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Auch durch das Avogadro-Experiment ließe sich das Kilogramm definieren. Foto: DPG

Deutsche und Amerikaner basteln an neuem Kilogramm

Ur-Kilo der Franzosen magert anscheinend ab Bad Honnef/Braunschweig/Paris, 5. Februar 2015: Seien es nun das „Pfund Gehacktes“ an der Fleischtheke oder die 17 Tonnen Metallrohlinge, die der Maschinenbauer im Stahlwerk ordert: All dieses Bestellungen vertrauen letztlich darauf, dass man sich auf das Kilogramm verlassen kann. Vom „Ur-Kilogramm“, das in einem Tresor nahe Paris verwahrt wird, leiten sich seit 1889 alle metrischen Masseangaben auf der Erde ab, seien es nun Gramm oder Tonne. Doch es mehren sich die Zweifel, wie präzise der 39 Millimeter hohe Platin-Iridium-Zylinder mit 39 Millimetern Durchmesser, den die Franzosen da verschlossen haben, wirklich ist: Durch Vergleiche mit früher angefertigten Kopien in anderen Ländern nährt sich der Verdacht, dass das französische Ur-Kilo in den vergangenen 120 Jahren um etwa 60 Mikrogramm abgemagert ist – wie auch immer. Das klingt nach einer Petitesse, könnte weitergedacht jedoch zu enormen wirtschaftlichen Problemen führen. Auf die gigantischen Warenströme der Weltwirtschaft umgerechnet, entscheiden diese paar Mikrogramm mehr oder weniger nämlich über Milliarden-Umsätze. Daher wollen nun vor allem deutsche und US-amerikanische Metrik-Forscher auf zwei verschiedenen Wegen das „Kilogramm“ bis …