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TU Dresden: Hybrides Studium im Corona-Wintersemester

Blick auf das Hörsaalzentrum und den Beyerbau-Turm der TU Dresden. Foto: Foto: TUD/Eckold

Blick auf das Hörsaalzentrum und den Beyerbau-Turm der TU Dresden. Foto: Foto: TUD/Eckold

Wie die Dresdner Uni das Semester 2020/21 unter pandemischen Vorzeichen plant.

Dresden, 29. September 2020. Nachdem Corona das Sommersemester 2020 an der TU Dresden weitgehend auf digitale Studienofferten reduziert hatte, startet im Oktober das Wintersemester als hybrides Studium: Präsenzveranstaltungen gibt es wieder mehr, viele Vorlesungen und Seminare werden aber weiter nur per Internet angeboten. Das geht aus Auskünften der Uni auf DNN-Anfragen hervor. Und: Zu Beginn der Corona-Zeit entstanden viele Online-Vorlesungen in Eigenregie der Dozenten auf recht unterschiedlichem didaktischen und technischen Niveau. Nun will die Uni-Leitung die digitale Lehre professioneller trimmen.

Vorlesungsbeginn: Das Semester startet zwar formal am 1. Oktober, Vorlesungsbeginn ist aber für die meisten Studiengänge erst am 26. Oktober. Für Medizinstudiengänge (Staatsexamen) im 1. Fachsemesters beginnen die Lehrveranstaltungen am 2. November, die der höheren Fachsemester am 12. Oktober. Die Einschreibfristen (außer NC-Fächer) werden bis 7. Oktober verlängert.

Auftaktveranstaltungen für „Erstis“: Die großen Erstsemester-Informationsveranstaltungen gibt es nur noch digital. Der Vorbereitungskurs Ingenieurwissenschaften läuft bereits als digitales Angebot und die Vorlesungen der Brückenkurse für Chemie, Mathematik und Physik werden auch digital angeboten. Ältere MStudenten und Studentinnen organisieren in den Fachschaften diverse Veranstaltungsformate für die Erstsemester in festen Kleingruppen unter Beachtung der Corona-Hygienevorschriften, zum Beispiel Campusrundgänge oder Stadtführungen, Tutorien für den Stundenplanbau vorrangig in Mehrfachstudiengängen wie Lehramt.

Das Objekt der Begierde in Corona-Zeiten: Mundschutzmasken. Foto: Heiko Weckbrodt

Masken. Foto: Heiko Weckbrodt

Maskenzwang: gilt in den Gebäuden auf dem Weg zum Hörsaal, ins Seminarzimmer und in die Mensa – am Platz können die Masken dann abgenommen werden.

Abstandsregeln: In den Hörsälen sollen bis Semesterstart leerzuhaltende Sitze und ganze Reihen so markiert und gesperrt werden, dass 1,50 Meter zwischen den Studentinnen und Studenten bleiben. Der größte Hörsaal der TU, das Audimax, fasst zum Beispiel dann nur noch 120 statt 900 Menschen.

Nachverfolgung von Infektionsketten: Dafür hat auch die TU Dresden keine Universallösung gefunden: Im Studienalltag und beim Mensa-Essen mit vielen wechselnden Personen dürften handschriftliche Namenslisten kaum durchgängig praktikabel sein. Daher will die TU bei Infektionsfällen über die universitären E-Mail-Systeme und weitere Kanäle die Studentenschaft und das Lehrpersonal informieren. Auch ist keine freie Teilnahme an Vorlesungen mehr möglich – die Plätze werden zugewiesen, so dass der Teilnehmerkreis überschaubar bleibt.

Wer studiert digital, wer analog? Vor allem die Lehrveranstaltungen für höhere Semester bietet die Uni vorwiegend per online an. Für die ersten drei Semester gibt es auch Präsenzveranstaltungen, damit die „Neuen“ im Uni-Alltag heimisch werden. Außerdem gibt es für höhere Semester Präsenz-Angebote, wenn die Art des Studiums dies erfordert – etwa für Praktika, Laborexperimente oder Krankenhausvisiten.

Bessere Digitalangebote: Im Sommersemester hatten Studenten immer wieder über Internet-Vorlesungen berichtet, die entweder gar nicht oder nur mühsam aufrufbar waren. Oft handelte es sich auch nur um reine Videoaufzeichnungen ohne Rückfragemöglichkeit oder andere interaktive Elemente. Dies soll im Wintersemester 2020/21 besser werden, verspricht die Uni-Leitung: Die Formate werden weiterentwickelt, zudem gibt es Schulungen für Dozenten und Dozentinnen, was per Internet möglich und sinnvoll ist.

Internationale Studenten: Die TU will auch weiter viele internationale Studenten und Studentinnen anlocken und halten. Die Zahl der Neubewerber aus dem Ausland ist zwar seit Corona gesunken. Doch die Uni verspricht, die bereits immatrikulierten internationalen Studenten stark zu unterstützen. Konstellationen wie in anderen Staaten, in denen manchmal ausländische Studenten als indirekte Corona-Folge ihre Aufenthaltserlaubnis oder Wohnheimplätze verloren haben, soll es in Dresden nicht geben.

Wird das wieder ein „Freischuss“-Semester? Voraussichtlich ja. Die Uni wird laut derzeitigem Planungsstand den Studentinnen und Studenten erneut die Wahl lassen, ob sie Prüfungsergebnisse annehmen oder eine – nichtgezählte – Wiederholung möchten. Wahrscheinlich wird das Semester auch nicht zu ihren Ungunsten auf die Gesamtstudiendauer angerechnet – dazu soll es aber noch eine offizielle Entscheidung geben.

Wie geht es langfristig weiter? „Im Sommersemester 2021 wollen wir den Anteil des Präsenzstudiums wieder erhöhen“, kündigte Uni-Sprecher Konrad Kästner an. „Wir wollen schließlich keine Fern-Uni werden.“ Allerdings sei auch keine „Rolle rückwärts“ in vordigitale Zeiten geplant. „Was sich während der Corona-Zeit bewährt hat, das soll es auch weiter geben, also beispielsweise das Angebot, Vorlesungen online abzulegen, so dass man sie auch nachträglich noch ansehen und hören kann.“

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Autor: Heiko Weckbrodt

Quelle: TU Dresden

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