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Populisten agieren vor allem anti-elitär und anti-pluralistisch

Professor Jan-Werner Müller. Foto: Heiko Weckbrodt

Professor Jan-Werner Müller. Foto: Heiko Weckbrodt

Kassel, 25. April 2016. Der Wesenskern heutiger Populisten ist vor allem eine anti-elitäre und anti-pluralistische Einstellung. Diesen Definitionsversuch hat Professor Jan-Werner Müller von der Princeton-Universität heute auf einer Populismus-Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kassel unternommen. Wesentlich sei weder ihre völkische, rechte oder emotionale Ausrichtung, sondern ihr „moralischer Alleinvertretungsanspruch“ für einen von ihnen angenommenen „reinen“ Volkswillen. Temor: Sie vertreten eine schweigende Mehrheit, die sich nicht zu äußern wagt oder von der „Lügenpresse“ und „dem System“ in die Irre geführt wird.

Potenziell stelle jede populistische Bewegung insofern die repräsentative Demokratie grundsätzlich in Frage, argumentierte Professor Müller. Denn mit ihrer Argumentation, eine schon seit Jahren schweigende Mehrheit zu repräsentieren, säen sie grundsätzlichen Zweifel an einem System, dass solch eine „schweigende Mehrheit“ nicht zu Wort kommen lasse. Auch daher lasse sich erklären, dass viele populistische Bewegungen in den USA wie in Europa von einem verkorksten politischen System sprechen, dass es zu „reinigen“ gelte. Auch die Affinität zu Verschwörungstheorien lasse sich so erklären. Autor: Heiko Weckbrodt

Hinweis: Dieser Bericht ist (in leicht abgewandelter Form) als Teil einer journalistischen Artikelserie für die sächsische Landeszentrale für politische Bildung entstanden. Die Beiträge sind hier im Blog der Landeszentrale zu finden.  

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