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Physiker Hiller erforscht Nanodraht-Elektronik in Freiberg

Prof. Daniel Hiller. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Prof. Daniel Hiller. Foto: TU Bergakademie Freiberg

Neuer Heisenberg-Professor sucht auch nach neuen Quantenmaterialien

Freiberg, 4. August 2021. Die Bergakademie Freiberg schärft ihr Forschungsprofil in der Nanoelektronik und den Quantenmaterialien: Der Dresdner Physiker und Nanodrahtexperte Daniel Hiller hat im Freiberger Institut für Angewandte Physik eine Heisenberg-Professor angetreten, finanziert durch die „Deutsche Forschungsgemeinschaft“. Das geht aus einer Mitteilung der Bergakademie hervor.

Nanodrähte mit Miniaturisierungs-Potenzial

„Die Miniaturisierung von Transistoren auf Chips stößt an immer mehr fundamentale Grenzen, so dass neue Forschungsansätze für die Weiterentwicklung notwendig sind“, betonte Prof. Hiller. Eine Lösung sieht er in wenige Nanometer (Millionstel Millimeter) großen Drähten, die sich zu Transistoren (Minischaltern) und letztlich auch zu kompletten Computerchips zusammenschalten. Damit sich diese Nanodrähte richtig organisieren und Signale gut leiten, will Hiller bisher wenig eingesetzte physikalische und quantenchemische Effekte nutzen. Außerdem forscht er an Quantenmaterialien aus Silizium und Germanium. Dabei hoffen er und seine Kollegen nicht nur auf einen Schub für die Mikro- und Nanoelektronik, sondern auch für die wiedererwachende Photovoltaik-Branche in Sachsen. Denn gezielt erzeugte Defekte in Halbleiter- beziehungsweise Quantenmaterialien können zum Beispiel auch die Energieausbeute von Solarmodulen erhöhen.

Impulse für Solarbranche erwartet

Hier könnten sich auch Andockpunkte zu anderen Instituten und Firmen in Freiberg ergeben: Am Technologiezentrum für Hochleistungsmaterialien (THM) forschen beispielsweise Fraunhofer-Experten ebenfalls an den Potenzialen derartiger Defekte. Und das Schweizer Unternehmen „Meyer Burger“ baut derzeit eine neue Solarmodul-Großproduktion in Freiberg auf – und setzt dabei auf innovative Technologien.

Die Heisenberg-Professuren der DFG sind nach dem deutschen Physiker Werner Heisenberg (1901-1976), der im Alter von 31 Jahren den Nobelpreis für Physik erhielt. Er entdeckte wichtige Gesetze der Quantenmechanik, unter anderem die nach ihm benannte „Heisenbergsche Unschärferelation“. Jede Inhaber einer Heisenberg-Professur tritt insofern in große Fußstapfen.

Daniel Hiller ist promoviertere Physiker. Er war unter anderem am Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf sowie an der TU Dresden tätig und absolvierte Forschungsaufenthalte in Europa und Australien.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: TU Bergakademie Freiberg, Oiger-Archiv