Geschäftsklima hat sich deutlich abgekühlt
Dresden, 10. Oktober 2019. Der sächsische Mittelstand bekommt immer stärker die sich anbahnende Flaute der Weltwirtschaft zu spüren. Das hat der Finanzdienstleister „Creditreform Dresden“ heute eingeschätzt. „Der Creditreform-Geschäftsklimaindex (CGK) büßte 18,7 Zähler ein und notiert aktuell bei 16,1 Punkten“, teilte das Unternehmen mit. Zum Vergleich: Im Herbst 2018 lag dieser Index noch bei 34,8 Punkten. „Die mittelständische Wirtschaft in Sachsen gerät in den Konjunkturabschwung“, erklärte Creditreform Dresden.
Dennoch: Jeder Zweite will investieren
Der Geschäftsklima-Index beruht auf Umfragen unter Chefs von kleinen und mittleren Unternehmen im Freistaat. Creditreform fragte dabei beispielsweise die Geschäftserwartungen, die Umsatzentwicklung und die Investitionspläne ab. Bemerkenswert dabei: Trotz schwächerer Auftragslage sieht nur eine Minderheit der sächsischen Unternehmer wirklich pessimistisch in die Zukunft. Und immerhin jeder Zweite plant Investitionen und Kapazitätserweiterungen in den nächsten Monaten.
Sachsens Unternehmer mögen keine Schuldenmacherei
Hier zahle sich womöglich die Strategie der Sachsen aus, möglichst wenig Schulden zu machen und ihr Wachstum aus eigenen Einnahmen zu finanzieren, mutmaßen die Creditreform-Analytiker. Zwar ist der Anteil eigenkapitalstarker sächsische Betriebe im Vergleich zum Vorjahr von 34 auf 31 Prozent gesunken. Aber dieser Wert ist immer noch weiter besser als in anderen Bundesländern. „Damit verfügen sächsische Unternehmen über eine sehr hohe Eigenkapitalquote, die dazu beiträgt, konjunkturelle Dellen gut zu überwinden“, schätzt Creditreform Dresden ein. „Auch die im Freistaat vorherrschende kleinteilige Wirtschaft erweist sich in Krisenzeiten als besonders vorteilhaft.“ Zum Verständnis: Als eigenkapitalstark gilt ein Unternehmen, deren Kapital sich zu höchstens 70 Prozent aus Krediten und anderen Fremdquellen speist.
In Leipzig jede zehnte Firma nicht kreditwürdig – Dresdner betriebe schneiden besser ab
Schlechte Bonitätsnoten – und damit Probleme, überhaupt an Kredite zu kommen – haben vor allem Restaurants, Hotels, Verkehrsbetriebe, Baufirmen und Autohändler bekommen. Besonders niedrige Bonitätseinstufungen haben Betriebe aus Leipzig, Nordsachsen und dem Vogtland von den Creditreform-Experten erhalten. In Leipzig beispielsweise hat mehr als jedes zehnte Unternehmen eine negative Bonitätsnote bekommen. In Dresden hingegen gelten nur sieben Prozent der Firmen als nicht kreditwürdig. Damit liegt die Landeshauptstadt unter dem Sachsen-Durchschnitt von 7,72 Prozent.
In die Bonitätsnote fließen bei Creditreform mehrere Kriterien ein. Dazu zählen auch Insolvenzanträge, Anträge auf Restschuldbefreiung oder gerichtliche Anordnungen von „Sicherungsmaßnahmen“.
Autor: hw
Quelle: Creditreform Dresden
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