Astrophysik & Raumfahrt
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Solarwind machte Mars lebensfeindlich

Die künstlerische Visualisierung zeigt, wie der geladene Sonnenwind immer mehr Gas aus der Mars-Atmosphäre ins All schleudert. Visualisierung: NASA/GSFC

Die künstlerische Visualisierung zeigt, wie der geladene Sonnenwind immer mehr Gas aus der Mars-Atmosphäre ins All schleudert. Visualisierung: NASA/GSFC

NASA-These: Sonnenpartikel dünnen die Luft unseres Nachbarplaneten immer mehr aus

Sonnensystem, 8. November 2015. Der hochenergetische Sonnenwind ist wahrscheinlich schuld daran, dass sich unser Nachbarplanet Mars von einer einst wahrscheinlich feuchtwarmen Welt in einen lebensfeindlichen, trockenen und kalten Felsen verwandelt hat. Diese Hypothese haben US-Forscher aufgestellt und stützten sich dabei auf neuere Messungen der NASA-Raumsonde „Mars Atmosphere and Volatile Evolution“ (MAVEN).

Denn auch durch andere Erkundungsmissionen – wie beispielsweise durch die Ausflüge des Mars-Rovers „Opportunity“ – sind sich die Astrophysiker inzwischen ziemlich sicher, dass es vor Milliarden Jahren flüssiges Wasser auf dem Mars gegeben hat. Dies wiederum wäre eine Voraussetzung für mögliches Leben auf dem Roten Planeten gewesen. Inzwischen ist der Mars jedoch mit einiger Sicherheit zu trocken und zu kalt, um Leben zu erhalten.

Visualisierung des Sonnenwind-Effekts
auf die Marsluft (NASA):
 

Sonnenstürme entreißen Mars besonders viel Atmosphäre

Schuld daran ist nach den MAVEN-Befunden der Strom aus Protonen und Elektronen, der von der Sonne mit hoher Geschwindigkeit den Mars erreicht. Die geladenen Partikel in diesem Sonnenwind erzeugen elektrische Felder, die geladene Rumpfatome (Ionen) aus der Mars-Atmosphäre herausreißen. Dadurch verliert die Mars-„Luft“ zwar pro Sekunde nur ein paar 100 Gramm Gas. Aber über Milliarden Jahre hinweg hat dieser Effekt die Atmosphäre so ausgedünnt, dass der Planet lebensfeindlich wurde, so die Hypothese. Zudem verstärken sich diese Effekte in Zeiten besonders starker Sonnenaktivitäten, wie erst im März 2015 bei einem Solarsturm von MAVEN gemessen. Offen bleibt dann allerdings noch die Frage, warum ähnliches nicht mit der Erdatmosphäre geschehen ist – immerhin ist die Erde der Sonne näher als der Mars.

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