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Sachsen und Brandenburg werben gemeinsam für Lausitz

Braunkohle-Kraftwerk von Vattenfall Boxberg in der Oberlausitz. Der schwedische Konzern hat bereits angekündigt, sich aus der ostdeutschenBraunkohle zurückziehen zu wollen. Foto: Vattenfall
Braunkohle-Kraftwerk in der Oberlausitz. Foto: Vattenfall

Dresden/Potsdam, 10. Januar 2020. Die sächsischen und die Brandenburger Wirtschaftsförderer wollen ab sofort mit einem gemeinsamen Investorenportal www.lausitz-invest.de um Firmenansiedlungen in der Lausitz werben. Das haben die Wirtschaftsförderungs-Behörden in Dresden und Potsdam mitgeteilt. Bald werde auch ein Portal www.lusatia-invest.com auf Englisch und Polnisch folgen.

Neue Portal soll Investoren locken

Das neue Portal sei „ein wichtiger und effizienter Baustein zur Unterstützung des Strukturwandels der Lausitz“, schätzte Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) ein. „Die zentrale Darstellung der Lausitz als Investitionsstandort ist ein wichtiger Schritt für die erfolgreiche weltweite Bewerbung für neue Ansiedlungen“, ergänzte sein Amts- und Parteikollege Martin Dulig aus Dresden.

„Mit internationalen Ansiedlungserfolgen wie der japanischen Firma Fuji Oil (Golßen), dem spanischen Unternehmen Tradebe (Schwarzheide) sowie den beiden Schweizer Ansiedlungen von Yellow Tec (Görlitz) und BELIMO Automation (Großröhrsdorf) ist die Investorenwerbung für die Lausitz im Jahr 2019 bereits erfolgreich gestartet“, schätzte die Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) ein.

Über die Lausitz

Die Lausitz gilt als zwar landschaftlich schöne, aber wirtschaftlich eher schwache Region, die bisher stark von der Braunkohle zehrte. Wegen des Kohleausstiegs, aber auch durch die demografische Überalterung steht der Region ein harter Strukturwandel bevor. Den wollen der Bund und die beiden direkt involvierten Bundesländer Sachsen und Brandenburg abfedern, indem sie in der Lausitz neue Straßen bauen, Forschungsinstitute ansiedeln, die Deutsche Bahn zu besseren Eisenbahnverbindungen drängen – und eben durch Firmenansiedlungen. Zur Debatte steht auch, in der Lausitz eine Sonderwirtschaftszone mit niedrigen Steuersätzen einzuführen. Diese Idee ist aber umstritten.

In der Lausitz leben über 1,3 Menschen, davon etwa eine Million auf deutscher Seite und zirka 350.000 auf polnischer Seite. Zu den größten Arbeitgebern zählen die Braunkohle-Tagebaue und -Kraftwerke, das Eisen- und Stahlwerk in Eisenhüttenstadt, BASF Schwarzheide, Bombardier und Siemens – wobei die letzteren beiden seit Jahren als Wackelkandidaten gelten.

Autor: hw

Quellen: WFS, Oiger-Archiv, Wikipedia

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger