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Sex im All

Die Star-Trek-Babes - hier Alice Eve - waren schon immer in der SciFi-Fangemeinde Fokuspunkt erotischer Fantasien. Foto: Paramount

Die Star-Trek-Babes – hier Alice Eve – waren schon immer in der SciFi-Fangemeinde Fokuspunkt erotischer Fantasien. Foto: Paramount

Szene-Experte sieht Porno in Sci-Fi-Literatur einsickern

Dresden,8. November 2013: Pornografie hält immer mehr in der Science-Fiction-Literatur Einzug. Das meint der Experte Eckhard D. Marwitz, der sich laut eigenem Bekunden bereits seit Jahrzehnten mit der Sci-Fi-Szene in Deutschland und Übersee beschäftigt. „Einige Autoren bauen Porno-Elemente ein, um mehr Leser zu gewinnen“, schätzt Marwitz ein. „Andererseits ist Porno Mainstream geworden und man redet generell offener darüber.“

Wie funktioniert Sex in der Schwerelosigkeit?

Erotik oder gar Pornografie galten in der Frühzeit der wissenschaftlich-fantastischen Literatur, die sich eher mit technischen und gesellschaftlichen Perspektiven der Menschheit beschäftigte, weitgehend als Tabu. Nur gelegentlich blitzte – beispielsweise in Sci-Fi-Erzählungen aus der DDR – der Zukunftsmensch auch als geschlechtliches Wesen auf, wenn etwa über die Frage fabuliert wurde, wie Sex in der Schwerelosigkeit des Alls funktioniert. In Film und Fernsehen sorgte beispielsweise die französische Sci-Fi-Verfilmung „Barbarella“ 1968 noch für einen mittleren Skandal, weil darin eine leicht bekleidete Jane Fonda als Galaxis-Reisende erotische Abenteuer auf fremden Planeten erlebte.

Porno-Boom durch Internet

Während die europäische utopische und Science-Fiction-Literatur aber lange in philosophischen und technologischen Erörterungen schwelgte und viele Sci-Fi-Comics aus den USA Technik- und Superkraft-Fantasien auslebten, spielten erotische Darstellungen etwa in den Sci-Fi-nahen Mangas und Animes aus Japan schon früh eine Rolle. Pornografie im engeren Wortsinne hielt dagegen in Sci-Fi und verwandten Genres erst mit dem Aufkommen des Internets Einzug: Wer ein wenig herumgoogelt, wird rasch auf unzählige Seiten mit teils derb-pornografischen Bildersammlungen von Fans der weiblichen „Star Trek“- und „Star Wars“-Protagonistinnen stoßen. Oft sind auch selbstersonnen Plots Gegenstand von Sci-Fi-Pornos-Erzählungen und Bildmontagen.

Eckhard Marwitz. Foto: EDM

Eckhard Marwitz. Foto: EDM

Marwitz sieht nun auch in der Sci-Fi-Literatur pornografische Elemente einsickern – und bewertet dies kritisch. „Wollen wir das wirklich haben?“, fragt er rhetorisch und fordert Sci-Fi-Autoren auf, diesem Trend zu begegnen, indem sie Sex mit Sci-Fi-adäquaten Stilmitteln in ihrer Geschichten einbauen – als Teil des Lebens auch in der Zukunft.

Wer wissen will, was genau ihm da vorschwebt, hat dazu jetzt in Dresden Gelegenheit: In einem Vortrag „SF vs. Porno“ will Marwitz seine Thesen auf dem Science-Fiction-Fantreffen „Penta-Con“ im Palitzschhof vorstellen (8.11.2013, 20.45 Uhr).

Autor: Heiko Weckbrodt

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