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Populisten agieren vor allem anti-elitär und anti-pluralistisch

Professor Jan-Werner Müller. Foto: Heiko Weckbrodt
Professor Jan-Werner Müller. Foto: Heiko Weckbrodt

Kassel, 25. April 2016. Der Wesenskern heutiger Populisten ist vor allem eine anti-elitäre und anti-pluralistische Einstellung. Diesen Definitionsversuch hat Professor Jan-Werner Müller von der Princeton-Universität heute auf einer Populismus-Tagung der Bundeszentrale für politische Bildung in Kassel unternommen. Wesentlich sei weder ihre völkische, rechte oder emotionale Ausrichtung, sondern ihr „moralischer Alleinvertretungsanspruch“ für einen von ihnen angenommenen „reinen“ Volkswillen. Temor: Sie vertreten eine schweigende Mehrheit, die sich nicht zu äußern wagt oder von der „Lügenpresse“ und „dem System“ in die Irre geführt wird.

Potenziell stelle jede populistische Bewegung insofern die repräsentative Demokratie grundsätzlich in Frage, argumentierte Professor Müller. Denn mit ihrer Argumentation, eine schon seit Jahren schweigende Mehrheit zu repräsentieren, säen sie grundsätzlichen Zweifel an einem System, dass solch eine „schweigende Mehrheit“ nicht zu Wort kommen lasse. Auch daher lasse sich erklären, dass viele populistische Bewegungen in den USA wie in Europa von einem verkorksten politischen System sprechen, dass es zu „reinigen“ gelte. Auch die Affinität zu Verschwörungstheorien lasse sich so erklären. Autor: Heiko Weckbrodt

Hinweis: Dieser Bericht ist (in leicht abgewandelter Form) als Teil einer journalistischen Artikelserie für die sächsische Landeszentrale für politische Bildung entstanden. Die Beiträge sind hier im Blog der Landeszentrale zu finden.  

Repro: Oiger, Original: Madeleine Arndt

Heiko Weckbrodt

[caption id="attachment_177887" align="aligncenter" width="155"]Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski Heiko Weckbrodt. Foto: Katrin Tominski[/caption] Heiko Weckbrodt war 16 Jahre als Redakteur bei den "Dresdner Neuesten Nachrichten" tätig und betreute dort neben anderen Themen die Schwerpunkte Wirtschaft, Technologieunternehmen und Forschung sowie die Computerseite. Studiert hat er Publizistik und Geschichte mit dem Fokus DDR-Wirtschaftsgeschichte. Inzwischen ist er als freiberuflicher Journalist tätig und publiziert vor allem auf der Nachrichtenplattfom "Oiger", schreibt aber gelegentlich auch für andere Magazine und Publikationen. Lieblingsbeschäftigung: Lesen! Privat schreibt er über seine Ausflüge auf dem Blog "Reise-Oiger". Heiko Weckbrodt ist Autor der Sachbücher

Profile

Kurzvita:

•  Geboren 1970 • 1991-96 Studium der Geschichte und Publizistik an der Freien Universität Berlin • 1990-1997: zunächst nebenberuflich, später als Vollzeitjob freier Journalist (u. a. Siegener Zeitung, Sächsische Zeitung, Dresdner Neueste Nachrichten) • 1999-2000 Volontariat bei den Dresdner Neuesten Nachrichten • 2000-2014: Redakteur bei den Dresdner Neuesten Nachrichten (u.a. Gerichtsreporter, Sozialpolitik, Wirtschaft, Forschung) • seit 2015: freiberuflicher Journalist und Herausgeber des Nachrichtenportals Oiger

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