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Wissenschaftsnacht mit Robot, Krokodil und Laserschwert

Blick in eine Experimentalkammer im ELBE-Komplex des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, an die bereits der Draco-Laser angeschlossen ist. Foto: Heiko Weckbrodt, "Creative Commons"-Lizenz 3.0 (freie Nutzung unter Namensangabe)

Foto: Heiko Weckbrodt, „Creative Commons“-Lizenz 3.0 (freie Nutzung unter Namensangabe)

Über 700 Veranstaltungen: Größte Wissenschaftsnacht in Dresden startet heute

Dresden, 10. Juni 2016. Diese Nacht wird in Dresden lang, Tausende Wissbegierige werden sich mit Kind und Kegel durch die Straßen wälzen. Denn von 18 bis 1 Uhr laden heute die Forscher zur größten „Langen Nacht der Wissenschaften“ ein, die Dresden bisher erlebt hat. Unter dem Motto „Staunend durch die Nacht!“ präsentieren sie in über 700 Veranstaltungen an 160 Standorten auf unterhaltsame Weise Experimente, Shows, Vorträge und Wettbewerbe rund um ihre Lieblings-Forschungsthemen. Der Eintritt ist frei. 284 Veranstaltungen sind ganz speziell für Kinder konzipiert. Vor allem auf und um den TU-Campus geht die Post ab. Vielen interessante Institute sind aber über das Stadtgebiet verteilt. Hier nur eine ganz winzige Auswahl aus dem illustren Programm.

Museums-Roboter „Tesaro“ (hier vor einem alten Endim-2000-Großrechner) moderiert den Science Slam in den Technischen Sammlungen. Foto: Museen der Stadt Dresden

Museums-Roboter „Tesaro“ (hier vor einem alten Endim-2000-Großrechner) moderiert den Science Slam in den Technischen Sammlungen. Foto: Museen der Stadt Dresden

Wissenschaft spannend erzählt ist das Motto eines „Science Slams“, zu dem die Technischen Sammlungen, Junghansstraße 1, ab 22 Uhr einladen: Moderiert vom Museums-Roboter „Tesaro“ rappen, dichten, singen und präsentieren Professoren und Studenten ihre Forschungen – und zwar so, dass das jeder versteht. Jeder hat zehn Minuten. Dann stimmt das Publikum über den besten Wissenschafts-Entertainer ab.

Das Lichtjahr 2015 endet, 2016 naht. Das Hintergrundfoto hier war übrigens der Aprilscherz des CERN, das hier einen seiner riesigen Detektoren mit einem hineinmontierten Lichtschwert-Jedi konfrontierte. Originalfoto (modifiziert): Max Brice and Daniel Dominguez/CERN

Originalfoto (modifiziert): Max Brice and Daniel Dominguez/CERN

Warum mühsam bei Meister Yoda das ganze Jedi-Azubi-Gedöhns lernen, wenn es eine Abkürzung gibt? Laserschwerter selber basteln können nämlich junge Padawane ab 18 Uhr im Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) an der Winterbergstraße. Die Strahlenexperten dort erklären und zeigen aber auch Erwachsenen, was man mit Laser-Technik so alles anstellen kann. Auch die anderen Institute auf dem Fraunhofer-Campus in Dresden-Gruna haben ein familien-kompatibles und spannendes Programm an insgesamt 50 Stationen vorbereitet.

Ein Graphen-Nanoband wurde an der Spitze eines Rasterkraftmikroskops verankert und über eine Goldoberfläche gezogen. Die beobachtete Reibungskraft war äußerst gering.. Visualisierung: Universität Basel, Fachbereich Physik

Ein Graphen-Nanoband. Visualisierung: Universität Basel, Fachbereich Physik

Nanotechnologie im Eigenbau ist ein Angebot in der Hallwachsstraße 3, das sich ab 18 Uhr vor allem an Kinder richtet. Unter der Aufsicht ausgefuchster Nanoforscher konstruieren sie Moleküle, experimentieren und modellieren am Computer.

