Alle Artikel mit dem Schlagwort: Physik

Akademiker-Alltagsfreuden in der DDR: Das Kollektiv hat ein eigenes Elektronen-Mikroskop! Autor Gerhard Barkleit ist auf dieser Aufnahme in der Mitte im Pullover zu sehen. Foto (bearbeitet): Dr. Gabriele Barkleit

“DDR wurde vom Mittelmaß regiert”

Der Dresdner Publizist und Physiker Gerhard Barkleit setzt dem „verklärten Tunnelblick“ auf den SED-Staat sein autobiografisches Buch „EinBlick“ entgegen Ist die DDR vor allem an der bloßen Durchschnittlichkeit ihrer Regierung, ihrer Elite, ihrer Fühungskader zu Grunde gegangen? Dies legt jedenfalls „EinBlick in zwei Welten“ nahe – eine autobiografische Abrechnung von Gerhard Barkleit mit dem System DDR. Die Summe seiner Erfahrungen mit diesem System lasse sich „zu der Einsicht verdichten, dass die DDR vom absoluten Mittelmaß regiert werde“, schreibt der Dresdner Physiker und Publizist. Und: „Mich stört die als ,DDR-Nostalgie’ zu beobachtende Verklärung des SED-Staates, als individuelle Ruckschau mit Tunnelblick daherkommend, der negative Erfahrungen einfach ausblendet.“ Der Untertitel spiegelt bereits den Tenor im Buch: „Das Ende der DDR als Glücksfall der Geschichte“.

Physikpreis-Stifter Prof. Peter Fulde in seinem Büro im Max-Planck-Institut für Physik Komplexer Systeme (MPI-PKS). Foto: Heiko Weckbrodt

Koryphäen an Dresden binden

Prof. Peter Fulde erzählt im Interview, warum er einen Dresdner Physik-Preis aus eigener Tasche gestiftet hat Professor Peter Fulde, der emeritierte Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik Komplexer Systeme (MPI-PKS) Dresden und langjährige Professor der TU Dresden, will mehr Spitzenwissenschaftler an Dresden binden – nicht mit einem Ring, sondern mit einem Preis: Er hat aus seinem Privatvermögen 30.000 Euro für einen neuen „Physics Prize Dresden“ gestiftet. Eine Fachjury aus Vertretern der TU Dresden, des MPI-PKS und externer Forscher soll diese mit jährlich 3000 Euro dotierte Auszeichnung ab 2016 an hervorragende Forscher verleihen. Heiko Weckbrodt hat den 79-jährigen Physiker in dessen Emeritus-Büro im Max-Planck-Institut an der Nöthnitzer Straße getroffen und über die Hintergründe ausgefragt. 30.000 Euro sind eine Menge Geld. Andere kaufen sich ein neues Auto dafür oder einen Garten. Sie stiften einen Physikpreis. Warum? Peter Fulde: Ich glaube, die Zukunft der Wissenschaft und des Wissenschaftsstandortes Dresden liegt in der überregionalen Zusammenarbeit. Sehen Sie sich die Nachwuchswissenschaftler von heute an: Die haben ihre eigenen Netzwerke aufgebaut, in denen sie sich mit Fachkollegen nach Bedarf zusammenschließen, um bestimmte …

In den Laboren der Wissenschaftler können die Besucher in Mikro- und Nanowelten eintauchen, die dem Auge sonst verborgten bleiben. Netzwerk "Dresden - Stadt der Wissenschaften"

Physiker fordern Reform des Physikunterrichts

„Weniger büffeln“: Abschied von Physik im Ganzen, Studie fordert mehr Praxisnähe Bad Honnef, 31. Januar 2016. Der Physikunterricht an den deutschen Schulen sollte nach dem Vorbild Sachsens wieder ausgebaut werden. Allerdings müssen sich die Lehrer von der Idee verabschieden, Gymnasiasten die Physik in ihrer ganzen Breite lehren zu können. Vielmehr soll sich der Unterricht in Zukunft auf die Grundkonzepte der Physik und ihre grundsätzlichen Methoden konzentrieren und viel praxisnäher werden. Das schlägt die Deutsche Physikalische Gesellschaft (DPG) aus Bad Honnef in ihrer neuen Studie „Physik in der Schule“ vor.

Prof. Peter Fulde (79). Foto: privat

Naturwissenschaftler Prof. Peter Fulde stiftet „Physik-Preis Dresden“

Auszeichnung vertieft Zusammenarbeit zwischen TU Dresden und Max-Planck-Institut für Physik Komplexer Systeme Dresden, 8. Dezember 2015. Der Dresdner Physiker Prof. Peter Fulde stiftet aus seinem Privatvermögen 30.000 Euro für einen neuen „Physik-Preis Dresden“. Das haben die Technische Universität (TUD), das Max-Planck-Institut für Physik Komplexer Systeme (MPI-PKS) und der langjährige MPI-PKS-Direktor Prof. Fulde nun vereinbart.

Mit Wissenschaftsmotiven auf farbenfrohen Bio-Textlien wollen die Dresdner Modemacher Nerds, Studenten und Professoren einkleiden. Foto: Unipolar

Aus dem Physiklabor ins Nerd-Modestudio

Der Halbleiterdoktor Steve Kupke von der TU Dresden entwirft lieber Nerd-Klamotten statt Computerchips Dresden, 19. Oktober 2015. „E = mc2“ aufs T-Shirts gedruckt, um auch dem letzten Deppen klarzumachen, dass man Einstein-Fan ist und Physik studiert? Nicht mit Steve Kupke. „Viel zu plakativ“, findet der angehende Doktor der Physik solche offensichtlichen Formeln und Sprüche auf der Brust. Deshalb hat er im Mai in Dresden das Modestudio „Unipolar“ gegründet. Dort designt er seitdem wissenschaftlich ambitionierte Klamotten der nächsten Generation – moderner und stilvoller als die meisten Nerd*-Klassiker. Nun sammelt er beim Internetschwarm Geld für die erste größere Produktionsserie.

Die Greifswalder Leibniz-Physiker setzten kaltes Plasma ein, um Wunden zu heilen. Foto: Heiko Weckbrodt

Plasma-Pflaster heilt Wunden

Greifswalder Physiker wollen damit Verletzungen schließen, die sonst nie verheilen Greifswald, 20. August 2015. Leibniz-Physiker aus Greifswalder haben einen Plasma-Verband entwickelt, der selbst Wunden schließen soll, die sonst keine Salbe und kein Medikament zu heilen vermag.

Dr. Hartmut Fröb (links) und Finanzminister Georg Unland entrollen schon mal eine der Solarfolien aus der Dresdner Helaitek-Fabrik, mit denen die Südfassade am Institutsneubau gepflastert werden sollen. Foto: Heiko Weckbrodt

Ein Mammut und ein Ufo für die Photophysiker

Neues Physikinstitut der TU Dresden wird von organischen Stromsammlern umrankt und saugt sich Wärme vom Superrechner Dresden, 13. August 2015. Das neue Physikinstitut der TU Dresden wird im Herbst 2016 bezugsbereit sein. Es soll dann neben Physikern und Elektronikforschern unter anderem auch ein „Ufo“ und ein „Mammut“ beherbergen. Seine Heizungswärme wird das Institut aus dem benachbarten Supercomputer der Uni saugen, einen Teil seines Stroms durch organische Solarzellen, die das Haus umranken. Das haben der sächsische Finanzminister Georg Unland (CDU) und Dr. Hartmut Fröb vom Institut für angewandte Photophysik (IAPP) angekündigt.

Wenn Protonen und andere schwere geladene Teilchen in der Erdatmosphäre mit Energien von ca. einer Billion Elektronenvolt aufeinandertreffen, entsteht alle acht Sekunden ein Higgs-Superteilchen. Foto (bearbeitet): NASA

Higgs-Superteilchen entsteht im Himmel alle acht Sekunden – ganz ohne Weltmaschine

