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Dresden is a strange City

Von Minigolf in einer Dresdner Kneipe war Blogger "zegreengeekette" fasziniert. Foto: zegreengeekette

Von Minigolf in einer Dresdner Kneipe war Blogger „zegreengeekette“ fasziniert. Foto: zegreengeekette

Dresdner Touristiker luden 22 Reiseblogger ein – die Beiträge erreichten 4 Millionen Menschen

Dresden, 10. April 2015: Die Dresdner Touristiker sind mit ihrem Reiseblogger-Pilotprojekt zufrieden. Von Januar bis März hatten sie nacheinander 22 Netztagebuch-Schreiber aus aller Welt in die sächsische Landeshauptstadt eingeladen, damit die einen eher jungen Blick auf die Stadt werfen und über die Kontaktnetzwerke und Blogs in die Welt hinausposaunen. Und die haben auch tatsächlich recht fleißig digital posaunt: Etwa 2000 Postings (Kurzmeldungen) und Internet-Berichte haben die Organisatoren gezählt, fast vier Millionen Menschen rund um den Erdball hätten diese Statusmeldungen aus Dresden gelesen.

„Dabei sind Bilder Dresdens aus völlig neuen Perspektiven entstanden – von Graffiti-Kunstwänden und verspielten Hinterhöfen in der Neustadt über verkleidete Personen in der Altstadt bis zum schmiedeeisernen Gullideckel in Meißen“, freut sich Bettina Bunge, die Chefin der „Dresden Marketing GmbH“ (DMG), die das Projekt gemeinsam mit der „Deutschen Zentrale für Tourismus“ (DZT) organisiert hatte. Sie hatten den Bloggern Reise und Unterkunft bezahlt und eine Vor-Ort-Betreuung organisiert.

Vonneguts Schlachthaus, Straßenkunst & Minigolf in der Kneipe

Dass die Blogger-Berichte eben manchmal – nicht immer – etwas anders ausfallen als die von klassischen Reise-Journalisten, zeigt sich beim Blick auf die Internet-Beiträge: „Dresden is a strange City. It was almost totally burnt to the ground…” („Dresden ist eine seltsame Stadt. Sie wurde fast vollständig niedergebrannt…”), beginnt beispielsweise Blogger Nick aus Italien seinen Bericht über Straßenkunst in Dresden. „Ce qui nous a frappé, c’est qu’il n’y a pas une Dresde, mais bien deux villes dans une seule, tout à fait différentes” („Was uns erstaunt hat war, dass es nicht ein Dresden gibt, sondern eigentlich zwei Städte, die total verschieden sind“), schildert Manuelle aus Frankreich ihre Beobachtungen über die großen Unterscheide zwischen Alt- und Neustadt in Dresden.

Andere haben Segway-Stadttouren gemacht, sich auf sächsische Speisen gestürzt, das „Schlachthaus Nr. 5“ aus Kurt Vonneguts Roman gesucht oder Minigolf-Spiele in einer Dresdner Bar fotografiert. Viel Spaß habe er dort gehabt, auch wenn er immer wieder verloren habe, postete der französische Reiseblogger „zegreengeekette“ auf Instagram.

DMG-Chefin Bunge zeigte sich jedenfalls angetan von der Aktion und möchte das Konzept weiterverfolgen: Sie wolle „auch in Zukunft intensiv mit Bloggern aus dem In- und vor allem dem Ausland zusammenarbeiten“. hw

Zum Weiterlesen:

Internationale Reiseblogger ziehen durch Dresden