Hagen Vogel zeigt das Modell eines Krokodil-Schädels, das im Prototypen-Zentrum Dresden mittels 3D-Druck aus Polyamid hergestellt wurde. Foto: Heiko Weckbrodt

Hagen Vogel zeigt das Modell eines Krokodil-Schädels, das im Prototypen-Zentrum Dresden mittels 3D-Druck aus Polyamid hergestellt wurde. Foto: Heiko Weckbrodt

Ein zweites Dasein durch Hightech-Gnaden bekommt das verstorbene Dresdner Zoo-Krokodil Max oben in Klotzsche spendiert: Das Landesamt für Archäologie und die Senckenberg-Sammlungen formen im Haus Zur Wetterwarte 7 (18-24 Uhr) den Krokodil-Schädel per 3D-Drucker nach, zeigen außerdem Max’ Skelett in voller Größe. Auch erzählen die Archäologen über die letzten Monate des römischen Feldherrn Varus, der des Kaisers Legionen an die Germanen verlor und sich entleibte.

Veit Etzold. Foto: Veit Etzold

Veit Etzold. Foto: Veit Etzold

Die „dunklen Seiten der sozialem Netzwerke, Exorzismus und Kannibalismus“ führt Krimi-Autor Veit Etzold zusammen mit seiner Gattin, der Rechtsmedizinerin Saskia Etzold, den Gästen der Jungendbibliothek „medien@age“ in der Waisenhausstraße 8 vor. Er liest ab 21 Uhr Passagen aus seinem aktuellen Thriller „Der Totenzeichner“ vor und beratschlagt sich zwischendurch mit der Rechtsmedizinerin seines Vertrauens – und verdeutlicht so, wie ein spannender und stimmiger Krimi entsteht.

Zum Beweis haben die Forscher große Lasten auf die Kohlenstoff-Hocker gestapelt. Foto: IPF

Zum Beweis haben die Forscher große Lasten auf die Kohlenstoff-Hocker gestapelt. Foto: IPF

Warum wenige Moleküle in Ultragiften von Schlangen über Leben oder Tod entscheiden, erkläret Chemieexperte Hans-Georg Braun ab 20.30 Uhr im Leibniz-Institut für Polymerforschung, Hohe Straße 6. Bereits gegen 18 Uhr beginnt am Institut ein buntes Vortrags- und Experimentalprogramm mit Labor-Führungen. Besonders imposant: Ein graziler 700-Gramm-Hocker aus Faserverbundstoffen, der bis zu 200 Kilogramm tragen kann.

Die Neuronen-Netze im Gehirn geben der Wissenschaft immer noch unzählige Rätsel auf: Von einem Gesamtverständnis der komplexen Prozesse im menschlichen Gehirn sind die Forscher noch weit entfernt. Abb.: DARPA

Abb.: DARPA

Aufregend wird es auch in der Hochschule für Technik und wirtschaft: Dort treibt sich der dunkle Starwars-Lord Darth Vader im Assessment Center herum und im Hochstromlabor gibt es AC/DC. Die HTW-Experten stellen sich Fragen wie: Wie sendet ein Taschenrechner Musik und was hat das mit Datensicherheit zu tun? Was nutzt mir OpenStreetMap? Lässt sich die Seele vermessen? Wie kommt die Erde auf die Karte? Und warum müssen auch Kühe zur Fußpflege?

Technische Daten:

  • Die Veranstaltungen sind gratis. Das Programm beginnt in den meisten Instituten und Unternehmen gegen 18 Uhr.
  • Das komplette Programm ist im Internet über diese Adresse abrufbar.
  • Alle Besucher der Wissenschaftsnacht dürfen heute von 18 bis 1 Uhr kostenfrei die Busse und Straßenbahnen der DVB nutzen. Vorzuzeigen ist der DVB-Fahrschein aus dem Programmheft oder das digitale Ticket, das auch hier zu finden ist (einfach ausdrucken und vorzeigen):
DVB-Ticket für die Wissenschaftsnacht.

DVB-Ticket für die Wissenschaftsnacht.

  • Internet-Kennung: Neben der Homepage wissenschaftsnacht-dresden.de lohnt es sich, in dieser Nacht alles mit der Internet-Kennung („Hashtag“) #LNdWDD im Auge zu behalten: Über Twitter, Facebook und Instagram verbreiten Forscher wie Besucher aktuelle Infos und Bilder.
  • Der Oiger berichtet ebenfalls live über die Kennung #LNdWDD.
  • Whatsapp-Service: Wer sich mit der Nummer 0151/10993599 verknüpft, kann die ganze Nacht über Infos von den Veranstaltern bekommen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

35.000 kamen zur Wissenschaftsnacht 2016

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