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Ifo-Chef: Deutschland muss innovationsfreundlicher werden

Prof. Dr. Clemens Fuest beim Besuch in der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt
Prof. Dr. Clemens Fuest beim Besuch in der ifo-Niederlassung Dresden. Foto: Heiko Weckbrodt

Fuest schlägt Steueranreize für Wagnisinvestitionen und Kündigungsschutz à la Dänemark vor

München, 28. August 2025. Deutschland braucht wirtschaftspolitische Reformen, um wieder mehr Innovationen hervorzubringen. Das hat Ifo-Präsident Prof. Clemens Fuest eingeschätzt. Dies sei wiederum notwendig, um aus der Stagnation herauszukommen, in der das Land seit einiger Zeit feststeckt.

„Es braucht durchdachte und umfassende Reformen, die Innovationen einfacher möglich machen“, fordert Fuest. „Sonst wird es schwierig werden, der deutschen Wirtschaft wieder zu nachhaltigem Wachstum zu verhelfen. Im Moment mangelt es noch an einem überzeugenden wirtschaftspolitischen Konzept für mehr Innovationen.“

Konkret schlägt Fuest unter anderem neue Steueranreize vor, damit die Deutschen ihr Erspartes auch in innovative deutsche Jungunternehmen investieren, selbst wenn dies riskanter ist als eine Sparbuch-Anlage. Bisher müssen sich deutsche Gründer ab einem gewissen Kapitalbedarf meist an US-Investoren wenden. Dies gilt vor allem für technologie-orientierte Unternehmungen, wie sie unter anderem in München und Dresden entstehen, da dort oft teure Anlagen- und Geräteanschaffungen nötig sind, mit denen die eigentliche Innovation zur Praxisreife geführt werden kann.

So hart es klingt: Unternehmer muss auch mal Leute entlassen, wenn ein Projekt scheitert

Zudem plädiert Fuest dafür, das Kündigungsrecht zu lockern. Grund: Wenn Unternehmen neue Projekte angehen, müssen sie auch die Chance haben, dafür angeheuerte Mitarbeiter wieder entlassen zu können, wenn das Vorhaben scheitert – ansonsten kann jedes Innovationsprojekt zum existenziellen Risiko für die Firma werden.

Beispiel Dänemark: geringerer Kündigungsschutz, aber gute Absicherung bei Arbeitslosigkeit.

Konkret verweist der Ifo-Präsident auf das Beispiel Dänemark: „Dänemark verbindet geringen Kündigungsschutz mit guter Absicherung bei Arbeitslosigkeit. Dieser Ansatz nennt sich Flexicurity und könnte zumindest für hoch qualifizierte Beschäftigte in Deutschland übernommen werden.“

Autor: hw

Quelle: Ifo

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Kommentar: Innovationsschwäche liegt vor allem an Vollkasko-Denken und staatlicher Überregulierung

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger