Alle Artikel mit dem Schlagwort: Literatur

Sieht noch viel belletristisches Potenzial in und um Dresden: Verlegerin Katharina Salomo. Foto: Thomas Kretschel

Die Schildkröte fliegt, der Sprengmeister schreibt

Dresdner Buchverlag schärft sein Profil Dresden, 15. September 2016. Katharina Salomo will ihre Dresdner Verlagsgruppe umstrukturieren. Sie möchte auf einige Arabesken wie etwa Elben-Fantasy verzichten, dafür das literarische Programm auf drei Säulen konzentrieren. „Wir straffen das Programm“, kündigte sie im Oiger-Gespräch an.

Grafik: YouGov

Jeder 8. Deutsche fühlt sich von Technik-Zug abgekoppelt

Neues Umfrage-Buch erklärt, „Wie wir Deutschen ticken“ Köln, 10. August 2015. Die Deutschen mögen Technik, aber bei weitem nicht so vehement, wie ihnen nachgesagt wird: Zwei Drittel von ihnen kommt nach eigenem Bekunden „mit technischen Geräten klar“, nutzt aber nicht alle Funktionen. Immerhin zwölf Prozent fühlen sich durch die technische Entwicklung abgehängt: „Kaum hat man sich an etwas gewöhnt, muss man schon wieder umlernen“, so ihr Tenor. Die verbleibenden 21 Prozent sind eher Technik-Fans, freunden sich mit neuen Geräten sehr schnell an. Das geht aus dem heute vorgestellten Buch „Wie wir Deutschen ticken“ von Christoph Drösser und Holger Geißler hervor.

Siebtklässer aus Dresden plünderten heute das Buchsommer-Regal in der medien@age in Dresden - und ließen sich dann von Boris Koch (r.) vom "Drachenflüsterer" vorlesen. Der Leipziger Autor publiziert seit 1993 Jugend- und Erwachsenenliteratur, einer seiner Schwerpunkte ist die Fantasy-Literatur. Foto: Heiko Weckbrodt

Buchsommer startet in Dresden

Drachenflüsterer säuselt Schülern Leselust ins Ohr Dresden, 1. Juli 2015. Um die sächsischen Schüler auch in den Ferien für Literatur und die „Kulturtechnik Lesen“ zu begeistern, ist heute in 91 Bibliotheken im Freistaat der „Buchsommer 2015“ gestartet. Zum Auftakt kam ein ausgewiesener Lindwurm-Auskenner nach Dresden: Der Leipziger Autor Boris Koch hat am Vormittag Siebtklässlern in der Jugendbibliothek „medien@age“ aus seiner Fantasy-Trilogie „Der Drachenflüsterer“ vorgelesen. Anschließend konnten die Mädchen und Jungen diese und andere neue Bücher ausleihen, um sie daheim oder im Urlaub zu lesen. Wer nach den Ferien mindestens drei Bücher als gelesen vorweisen kann, bekommt ein Zertifikat, darf am 12. September zu einer Abschlussparty in Dresden kommen – und dabei allerlei Preise gewinnen, wie Martina Reinhold, die Vize-Leiterin der „medien@age“ ankündigte. Einige Schulen spendieren den Jugendlichen für das Zertifikat sogar eine gute Einstiegsnote für das neue Schuljahr.

Huch: eine Hütte im Walde! Szenenbild aus "Identität". Abb.: R. Vogt

Kunst-Adventure „Intuition“ ist eine surreale Erkundung

Autor Raphael Vogt feilt an neuer interaktiver Novelle „Dichtes Dunkel… eine Art Weg. Ich habe Angst…“ Nach „rvSI“ und „Identität“ hat der oberbayrische Autor Raphael Vogt nun ein weiteres Kunst-Adventure in der Mache. In „Intuition“ finden wir uns im Walde wieder, um uns herum Pfade, die zu einer Hütte, zu einem Sanatorium führen. Wohin all diese Wege führen, ist ein surreales Geheimnis, das wir in diesem ungewöhnlichen Spiel intuitiv, traumgleich, zu erkunden haben.

eBücher eröffnen Lesern, Autoren, aber auch Verlagen neue Perspektiven - allerdings drohen auch Marktdominanzen durch wenige große Anbieter wie Amazon oder Apple. Foto: Amazon

Tag des Buches: Markt im digitalen Wandel

Dresden, 23. April 2014: Heute feiern Literaturfreunde weltweit den Tag des Buches. Dieses Kulturgut erlebt im Informationszeitalter einen Wandel: Durch Hörbücher zum Beispiel finden viele Lese-Abstinenzler wieder zurück zur Literatur. Und elektronische Bücher („eBooks“) mit ihren veränderbaren Schriftgrößen erlauben sehschwachen Senioren plötzlich wieder ein unangestrengtes Lesen – und eröffnen jungen Autoren die Gelegenheit, ihre Geschichten und Ideen schnell und einfach digital zu veröffentlichen, die vielleicht in klassischen Verlagen nie eine Chance bekommen hätten. Auch in und um Dresden nutzen immer mehr Schreiber und Verlage diese neuen Möglichkeiten – wir stellen ein paar davon vor:

Abb.: Amazon (bearbeitet: hw)