Nachwuchs-Physiker Josua Unger von der TU Dresden hat per Mathematik in Erdatmosphäre geguckt und Erstaunliches errechnet Dresden, 16. Juli 2015. Als die CERN-Physiker vor fast genau drei Jahren mit dem weltgrößten Teilchenbeschleuniger, dem „Large Hadron Collider“ (LHC), das legendäre Higgs-Boson (irreführenderweise oft auch „Gottesteilchen“ genannt) fanden, war die Fachwelt völlig aus dem Häuschen: Siehe da, das Teilchen, das aller Materie überhaupt Masse verleiht, uns alle gewissermaßen erst im großen Universum verankert hat, ist endlich nachgewiesen! Aber, hmm, wieviel haben wir noch mal für die gigantische Weltantwortmaschine tief unter der französisch-schweizerischen Grenze ausgegeben? Drei Milliarden Euro plusminus? Hätten wir auch billiger haben können, möchte man jetzt fast meinen: Alle acht Sekunden entsteht nämlich auf ganz natürlichem Wege in der Erdatmosphäre ein Higgs-Boson, hat nun ein Dresdner Nachwuchs-Physiker herausgefunden.

Genetiker und Physiker wollen sich im geplanten Zentrum für Systembiologie zusammen tun. abb.: MPI-CBG

Physiker und Biologen wollen Fachgrenzen überwinden

Dresden ist im Juli Gastgeber für Europas größten Biophysik-Kongress Dresden, 16. Juni 2015. Mit welchen „Motoren“ transportieren die Zellen in Lebewesen eigentlich ihre Kraft- und Nährstoffe? Kann man die Selbstkonstruktions-Fähigkeiten von Organismen für die Nanotechnologie nutzen? Welche Supercomputer braucht man, um biologische Prozesse zu simulierten? Mit diesen und weiteren Fragen wollen sich über 1000 Forscher aus aller Welt auf Europas größter Biophysiker-Tagung „EBSA 2015“ vom 18. bis 22. Juli 2015 in Dresden austauschen. Auf der Agenda stehen über 140 Vorträge und 24 Fachsymposien im Internationalen Kongresszentrum am Elbufer, kündigten die „Deutsche Gesellschaft für Biophysik“ (DGfB) und das Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme (MPI-PKS) Dresden an.

Unser Held fühlt sich zum Robin Hood berufen und sprengt die goldgefüllten Tresore des betrügerischen Wildwest-Kapitalisten Grimshaw. Abb.: Rogue Rocket Games

Gunpowder: Explosive Physikrätsel fürs iPad

Pulverspuren legen und Tresore knacken: Spiele-App für destruktive Momente im Leben Mal ehrlich: Spüren wir nicht alle ab und zu destruktive Impulse in uns? So von wegen: Ich würd die ganze Bude jetzt am liebsten in die Luft sprengen? Im zivilen Leben verkneift man sich diese Triebe klugerweise – und unsere Mitmenschen danken es uns. Aber auf dem iPad braucht man solche Rücksichten nicht zu nehmen. Und wer es da mal so richtig krachen lassen will, sollte mal ein geneigtes Auge (oder zwei) auf das neue Actionrätsel-Spiel „Gunpowder“ von „Rogue Rocket“ werfen. Das wurde heute im Apple-Appstore freigeschaltet und weckt den Sprengmeister in uns.

Frank Pillmann. Foto: Rene Gaens, MPI-PKS

Schottky-Preis für Dresdner Quantenphysiker

Planck-Forscher Pollmann ebnet mit Modell von “toplogischen Phasen” einen Weg zum Supercode-Knacker Dresden, 9. Dezember 2014: Die „Deutsche Physikalische Gesellschaft“ (DPG) zeichnet den Dresdner Forscher Dr. Frank Pollmann mit dem renommierten „Walter-Schottky-Preis 2015“ für dessen Untersuchungen von „topologischen Quantenzuständen“ aus. Denn der 36-jährige Wissenschaftler vom „Max-Planck-Institut für Physik komplexer Systeme“ in Dresden hat ein mathematisches Modell entwickelt, um bisher wenig erforschte Phasenübergänge in der Quantenwelt zu erklären. Diese Ansätze könnten in Zukunft einmal den Weg zu Supercomputern ebnen, die imstande sind, viele Geheimcodes binnen Sekunden zu knacken.

