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Aliens schleichen sich in Lego-Märchen ein

Odysseus' Schiff wird vom Zyklopen und den Lego-Sirenen in die Zange genommen. Foto: Heiko Weckbrodt

Odysseus‘ Schiff wird vom Zyklopen und den Lego-Sirenen in die Zange genommen. Foto: Heiko Weckbrodt

Hübsche Lego-Ausstellung mit Märchenmotiven auf Schloss Scharfenstein

Scharfenstein, 20 September 2014: Wer Kinder in der legendären „Lego“-Phase hat und in der Nähe wohnt, sollte derzeit einen Besuch auf der mittelsächsischen Burg Scharfenstein nahe Zschopau erwägen: Dort ist bis zum 4. Januar 2015 eine Ausstellung mit Märchenmotiven zu sehen, die der Potsdamer Lego-Bastler René Hoffmeister aus rund einer Million dänischen Bauklötzchen errichtet hat.

Bauklötzchen-Odysseus widersteht dänischen Sirenen

Das Lego-Aschenputtel rennt zu ihrer Kutsche. Foto: Heiko Weckbrodt

Das Lego-Aschenputtel rennt zu seiner Kutsche. Foto: Heiko Weckbrodt

Die Schau umfasst 37 Exponate, die Szenen aus Märchen der Gebrüder Grimm, aus Tausend und einer Nacht, aus russischen, britischen und amerikanischen Volks- und Kunstmärchen sowie griechischen Legenden in Lego-Bauweise zeigen. Darunter sind beispielsweise das Schiff des Odysseus, der mit dem Zyklopen kämpft und den Sirenen widersteht, Alibabas Räuber, der Zauberer von Oz und das vogelfüßige Häuschen der Hexe Baba Jaga. Neben der detaillierten Ausführung reizt die Ausstellung auch mit kleinen Ironien, etwa Aliens oder Starwars-Schreitroboter, die sich da und dort in die klassischen Märchenwelten geschlichen haben.

Auch Schloss selbst ist Besichtigung wert

Schloss Scharfenstein wurde auch selbst als Lego-Modell nachgebaut. Foto: Heiko Weckbrodt

Schloss Scharfenstein wurde auch selbst als Lego-Modell nachgebaut. Foto: Heiko Weckbrodt

Im zweiten Obergeschoss finden sich zudem Spielecken mit Lego-Kisten und anderem Spielzeug. Wer noch Lust und Muße hat, kann auch noch die erzgebirgische Volkskunst-Präsentation nebenan (im Lego-Ausstellungseintritt inbegriffen) und das Schloss Scharfenstein samt Zisterne und Bergfried (ein Euro extra) selbst besichtigen. Letztere geht in ihren Ursprüngen bis auf das 13. Jahrhundert zurück, wurde mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, hat auch eine düstere Vergangenheit als Jugendwerkhof, ist aber inzwischen sehr gekonnt rekonstruiert worden. Wie das Dorf ringsum nimmt die Burg viele Motive aus den Legenden rund um den „sächsischen Robin Hood“, den Stülpner-Karl auf – der sagenumwobene Soldat, Rüber, Wilderer und Helfer der Armen wurde in Scharfenstein geboren.

Fazit: hübsch

Im 2. Obergeschoss können die Kinder auch mit Lego-Bausteinen und Holz-Mechanismen spielen. Hätte ich persönlich mir allerdings spektakulärer vorgestellt. Foto: Heiko Weckbrodt

Im 2. Obergeschoss können die Kinder auch mit Lego-Bausteinen und Holz-Mechanismen spielen. Hätte ich mir persönlich allerdings spektakulärer vorgestellt. Foto: Heiko Weckbrodt

Abgesehen davon, dass der Besuch der Burg selbst lohnt, hat auch die derzeitige Lego-Ausstellung einigen Schauwert, besonders für kleine und größere Kinder. Zwar hätte ich mir zu den einzelnen Stationen etwas mehr als nur einen lapidaren Handzettel gewünscht, auch ist an den angepriesenen Mitmach-Bereichen schon recht vieles kaputt, dennoch ist der Besuch reizvoll und hat auch den mitgeschleppten Kindern (fünf und acht Jahre alt) gut gefallen.

Autor: Heiko Weckbrodt

„Zauberhafte Welten in LEGO-Steinen“ (Lego-Märchenausstellung), Schloss Scharfenstein, Schlossberg 1, 09435 Drebach (Sachsen, nahe Zschopau und Chemnitz), geöffnet dienstags bis sonntags 10-17.30 Uhr (ab Oktober: 10-17 Uhr), Eintritt: sieben Euro, Kinder sechs Euro (Vorschulkinder frei), Familienkarte: 19-24 Euro (2 Erwachsene und 1 bzw. 2 Kinder), Hinweis: Essen und Kaffetrinken kann man in der Schlosschänke in der Burg, eine Empfehlung ist aber auch das Gasthaus „Erholung“ (Im Grund), wo wir sehr nett bedient wurden
 
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