Internet-Buchläden deaktivieren Hunderte eBook-Titel auf eReadern in Deutschland

Zu versaut: Senatsausschuss dringt auf „Bereinigung“ anstößiger Passagen Berlin, 1. April 2014: Nicht schlecht gestaunt haben heute Tausende eBuch-Leser in Deutschland, als sie auf ihren eReadern und iPads weiterschmökern wollten: In den virtuellen Regalen der Nutzer waren teils Dutzende Buchtitel grau hinterlegt und nicht mehr zu öffnen. Insgesamt haben die vor allem in den USA ansässigen eBuch-Portale laut Schätzungen des deutschen Hightech-Verbandes „Bizkom“ und des Con-Computer-Clubs (CCC) über Nacht anscheinend mehrere Tausend eBuch-Titel zurückgerufen, teils auch von den Lesegeräten der Nutzer per Ferndiagnose gelöscht. Grund: Auf Anweisung des US-Senatsausschusses für unamerikanische Literatur müssen nun sämtliche Bücher zunächst auf anstößige erotische Passagen und unflätige Ausdrucksweise durchforstet und bereinigt werden, bis sie wieder freigegeben werden können.

Aliens treffen sich in Prohlis

Science-Fiction-Fans treffen sich zur „Penta-Con“ in Dresden Dresden, 8. November 2013: Sex in der Schwerelosigkeit, außerirdischer Besuch in Dresden und uranidische Dichtkunst? Dahinter können nur Science-Fiction-Fans stehen und die treffen sich auf Einladung des Dresdner Urania-Clubs „TERRAsse“ ab morgen bis zum Sonntag im Palitzschhof in Prohlis. Die sternensüchtigen Terraner erwarten Besucher aus der ganzen Bundesrepublik, wird auf ihrem achten „Penta-Con“ – abgeleitet vom früheren Austragungsort im Pentacon-Kulturhaus und der amerikanischen Bezeichnung „Convent“ für Fan-Treffen – doch auch der deutsche Kurd-Laßwitz-Preis an die besten SciFi-Autoren des Jahres vergeben. Auf dem Programm stehen unter anderem Rezitationen utopischer Poeme, Lesungen von Kurzgeschichten, ein Vortrag über Porno-Einflüsse in der Science Fiction und eine Präsentation von Sci-Fi-Kleinverlagen.

Sex im All

Szene-Experte sieht Porno in Sci-Fi-Literatur einsickern Dresden,8. November 2013: Pornografie hält immer mehr in der Science-Fiction-Literatur Einzug. Das meint der Experte Eckhard D. Marwitz, der sich laut eigenem Bekunden bereits seit Jahrzehnten mit der Sci-Fi-Szene in Deutschland und Übersee beschäftigt. „Einige Autoren bauen Porno-Elemente ein, um mehr Leser zu gewinnen“, schätzt Marwitz ein. „Andererseits ist Porno Mainstream geworden und man redet generell offener darüber.“

„rvS1“ und “Identität”: Willkommen in der Dunkelheit

Autor mischt interaktive Novelle mit Text-Adventure Wir erwachen in der Dunkelheit. Wohin wir uns auch wenden: Wände. Da, ein Lichtschimmer, ein Spalt unter einer Tür! Offensichtlich sind wir in einer Zelle eingesperrt, mit einem Bett und einem Buch. Ist diese Zelle real, wurden wir entführt oder stecken wir in unserem Kopf fest, in unserem eigenen persönlichen Gefängnis? In „rvS1 – Die Zelle“ mischt Raphael Vogt das alte Text-Bild-Adventure mit der interaktiven Novelle und schreibt – wohl mit einem Schuss Selbstironie – „Kunst“ darüber.

DVD „Capote“: Faszinierende Metamorphose eines Literaten

Tja, wer hätte das gedacht: Amerika kann noch richtige Filme machen. Filme, die noch eine Geschichte zu erzählen haben, ohne alles übertönendes Plautzpengbumm. Die Rede ist von „Capote“, einem Drama von Bennett Miller aus dem Jahr 2005, das nun auf DVD neu aufgelegt wurde. Darin brilliert Philip Seymour Hoffman („Magnolia“, „Mission: Impossible III“) als der – hierzulande nur wenig beachtete – New Yorker Star-Schriftsteller Truman Capote („Frühstück bei Tiffany“), der Ende der 1950er durch seine Mordrecherchen in Kansas zu einem anderen Menschen wird. Für die präzise herausgearbeitete Metamorphose eines Partylöwen zum engagierten Pionier des Tatsachenromans bekam Hoffmann 2006 völlig zurecht einen „Oscar“.

DVD „Fahrenheit 451“: Truffauts Interpretation einer brennenden Dystopie

Die brandschatzenden Feuerwehrmänner erinnern in ihren schwarzen Uniformen an SS-Männer, das Denunzianten-Auto hat auf dem Dach einen Grammofon-Schalltrichter für Durchsagen – nein, der Franzose François Truffaut hat in seiner Verfilmung von Ray Bradburys Klassiker „Fahrenheit 451“ gar nicht erst versucht, mit aufwendigen Spezialeffekten eine hochtechnisierte Zukunftswelt zu erschaffen. Seine Version einer Gesellschaft, in der Feuerwehrmänner Bücher verbrennen, statt Brände zu löschen, setzte eher auf Symbole statt Hightech – auch nach den Maßstäben von 1966.