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Kommentar: Deutsche Innovationsschwäche liegt auch an Vollkasko-Denken und staatlicher Überregulierung

Immer mehr Deutsche digitalisieren ihre Papierunterlagen. Foto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt
IFoto (bearbeitet): Heiko Weckbrodt

Es sind nicht nur die von Ifo-Präsident Clemens Fuest angesprochenen zwei Stellschrauben Steuerpolitik und Kündigungsschutz, an denen Deutschland drehen muss, um wieder in die Innovations- und Wachstumsspur zurückzukehren. Mittlerweile ist ein Paradigmenwechsel nötig.

Das beginnt mit der immer weiter verbreiteten Technik-, Fortschritts- und Innovationsfeindlichkeit weiter Teile der alt-bundesrepublikanischen Gesellschaft, die Transrapid, Atomkraft und ein freies Internet für Teufelszeug hält. Zu dieser Spielart der „German Angst“ gesellt sich eine Grundeinstellung, die den Beamtenstatus als höchstes Lebensziel sieht und Selbstständigkeit als direkten Weg in die Kapitalismus-Hölle verdammt.

Abgesehen türmen Ordnungspolitiker und Bürokraten inzwischen immer höhere Hindernisse für Unternehmensgründungen und Innovationen auf, sei es nun durch KI-Gesetze, eine ausufernde Datenschutz-Gesetzgebung, immer neue Berichtspflichten oder Ver- und Gebote, Lieferkettengesetze, CO2-Zoll und Entwaldungsverordnungen, mit denen Staat und EU all die politischen Wunschprojekte an die Wirtschaft weiter delegieren, an denen sie mangels Einfluss und Überzeugungskraft gescheitert sind. In Summe mischen sich EU, Staat und Kommune immer stärker in unternehmerisches Handeln ein und verbreiten eine risikoscheue Vollkasko-Mentalität, die genau das Gegenteil von Innovationsfreude ist.

Autor: Heiko Weckbrodt

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger