Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kurfürst

Fünf Jahre wartete Sachsens Kurfürst August auf seine Uhr

Optische, astronomische und geodätische Geräte aus dem Mathematisch-Physikalischen Salon Dresden im Fokus. Dresden, 9. November 2020. Die Verschlüsselung von Nachrichten ist keineswegs eine Erfindung der Neuzeit. Der römische Biograph Sueton berichtet, Cäsar habe Briefe vertraulichen Inhalts in einer Geheimschrift an Cicero geschickt. Berühmt ist mittlerweile der englische Mathematiker und Kryptoanalytiker Alan Turing, der während des Zweiten Weltkriegs entscheidend dazu beitrug, den Code der deutschen Rotor-Chiffriermaschine „Enigma“ zu entschlüsseln, wodurch einmal mehr klar wurde, dass mitunter nicht nur Kampfgeist, Waffenstärke oder strategisches Denken, sondern manchmal schlicht und ergreifend auch die Überwachung und Enträtselung des feindlichen Nachrichtenverkehrs ein entscheidendes Moment im Krieg sein können. Chiffriermaschinen mit 24 Ringen Zwei Objekte im Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden sind solche Chiffriermaschinen. So ließen sich bei einem solchen Gerät – bis zur massiven Beschädigung im Zweiten Weltkrieg – mit Hilfe von 24 Ringen die Buchstaben einer Botschaft unterschiedlich weit im Alphabet verschieben. Zum Beispiel der erste Buchstabe um eine Stelle, der zweite um zwei und so fort. Aus dem Wort SALON wird damit zum Beispiel die verschlüsselte Buchstabenfolge TCOSS. In den …

Jung gestorben: Etwa 1800 Jahre alte Teenager-Mumie aus Ägypten. Foto: I. Badr, Ägyptisches Museum, Kairo

Mumien durchleuchtet: Kurzes Leben mit Zahn- und Knieschmerz

Computertomografie von Dresdner Mumien zeigen, wie drei Ägypter in römischer Zeit lebten Dresden/Kairo, 5. November 2020. Der für spätantike Verhältnisse recht hohe Lebensstandard im römischen Kaiserreich garantierte selbst für Wohlhabende nicht unbedingt ein langes und angenehmes Leben. Das lassen neue Mumienanalysen in Dresden und Kairo erahnen. Demnach war das Leben der untersuchten Ägypter kurz und wahrscheinlich von ständigen Zahnschmerzen und schmerzenden Knien begleitet.

Ausschnitt aus dem Aufzug zu einem Turnier das Paradies und des Sündenfall darstellend in sechs Teilen vor 1586. Quelle: Hofmarschallamt, Repro: Sächsisches Staatsarchiv

Sachsens Hofmarschallamt geht ins Netz

Lustschiffe und Pseudotürken: Sächsisches Staatsarchiv stellt über 600.000 weitere Digitalsate ins Netz Dresden, 20. Dezember 2018. Wer musste zu Hofe wo stehen, wenn ein verdienstvoller Sachse in den Adelsstand zu erheben war? Welches Wappen hatte der siebte Stiefgroßonkel der Kurfürstin? Welche Kostüme müssen für Augusts nächstes Turnier genäht werden und kann man in den Festzug ein paar Pseudo-Türken einbauen? Im kurfürstlich-königlichen Sachsen beschäftigte sich eine ganze Behörde jahrhundertelang nur mit solchen Herausforderungen: das Hofmarschallamt. Das sächsische Staatsarchiv in Dresden hat die Akten, Zeichnungen, Pläne und Tafeln nun digitalisiert und ins Internet gestellt – insgesamt über 600.000 Digitalsate sind nun online gegangen.

Moritz bei der Übergabe des Kurschwertes an seinen Bruder August. Foto: Peter Weckbrodt

Kurschwert und Pickelhaube

Wie Sachsens Herzöge ihre Kurwürde im Reich zur Schau stellten – eine Ausstellung im Residenzschloss Dresden Dresden, 28. April 2017. Wie die kurfürstlichen Herrschaften sich kleideten, wenn es um die öffentliche Repräsentation ihres Reichtum ging, hatten wir zuletzt mit dem Besuch der „Kurfürstliche Garderobe“ in der neuen ständigen Residenzschloss-Ausstellung “Auf dem Weg zur Kurfürstenmacht“  bereits überzeugend demonstriert bekommen. Unser erneuter Ausstellungsbesuch gilt der Art und Weise, wie die sächsischen Kurfürsten ihren Anspruch auf die Kurwürde mittels prächtiger Rüstungen gegenüber ihren gleichrangigen Konkurrenten im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation möglichst überzeugend demonstrierten.

