Forschung, News
Schreibe einen Kommentar

Physiker warnen vor Billig-Atombomben für Schurken

Atombomben-Explosion über Nagasaki - was einst Milliarden Dollar kostete, könnte durch SILEX zur "Billigbombe" werden, fürchten Phyiker. Abb.: DPG

Atombomben-Explosion über Nagasaki - was einst Milliarden Dollar kostete, könnte durch SILEX zur "Billigbombe" werden, fürchten Physiker. Abb.: DPG

Bad Honnef, 26.3.2012: Die „Deutsche Physikalische Gesellschaft“ (DPG) in Bad Honnef hat vor den Gefahren des sogenannten SILEX-Verfahrens gewarnt, das eine preisgünstigeHerstellung von waffenfähigem Uran 235 ermöglichen und damit Terroristen und „Schurkenstaaten“ mit Billig-Atombomben versorgen könnte. „Die mit dem SILEXVerfahren verbundenen Risiken gilt es genau zu prüfen“, erklärte DPG-Präsident Wolfgang Sandner. „Die Verbreitung von Kernwaffen- Technologie muss unter allen Umständen vermieden werden.“

Das in Australien entwickelte SILEX-Verfahren ermöglicht die Trennung verschiedener Isotopen (Atomarten mit unterschiedlicher Neutronenzahl im Kern) eines Elements durch Laser. Dies ist für die Mikroelektronik und Medizin interessant sein, kann aber auch zur Trennung des spaltfähigen Uran-Isotops U 235 von Natururan verwendet werden, wofür bisher riesige, teure und sehr energiehungrige Zentrifugen-Anlagen verwendet wurden.

Bei SILEX wird Urangas mit einem Infrarot-Laser bestrahlt, wobei nur das leichtere U 235 angeregt wird, nicht aber das massenhaft vorkommende (und nicht unmittelbar spaltbare) Isotop U 238. Durch einen noch nicht veröffentlichten weiteren Verfahrensschritt wird dann das U 235 aus der Gasphase herausgespült und gesammelt.

Das SILEX-Verfahren. Abb.: DPG

Das SILEX-Verfahren. Abb.: DPG

Laut bisherigen Veröffentlichungen benötigen SILEX-Anlagen nur ein Viertel der Fläche herkömmlicher Anreicherungsanlagen, brauchen weniger Energie und  sind deutlich billiger. „Kritiker warnen vor einer internationalen Verbreitung der Technologie“, heißt es in der DPG-Mitteilung. „Ihre Befürchtung: Derartige Fabriken wären aufgrund ihrer mutmaßlich geringen Größe für die Rüstungskontrolle – etwa durch Satellitenbeobachtungen – nur schwer aufzuspüren.“ Heiko Weckbrodt

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.