Dresden-Lokales

Käfer, Kübel & heiße Karossen

Vor allem auch die alten Trabbis ziehen heute viel Aufmerksamkeit auf sich. Foto: Heiko Weckbrodt

Vor allem auch die alten Tabanten ziehen heute viel Aufmerksamkeit auf sich. Foto: Heiko Weckbrodt

„TUD Campus Classics 2015“: Profs, Alumni und Studenten in 70 Oldtimern

Dresden, 9. Mai 2015. Nach heißem Leder riecht es an diesem Samstag hinter dem Dresdner TU-Hörsaalzentrum, nach Zweitakter-Abgasen und gelegentlich auch nach durchgebrannten Zylinderkopf-Dichtungen. Die Morgensonne spiegelt sich vieldutzendfach auf lackiertem Stahl in weinrot, dunkelgrün, Schwarz und knallgelb. Der Himmel ist den Oldtimer-Fahrern wohlgesonnen: In der Frühe hatte es noch geregnet, jetzt ist herrlichstes Ausfahrt-Wetter für die „TUD Campus Classics 2015“. „Hoffentlich bleibt das Wetter so“, sinniert Georg Christian Lehmann, der sein „MG Midget 1500“-Cabrio mustern. „Sonst muss ich das Verdeck draufziehen und dann wird’s so eng.“ Er freut sich schon auf die Ausfahrt: „Das macht Spaß, man kann sich mal mit Gleichgesinnten unterhalten und die Natur genießen.“

Vom Uralt-Ford bis zum 90er-Jahre-Porsche

Rund 70 ganz offensichtlich liebevoll gepflegte Automobile vergangener Jahrzehnte haben sich hier versammelt, vom 1930er-Ford bis zum 90er-Jahre-Porsche, ein Trabbi-Kübelwagen ist darunter, einige sehr schön erhaltete rundgelutschte 311er Wartburgs, aber auch amerikanische Straßenkreuzer und Retro-Sportwagen.

Video-Impressionen (hw):
 

 

Ausfahrt „TUD Campus Classics 2015“ soll auch Uni-Verwurzelung in der Region bekräftigen

Während der diesjährigen „TUD Campus Classics“ rollen Professoren, Techniker, Studenten und Alumni gemeinsam in alten Automobilen erst gen Moritzburg im Norden, unternehmen dann Abstecher zum Forschungszentrum Rossendorf, zum TU-Altlasteninstitut in Pirna und anderen Forschungsstandorten rings um Dresden. Die Ausfahrt verbinde mehrere Anliegen, betonte Organisatorin Marlene Odenbach von der TU Dresden. „Zum einen ist es eine Begegnung unter verschiedenen Mitgliedern der Universität, eben aktuelle Studierende und Mitarbeiter, aber auch Ehemalige der TU Dresden. Es ist aber auch eine Verbindung in die Region, denn die Ausfahrt berührt Punkte, an denen die TU und ihre ,dresden concept’-Partner Standorte haben.“

Galerie:

Prof. Donsbach: Ich finde die Idee gut

Auch Professor Wolfgang Donsbach von den Kommunikationswissenschaftlern, der mit seinem schwarzen Porsche (Baujahr 91) mitdüst, ist angetan von der Aktion. „Ich finde die Idee gut“, sagt er auf Oiger-Anfrage. „Sie zeigt doch, dass auch Professoren andere Interessen haben als nur Vorlesungen zu halten und Forschungen zu machen.“ Das bringt Studenten und Professoren für einen ganzen Tag auch einmal außerhalb des Hörsaals zusammen.

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165 Kilometer für die knatternde Blechlawine

Während Organisatorin Odenbach nun ihren eigenen tiefroten Käfer anlässt, werden ringsum die letzten Zündkabel eingestöpselt, die Poliertücher noch mal über den Lack gestrichen, knallen die Motorhauben und Türen von alten Tatras, IFAs, Fords und Wartburgs – und wenige Minuten später geht es auch schon los: Knatternd, brummend, säuselnd und brodelnd setzen sich die Oldtimer in Bewegung, Fahrer winken, Schaulustige reißen eilig ihre Kameras und Smartphones hoch und der Tross rollt Automobil für Automobil vom Uni-Campus. 165 Kilometer hat die Blech- und Papplawine heute vor sich – und dürfte sich überall großer Aufmerksamkeit gewiss sein: Qualm liegt in der Luft, die Mororhauben blitzen und zu überhören sind die schönen Oldtimer auf keinen Fall. Autor: Heiko Weckbrodt

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