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Ratgeberheft „Google+“: Momentaufnahme aus der neuen Netzwelt

Abb.: Data Becker

Seit Google im vergangenen Jahr in den Markt der Kontaktnetzwerke einstieg, hat Facebook mehrfach nachbessern müssen, um „Google+“ auf Abstand zu halten – Konkurrenz ist doch immer wieder eine feine Sache. Nun mag Google+ zwar weitgehend selbsterklärend sein, aber auch dieses junge Netzwerk ist noch im Fluss, auch, um seinerseits wieder auf neue Facebook-Angebote zu reagieren. Für jene, die darüber den Überblick verloren haben oder sich überhaupt erstmal mit dem neuen Netzwerk beschäftigen wollen, ist das 224-seitige Büchlein „Google + Entdecken. Verstehen“ gedacht. Das ist nun in der schnellformatigen „iKnow“-Reihe des Data-Becker-Verlags erschienen und eher als Momentaufnahme aus dem Netzwerkleben denn als Enzyklopädie für die Ewigkeit zu verstehen.

Autor Ralf Wasselowski macht aus seinem Sympathien für den Facebook-Konkurrenten keinen Hehl und arbeitet gern und oft die Vorzüge von Google+ heraus: Übersichtliches Design (ist freilich Ansichtssache), Videofonate (hat Facebook inzwischen auch eingebaut) sowie bessere Privatsphäre-Stellschrauben. In seinem Heft beschreibt er vor allem die derzeitigen Funktionen von Google+ (wohl wissend, dass sich diese wohl bald wieder verändern werden): Die Kreise, die Suchfunktionen, Chats beziehungsweise Videotelefonate („Hang Outs“), die Verbindungen zu anderen Google-Offerten wie den Bilderdienst Picasa und dergleichen mehr.

Ob das neue Netzwerk allerdings wirklich Facebook so schnell den Rang abläuft, wie der Autor als persönliche Prognose durchschimmern lässt, bleibt abzuwarten. Google+ ist zwar schnell gewachsen, hat bisher aber nur etwa fünf Prozent der Facebook-Nutzerzahlen. Und selbst das ist noch mit Vorsicht zu genießen, denn 80 Prozent der Google+-Teilnehmer sind inaktiv. Zudem ist der Nutzerkreis anscheinend nicht so demografisch breit wie bei Facebook. Bei Google+ sind eher viele Unternehmen vertreten und der durchschnittliche Privatnutzer – das lässt sich aus den von Wasselowski selbst angeführten Statistiken herauslesen – ist männlich und jung. Vieles deutet eher auf ein Spezialpublikum von Facebook-Gegnern hin – aber das ist nur eine Vermutung.

Fazit: Klar und verständlich geschrieben, eher was für Einsteiger und Neugierige, allerdings auch etwas parteiisch pro Google+. Eine Leseprobe ist hier zu finden. Heiko Weckbrodt

Ralf Wasselowski: „Google+ Entdecken. Verstehen. Mit Sicherheit mitmischen“, Schnell-Ratgeberbuch, Data Becker, Düsseldorf 2012, 13 Euro, ISBN 9783815837290

1 Kommentare

  1. Google+ steckt noch in den Kinderschuhen, von daher muss man mal abwarten. Die relative Inaktivität der Google+-Nutzer verändert sich inzwischen zum Positiven, aber auch hier sollte man warten, bis das erste Jahr vergangen ist, weil mit sehr unterschiedlichen Zahlen gearbeitet wird.

    Ich glaube eigentlich nicht, dass Google+ Facebook den Rang ablaufen wird. Aber es könnte ein ernstzunehmender Konkurrent werden – und Konkurrenz ist letztlich gut für die Nutzer beider Netzwerke. Seit Google+ am Start ist, hat sich z.B. bei Facebook soviel geändert, wie noch nie seit seinem Bestehen.

    Das Buch ist für Einsteiger, bietet aber auch dem, der schon auf Google+ ist, einen Überblick und eine Struktur dafür, sich vielleicht mit Bereichen, die über einzelne Funktionalitäten hinaus gehen, auseinanderzusetzen – wie z.B. das Thema Datenschutz.

    Ich bin sehr fasziniert von dem Möglichkeiten, die Social Media bietet, auch bezüglich Facebook. Allerdings hat Facebook seine Dominanz ausgenutzt. Von daher bringt Google+ frischen Wind in die Szene. Ich habe in diesem Netzwerk sehr viel Spaß, sehe aber die Datenschutzproblematik äußerst kritisch – bei allen sozialen Netzwerken.

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