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Sachsens Industrie schrumpft

Leichtbauroboter tragen im BMW-Werk Leipzig Kleber auf Scheiben auf. Künftig sollen noch mehr Industrieroboter eingesetzt werden. Foto: BMW
Leichtbauroboter tragen im BMW-Werk Leipzig Kleber auf Scheiben auf. Künftig sollen noch mehr Industrieroboter eingesetzt werden. Foto: BMW

Vor allem Autoindustrie kämpft mit Umstrukturierungen und schwächelnder Weltwirtschaft

Kamenz, 16. Januar 2020. Die sächsische Industrie schrumpft weiter, während die Baufirmen gute Umsätze machen. Das geht aus einer Mitteilung des statistischen Landesamtes in Kamenz hervor.

Umsätze um 2,6 % gesunken

Demnach sanken die Umsätze im verarbeitenden Gewerbe in den ersten zehn Monaten des Jahres 2019 um 2,6 Prozent auf 50,6 Milliarden Euro. Schuld daran waren offenbar neben den internationalen Spannungen und Handelskriegen vor allem der Umbau und die Krisenerscheinungen im Autosektor. „Die 37.081 Beschäftigten dieses Bereiches erbrachten fast 14 Milliarden Euro Umsatz, knapp acht Prozent weniger als im Vergleichszeitraum“, informierten die Landesstatistiker. Vor allem VW hatte 2019 weniger Autos in Sachsen produziert, da der Konzern sein Werk Zwickau vollständnig auf Elektroautos umgerüstet hatte.

Belegschaft ist aber sogar etwas gewachsen

Allerdings hoffen die Chefs vieler Betriebe womöglich auf ein baldiges Ende der Flaute. Sie versuchen daher ihre Leute zu halten: Die Belegschaft in der sächsischen Industrie legte trotz sinkender Umsätze um 1,2 Prozent auf 240.077 Beschäftigte zu.

Besser sieht es im Baugewerbe aus, das kaum vom Export abhängt, sondern von der Binnennachfrage getrieben wird – beispielsweise durch Aufträge von Bund, Land, Kommunen, Wohnungsbauinvestoren und anderen Privatiers. So steigerten die sächsischen Baufirmen ihre Umsätze insgesamt um 8,4 Prozent auf fast fünf Milliarden Euro. Die Beschäftigtenzahl erhöhte sich dabei um 3,2 Prozent.

Unterm Strich haben die Krisenerscheinungen in der Industrie bisher nicht auf den Arbeitsmarkt durchgeschlagen: „Mit einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent wurde 2019 ein neues Rekordtief verzeichnet“, hieß es vom Landesamt.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger