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Wachstums-Dekade für Halbleiterindustrie erwartet

Klasissche MRAMs auf einem Wafer des US-Unternehmens Everspin. Foto: Everspin

Foto: Everspin

IC Insights prognostiziert 4,1 Prozent Plus pro Jahr

Scottsdale, 22. Januar 2015. Die globale Halbleiterindustrie wird in der aktuellen Dekade bis 2019 deutlich stärker wachsen als im eher enttäuschenden „Nuller“-Jahrzehnt von 2000 bis 2009, nämlich um durchschnittlich 4,1 Prozent pro Jahr statt nur 0,5 Prozent jährlich. Das hat das US-Marktforschungsunternehmen „IC Insights“ prognostiziert.

Impulse durch Internet der Dinge

Vor allem die wachsende Chip-Nachfrage für mobile, vernetzte Elektronik werde für Impulse sorgen, meinen die Analysten in Scottsdale in Arizona. Sie denken da insbesondere an das sogenannte „Internet der Dinge“ und den Trend, immer mehr Daten auf mobilen Geräten auszutauschen – sowohl im Privatsektor als auch in der Geschäftswelt. Beides dürfte eine steigende Nachfrage für Funk-, Speicher- und Logik-Halbleiter nach sich ziehen.

Die rote Linie zeigt die durchschnittliche Jahresrate der jeweiligen Dekade, die Balken stehen für den Gesamtumsatz der Mikroelektronik im jeweiligen Jahr. Grafik: IC Insights

Die rote Linie zeigt die durchschnittliche Jahresrate der jeweiligen Dekade, die Balken stehen für den Gesamtumsatz der Mikroelektronik im jeweiligen Jahr. Grafik: IC Insights

Rosige Chips-Dekaden sind indes passé

Allerdings kannte die Branche auch schon deutlich rosigere Jahrzehnte: In den 1980ern zum Beispiel hatte der rasch wachsende PC-Markt für durchschnittliche Wachstumsraten von fast 17 Prozent pro Jahr gesorgt, vor allem Speicherhersteller legten damals stark zu. In den 1990ern erreichte die Halbleiterindustrie immerhin noch ein Jahresdurchschnitts-Wachstum von 13,6 Prozent, getrieben vom Gigahertz-Rennen zwischen Intel und AMD um die schnellsten PC-Prozessoren und den Hardware-Hunger immer neuer Windows-Versionen von Microsoft.

Schwache Nuller-Dekade

Um das Jahr 2000 herum platzte jedoch die sogenannte Dot-Com-Blase und sorgte für dämpfende Folgeeffekte in der Mikroelektronik. Danach schlitterte die Branche 2008/2009 in die tiefste Chip-Krise ihrer Geschichte. Dies sorgte für eine massive Marktbereinigung – man denke beispielhaft an die Qimonda-Pleite in Deutschland – und Stagnation mit nur 0,5 Prozent Wachstum pro Jahr im Schnitt.

Übrig blieben weniger Hersteller von Speicherchips, weniger Halbleiterunternehmen mit eigenen Fabriken. Auch hier ein prominentes Beispiel mit Wirkungen in Deutschland: AMD gliederte seine Dresdner Fabrik als Auftragsfertiger „Globalfoundries“ aus und verkaufte sie dann an arabische Investoren. Die Marktbereinigung hat immerhin dafür gesorgt, dass viele der verliebenden Konzerne nun rentabler agieren können. Autor: Heiko Weckbrodt

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