessen auf Sicherheit? Dr. Helmut Gebauer: Weil es ihnen durch permanente öffentliche Problematisierung erfolgreich eingeredet wurde. Gemessen an der Geschichte und der Situation in vielen anderen Ländern dieser Welt leben wir in Deutschland in ausgesprochen sicheren Verhältnissen, in Mitteleuropa schon seit über 70 Jahren in Frieden mit einem hohen Maß an Rechtssicherheit, technischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit. Im Zentrum von Politik und öffentlicher Aufmerksamkeit jedoch stehen Krisen: Krieg und Terror, Flüchtlingskrisen, Finanz- und Haushaltskrisen, Umweltkrisen, zunehmende Armut und prekäre Bildungs- und Arbeitsverhältnisse, …

Sprachforscher wollen die Dialog-Dynamik in WhatsApp-Beziehungen analyisieren. Abb.: Heiko Weckbrodt

Kinder nutzen Internet fürs Quatschen

Aber auch Seiten mit Spielen und „verbotenen“ Sachsen unter Junioren beliebt Moskau/Ingolstadt, 7. Juni 2016. Zwei Drittel aller Kinder nutzen das Internet vor allem, um sich mit anderen zu unterhalten. 11 Prozent besuchen Spieleseiten. Und interessanterweise landen Seiten rund um die Themen Alkohol, Tabak und Betäubungsmittel bereits auf Platz der 3 der Netz-Seiten, die Kinder am liebsten ansteuern. Das geht aus einer Statistik von „Kaspersky” hervor.

Prinzip Massen-E-Mail: Selbst wenn nur ein Prozent der Angeschriebenen auf die betrügerischen Mails anspringt, haben die Phisher schon einen Gewinn. Foto: Steffen Sledz, Wikipedia, cc3-Lizenz, bearbeitet: hw

Jeder Fünfte hatte schon Sicherheitsprobleme im Internet

Destatis: 6 % waren Opfer krimineller Machenschaften im Netz Wiesbaden, 16. März 2016. Etwa jeder fünfte deutsche Internetnutzer (18 %) hatte schon einmal Sicherheitsprobleme im Netz. Das hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden nach einer Eurostat-Umfrage mitgeteilt. So berichteten 14 Prozent der Befragten über „Viren und andere Schadprogrammen, die zu Datenverlusten oder Reparaturarbeiten geführt haben.“ 6 % sprachen über finanzielle Verluste durch Phishing-E-Mails, Datenraub, Kreditkarten-Missbrauch und ähnliche gravierende Probleme.

Besonders lukrativ: Trojaner. Foto: Heiko Weckbrodt

Geklautes Steam-Konto kostet 15 $ auf Schwarzmarkt

Kaspersky: Spieler geraten zunehmend ins Visier von Cybergangstern Moskau/Ingolstadt, 15. März 2016. Cybergangster greifen verstärkt Spieler auf der Plattform „Steam“ an. Die Kriminellen wollen dabei die Zugangsdaten der Nutzer oder virtuelle Spielgegenstände rauben. Die gestohlenen Konten werden dann für durchschnittlich 15 Dollar pro Zugang auf dem Schwarzmarkt vertickt. Das hat das russische Sicherheits-Softwareunternehmen Kaspersky nach einer Analyse mitgeteilt. Steam ist eine Internetplattform, die zahlreiche Computerspiele verkauft und deren Nutzung verwaltet.

Franz sucht nach Stille - in seiner wachsenden Paranoia treibt ihn jedes Geräusch immer weiter in den Wahnsinn. Szenenfoto: Neue Visionen

DVD „Kafkas Der Bau“: Kleiner Schritt von Manie zu Mord

Kafka-Verfilmung thematisiert Angst des Individuums vor Entfremdung und Eindringlingen Der Andere ist der Feind, die Welt wimmelt vor raffgierigen Eindringlingen. Das Fremde gilt es, um jeden Preis abzuwehren, da kann man gar nicht genug Riegel installieren und Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Diese Weltsicht verficht der Protagonist des absurden Dramas „Der Bau“ bis zur letzten Konsequenz – bis hin zur völligen geistigen Zerrüttung und Weltzerstörung. Erschienen ist diese filmische Kafka-Adaption nun auf DVD fürs Heimkino. Sie wirkt gerade jetzt wie ein Kommentar zur aktuellen Diskussion um Flüchtlinge, Einwanderung, Strafverschärfungen und Integration.