Prof. Matthias Vojta. Foto: privat

TU Dresden untersucht frustrierte Magneten

DFG gibt 7,5 Millionen Euro für Sonderforschung Dresden, 23. November 2014: Die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“ (DFG) hat 7,5 Millionen Euro für einen neuen Sonderforschungsbereich „Korrelierter Magnetismus: Von Frustration zu Topologie“ an der TU Dresden bewilligt. Das teilte die TUD mit. Dort wollen universitäre und außeruniversitäre Wissenschaftler gemeinsam ergründen, warum winzig kleine Magnetbausteine manchmal frustriert sind, weil sie nicht zueinander passen – und ob diese Phänomene ausgenutzt werden können, um neuartige Hightech-Materalien zu entwickeln oder Maschinen, die Strom widerstandslos leiten.

Physiker nimmt James Bond ins Visier

Prof. Tolan analysiert in Dresden Stunts des Superagenten Dresden, 3. November 2014: Es gibt nur wenige Menschen auf dem Planeten, die alles, aber wirklich alles drauf haben, was die Gesetze von Naturwissenschaften und Wahrscheinlichkeit eigentlich verbieten: Filmhelden wie James Bond oder Chuck Norris mähen Bösewichte mit der Geschwindigkeit von Photonen nieder, springen im rasenden Flug in der Luft von Düsenjet zu Düsenjet und treffen mit ihren Kanonen Mücken aus zehn Meilen Entfernung zwischen die Augen. Was die Physik dazu sagt und was aus deren Sicht möglich oder zumindest theoretisch vorstellbar und konstruierbar ist und was bloße Kinolegende bleiben wird, versucht der Dortmunder Experimentalphysiker Prof. Metin Tolan demnächst in Dresden zu beantworten.

Prof. Claudia Felser an der neuen Sputter-Anlage. Foto: Dietrich Flechtner

Spin-Speicherchip und embargofreien E-Motoren auf der Spur

Dresdner Planck-Physiker designen in neuen Laboren Werkstoffe aus einzelnen Atomen Dresden, 23. Oktober 2014: Um neue Werkstoffe zu finden, die zu sehr schnellen Spintronik-Speicherchips und besseren Motoren für Elektroautos führen könnten, nimmt das Dresdner Max-Planck-Institut für „Chemische Physik fester Stoffe“ (MPI-CPFS) an der Nöthnitzer Straße Anfang November zwei neue, über zehn Millionen Euro teure Forschungslabore mit einer speziell für die Dresdner Physiker maßgeschneiderten „Sputter“-Anlage offiziell in Betrieb. Dabei handelt es sich um ein automatisch verknüpftes System von Hochvakuum- und Analyse-Kammern, in denen hauchdünne Beschichtungen möglich sind. Außerdem haben die Physiker ein extrem hochauflösendes Elektronenmikroskop bekommen, mit dem sie bis in die Welt der Atome hinabschauen können.

Experimentalphysikerin Ulrike Schnoor und Phyiktheoretiker Markus Bach plaudern mit Besuchern im "Science-Cafe" in der Cafeteria der SLUB Dresden über Zeit und Durchsichtigkeit. Foto: Heiko Weckbrodt

Warum gibt’s noch keine Zeitmaschinen zu kaufen?

Dresdner Physiker beantworteten im „Science Café“ knifflige Laien-Fragen bei Espresso und Kuchen Dresden, 11. Oktober 2014: Warum gibt’s im Baumarkt immer noch keine Zeitmaschinen zu kaufen? Weshalb kann man durch Glas eigentlich durchgucken? Wie kam es, dass sich das Universum nach dem Urknall nicht gleich wieder selbst vernichtet hat? Wie findet man ein Higgs-Boson?* Diese und andere Fragen haben heute sechs Physiker im „Science Café“ in der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek (SLUB) den Dresdnern zu beantworten versucht. “Endlich habe ich den Spin verstanden!” „Ich bin begeistert“, sagte die 74-jährige Medizinerin Gerlinde Burck, die mit Physik-Professor Michael Kobel von der TU Dresden über Einstein, Religion und die kosmologische Konstante ins Plaudern gekommen war. „Endlich habe ich mal den ,Spin’ verstanden!“