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30 Millionen Euro für Cyberabwehr-Forschung

Blick in ein Spiegelkabinett im binären Matrix-Stil im Futurium Berlin. Foto: Heiko Weckbrodt digital Binärcode

Foto: Heiko Weckbrodt

Bundes-Cyberagentur in Halle vergibt bisher größtes Auftragspaket für Schutz kritischer Infrastrukturen

Halle, 17. Juni 2022. Mit Forschungsprojekten im Wertumfang von 30 Millionen Euro will die staatliche „Agentur für Innovation in der Cybersicherheit“ die deutschen Behörden, Kraftwerke, Wasserwerke, Krankenhäuser und andere „kritische Infrastrukturen“ gegen digitale Angriffe feien. Das geht aus einer Mitteilung der Cyberagentur in Halle hervor.

KI soll Angriffe erkennen

„Behörden und Kritische Infrastrukturen sind besonders schützenswert, weil durch ihren Ausfall oder ihre Beeinträchtigung erhebliche Versorgungsengpässe oder Gefährdungen für die öffentliche Sicherheit eintreten würden“, begründet die Agentur die geplanten Auftragsvergaben an externe Wissenschaftler und Ingenieure. Es bestehe „dringender Bedarf an der Entwicklung von Fähigkeiten zur Sicherung von kritischen Systemen“. Die geplanten Forschungsprojekte zielen daher beispielsweise auf die „KI-gestützte Identifikation und Minimierung von Schwachstellen“, schnelle Erkennungsmethoden und Reaktionen auf akute Cyberangriffe sowie die rasche Identifizierung der Angreifer und ihrer Vorgehensweise.

Bund gründete Agentur vor zwei Jahren

Der Bund hatte die Cyberagentur 2020 in Halle in GmbH-Form gegründet, um Defizite in der deutschen Cyberabwehr zu entdecken und Lösungen dafür zu entwickeln. Die Agentur soll aber nicht selber forschen, sondern diese Analysen extern in Auftrag geben. Sie soll vor allem besonders innovative und besonderes riskante Projekte unterstützen, Das nun avisierte Paket ist die bisher größte Order der Agentur.

Furcht vor systematischer Cyber-Kriegsführung wächst

In den vergangenen Jahren hatten sich auf allen Ebenen in Deutschland immer wieder Schwachstellen in puncto digitaler Sicherheit ergeben: Krankenhäuser, Medienunternehmen und ganze Kommunalverwaltungen wurden von Cybergangstern erpresst, oft waren wichtige Dienste oder gar ganze Stadtverwaltungen tagelang lahmgelegt. Zudem schüren Berichte über staatlich gelenkte Hackerangriffe und Bot-Kampagnen aus Russland, Nordkorea und anderen Staaten vor allem in den westlichen Industrieländern die Furcht, dass dadurch nach und nach Grundfesten und insbesondere das Vertrauen der Bürger in demokratische Institutionen immer mehr erodieren könnte. Manche sprechen gar von der Notwendigkeit, neben Heer, Marine und Luftwaffe auch Cyber-Streitkräfte als feste „Waffengattung“ zu etablieren. Im Zuge des russischen Angriffs auf die Ukraine hatte sich in jüngster Zeit die digitale Kriegsführung auf beiden Seiten als ein wichtiges „Schlachtfeld“ erwiesen, die über Erfolg und Misserfolg militärischer Operationen entscheiden kann.

Autor: hw

Quelle: Cyberagentur