Öffentliche kostenlose WLAN-Netze sind zwar beliebt, bergen teils aber auch einige gefahren. Manche dieser Netze werden als Falle von Cyberkriminellen ausgeworfen, um Zugang auf dei Geräte von Passanten zu bekommen. Abb.: Kaspersky

Kaspersky: Mit abgeschaltetem WLAN ist das Smartphone sicherer unterwegs

Sicherheits-Softwarefirma warnt von „Man-in-the-Middle-Attacken“ Moskau/Ingolstadt, 30. Dezember 2015. Wer mit seinem Smartphone in der Stadt unterwegs ist, sollte besser die WLAN-Funktion auf dem Computertelefon deaktivieren. Das hat die russische Sicherheits-Softwarefirma Kaspersky empfohlen. „So werden Daten vor illegalem Zugriff geschützt und die Akkulebensdauer verlängert“, raten die Kaspersky-Mitarbeiter. „Nutzer sollten ihr Gerät so einstellen, dass es sich nicht automatisch mit unbekannten WLAN-Netzen verbindet.“

Bitbox ist eine Software-Lösung, die einen Internet-Browser in einen abgeschotteten virtuellen PC im PC wie in einen Käfig sperrt. Dies soll verhindern, dass Schadprogramme, die sich der Nutzer im Internet einfängt, den Rechner selbst infizieren können. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Die Virenwächter gehen in die Knie

Schadprogramme im Evolutions-Turbo: IT-Sicherheitsexperte Syckor rät Forschern und Studenten zur Bitbox-Kapsel Dresden, 2. Dezember 2015. Wer immer noch glaubt, ein Gespann aus Virenwächter plus Firewall schütze einen PC oder ein Notebook hinreichend gegen Angriffe aus dem Internet, wiegt sich in falscher Sicherheit: „Heutzutage reicht ein Virenschutz-Programm definitiv nicht mehr aus. Selbst große Anbieter wie Symantec halten dieses Abwehrkonzept für tot“, warnt Jens Syckor von der „Stabsstelle Informationssicherheit“ der TU Dresden (TUD). „Wir schreiben den Wissenschaftlern da nichts vor. Aber wenigstens für Forschungsprojekte mit Geheimhaltungs-Vereinbarungen raten wir dringend zum Einsatz zusätzlicher Sicherheitspakete wie ,Bitbox’“, betonte der IT-Sicherheitsbeauftragte der TUD.

Grafik: hw

Avira darf vor untergejubelten Downloads warnen

Tettnang, 29. Juni 2015. Viele werden das leidige Unwesen im Internet kennen: Man lädt sich ein kostenloses Programm von einem Portal herunter und hat hinterher, wenn man nicht ganz genau aufpasst, plötzlich ganz andere nervende Programme und Browser-Erweiterungen (Toolbars) auf dem Rechner. Vor solchen untergejubelnden „Nebenbei“-Downloads darf die Sicherheitssoftware-Firma „Avira“ warnen und sie über Firewalls bzw. Virenscanner auch blockieren, hat nun ein Gericht entschieden, wie Avira in Tettnang mitteilte.

Siegel: US State Department

US-Außenministerium warnt Touristen vor Pegida und Anti-Pegida in Dresden

Sachsens Innenminister hält das für Übertreibung Washington/Dresden, 28. Januar 2015: Das US-Außenministerium hat amerikanische Touristen vor Pegida- und Anti-Pegida-Demos in Dresden und anderen deutschen Städten gewarnt: Es sei dort von einem „erhöhten Bedrohungsniveau“ auszugehen, US-Bürger sollten diese Demonstrationen meiden und auf ihre persönliche Sicherheit achten.

Neuartige Akkus und Brennstoffzellen sollen der Energiewende auf die Sprünge helfen. Foto: Fraunhofer

Warum Akkus nicht voll aufgeladen ausgeliefert werden

Kamenz, 2. Dezember 2014: Neugekauften Elektronik-Geräten liegt meist ein Hinweiszettel bei, dass ihr Akku erstmal voll aufgeladen werden soll. Warum aber werden Akkus nicht gleich durch die Hersteller voll aufgeladen ausgeliefert. Wer nun annimmt, das habe mit dem legendären Memory-Effekt oder Stromkosten zu tun, geht fehl: Die Lebensdauer und Transportsicherheit steht im Vordergrund, wie Elektroingenieur Frank Blome erklärt – er ist Geschäftsführer der „Deutschen ACCUmotive“, die in Kamenz zum Beispiel Batterien für den Elektro-Smart und die Hybrid-Modell von Daimler fertigt.

Cyberbetrüger fischen derzeit mit besonders perfekt gefälschten Rechnungs-E-Mails nach den Daten von Telekom-Kunden. Abb.: Telekom

Telekom warnt vor fast perfekt gefälschten Rechnungen

Konzern will neue Sicherheitsmerkmale 2015 einführen Bonn, 1. Dezember 2014: Seit Jahren bereits versenden Internetkriminelle fingierte Telekom- und Vodafone-E-Mails in Deutschland, um arglose Telefonkunden zu schröpfen. Meist weisen diese Fälschungen schockierend hohe Rechnungs-Beträge aus, um die Empfänger zu animieren, überstürzt verseuchte Datei-Anhänge zu öffnen oder auf Links zu Ausspäh-Seiten zu klicken. Waren die ersten Versuche dieser Art noch leicht als Fälschungen zu erkennen, haben die – in vielen Fällen anscheinend russischsprachigen – Cyberbetrüger ihre Masche inzwischen perfektioniert. Und zwar soweit, dass nun die Deutsche Telekom vor einer neuen Welle gefälschter E-Mails warnt, die nur noch schwer von echten elektronischen Rechnungen zu unterscheiden sind. Das Unternehmen kündigte heute an, Anfang 2015 neue Sicherheitsmerkmale für seine e-Rechnungen einzuführen.

Das neue MobileTAN-Verfahren soll das Internet-Banking sicherer machen. Abb.: comdirect

Jeder 4. Netznutzer verwendet Passwort-Safes

Berlin, 22. Oktober 2014: Seit der NSA-Schnüffelaffäre ist auch die Bereitschaft der Deutschen gestiegen, professionelle Sammel-Tresore für ihre Netz-Passwörter zu verwenden: Mittlerweile setzt fast jeder vierte Internet-Nutzer sogenannte „Passwort Safes“ ein, um sich vor Cyber-Schnüfflern besser zu schätzen. Verwaltungsprogramme also, die sich nur mit einem Master-Code öffnen lassen und in denen dann alle Zugangsdaten für Online-Einkäufe und andere Netzzugänge sicher gespeichert und verteilt werden. Das hat eine Umfrage von „Bitkom Research“ und „Aris“ ergeben.

AVIrail-Prokurist Thomas Hahne führt einen elektronischen Bahn-Rückspiegel vor. Foto: Heiko Weckbrodt (bearbeitet)

Analoger Kampf gegen den toten Winkel

Freitaler eRückspiegel von „AviRail“ sollen Bahnen sicherer machen Freital, 13. Oktober 2014. Damit Bahnen sicherer werden und sich weniger Menschen durch unbedachte Manöver an ab- oder anfahrenden Zügen verletzen oder gar sterben, konstruiert das junge Freitaler Unternehmen „AVIrail“ nun elektronische Rückspiegel. Anders als deren klassisch-gläserne Brüder zeigen deren geteilte Bildschirme („Split Screens“) dem U-, S- oder Straßenbahnfahrer auf einen Blick linke wie rechte Zugseite, kennen keine tote Winkel. „Haben Sie schon mal in einem richtig großen Fahrzeug wie einem Laster versucht, alle Rückspiegel im Auge zu behalten?“, fragt „AVIRail“-Prokurist Thomas Hahne rhetorisch. „Bei unseren elektronischen Bildschirmen hat der Zugführer alles auf einen Blick.“

Logo: Huawei

LTE-Ausbau in Ostdeutschland mit chinesischer Technik

Vodafone-Technikchef sieht keine Lausch-Gefahr in Huawei-Netzwerken Dresden, 25. September 2014: Für den LTE-Mobilfunk-Ausbau in Ostdeutschland setzt Vodafone statt auf amerikanische Netzwerktechnik fast ausschließlich auf Ausrüstungen des chinesischen Anbieters „Huawei“ – manchem vielleicht durch dessen USB-Surfsticks bekannt. Allerdings hat Vodafone-Technikchef (CTO) Eric Kuisch Bedenken zerstreut, dadurch tausche man möglicherweise eine Technologie mit Schlupflöchern für den US-Geheimdienst NSA gegen solche mit Hintertüren für chinesische Industriespione aus: Die Sicherheit dieser Ausrüstungen werde sehr sorgfältig geprüft, betonte er auf Oiger-Anfrage in Dresden. Autor: Heiko Weckbrodt