Die Pracht der Sachsenherzöge

Oigers Wochenendtipp: Singuläre Ausstellung “Kurfürstliche Garderobe” im Residenzschloss Dresden zeigt prachtvolle Gewänder und Waffen Dresden, 21. April 2017. Hier ist der arg strapazierte Superlativ „einzigartig“ richtig platziert: Seit dem 9. April zeigt eine neue Dauerausstellung „Kurfürstliche Garderobe“ im Residenzschloss Dresden dem Besucher noch nie zuvor Gesehenes, eben Einzigartiges! Fragen wir einen Besucher von Frankreichs musealen Kronjuwelen, des Pariser Louvre oder des Schlosses Versailles, was er dort an Kleidungstücken beispielsweise aus des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Garderobe zu sehen bekommen hat, so lautet die lapidare Antwort garantiert: Nichts!

Mit einem Schätzwert von 7 500 Euro wird diese 6-Dukaten-Münze auf die 100-Jahrfeier der übergabe der Augsburger Konfession 1617 aufgerufen. Das Revers zeigt den Beschützer Luthers, den Kurfürsten Friedrich III. Repro: Peter Weckbrodt

“Ungeheuer lange Predigten”

Kurfürsten würdigten Reformation mit Gold und Silber – nun kommt der Glanz aus Dresden unter den Hammer Dresden, 11. Januar 2017. Wenn am 2. Februar auf der Münzmesse „World Money Fair 2017“ in Berlin das Osnabrücker Auktionshaus Künker zahlungskräftige Sammler und Anleger aus aller Welt zur Auktion 285 aufruft, werden auch Dukaten, Taler und Medaillen dabei sein, die einst in der fürstlichen Münze in Dresden geprägt wurden. Und einige dieser wertvollen Stücke erzählen ihre ganz eigene Geschichte von der Reformation, die sich 2017 zum 500. Mal jährt.

Schulsystem und Einwanderung haben Preußens Aufstieg gefördert

Leibniz-Preise für Nachwuchsforscher aus München und Dresden Berlin/München/Dresden, 28. November 2013: „Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft“. Mit diesem Slogan werben Bildungspolitiker gern und oft – und bekommen auch oft den Vorwurf zu hören, Plattitüden zu verbreiten. Ähnlich gestritten wird über die Folgen von Einwanderung für einen Staat. Zumindest für das merkantilistische Preußen der frühen Neuzeit hat der Münchner Volkswirt Dr. Erik einen kausalen Zusammenhang nachweisen können und dafür nun in Berlin einen Nachwuchspreis der Leibniz-Gemeinschaft gewonnen. Ein weiterer Leibniz-Nachwuchspreis ging an die Dresdner Chemikerin Dr. Kristina Tschulik für ihre Forschung an magnetfeldgesteuerten elektrochemischen Beschichtungstechnologien.

Augusts Prunk-Leben kommt ins Internet

Hauptstaatsarchiv Dresden digitalisiert Akten des Oberhofmarschalls Dresden, 5. Juli 2013: Okay, für eine echte „Wikileaks“-Enthüllung kommt dies etwa 300 Jahre zu spät, aber letztlich kommt die ausschweifende Steuergeld-Verschwendung für ein prunkvolles Fürstenleben doch noch ins Internet: Im Zuge eines bundesweiten Pilotprojektes lässt das Sächsische Hauptstaatsarchiv Dresden nun Quellenmaterial eines „Maulwurf“ ersten Ranges aus dem Umkreis des sächsischen Kurfürsten und polnischen Königs August des Starken (1670-1733) sowie von dessen Nachfolgern digitalisieren, um es dann ins Netz zu stellen. Die Rede ist von rund 190 Regalmetern Akten und 1.200 historischen Bauplänen des königlichen Oberhofmarschallamts vor allem aus dem 18. Jahrhundert.