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Grapes will jedem Smartphone Superrechnerkraft verleihen

Dezentrale Rechnerwolken ("Edge-Clouds"), die mit 5G-Mobilfunk vernetzt sind, könnten viele Probleme mit mangelnder Rechenkraft vor Ort lösen. Grafik: hw

Dezentrale Rechnerwolken (“Edge-Clouds”), die mit 5G-Mobilfunk vernetzt sind, könnten viele Probleme mit mangelnder Rechenkraft vor Ort lösen. Grafik: hw

Dortmunder holen sich für ihre Cloud-Geschäftsidee Hilfe vom „5G Lab“ in Dresden und von Samsung

Dresden/Dortmund, 18. August 2020. Forscher aus Dortmund wollen die besondere Reaktionsschnelligkeit von 5G-Funk nutzen, um über dezentrale Rechnerwolken („Edge Clouds“) auch einfach gestrickten Smartphones, Tablets und Notebooks die Rechenkraft und Speicherkapazität von Supercomputern verfügbar zu machen. Zu den Gründern gehören Jaime Burbano, Mobin Pourreza, Jithin Reju, Nilabhra Patra und Aly Sakr. Ihr Projekt „Grapes“ soll in eine Unternehmensgründung münden.

Mobin Pourreza (links) und Jaime Burbano (rechts) stellen ihr "Grapes"-Projekt in der 5G-Zukunftswerkstatt von Samsung in Dresden vor. Foto: Samsung

Mobin Pourreza (links) und Jaime Burbano (rechts) stellen ihr “Grapes”-Projekt in der 5G-Zukunftswerkstatt von Samsung in Dresden vor. Foto: Samsung

Dezentrale Wolken versorgen Smartphones per 5G-Netz mit Spielgrafik

Ihre Vision: „Grapes“-Nutzer können künftig über eine Plattform auf anspruchsvolle Spiele, Bürogramme und aufwendige Simulationen zugreifen, ohne sich über Taktfrequenzen, unterschiedliche Betriebssysteme, freie Terabytes oder andere technische Details den Kopf zu zerbrechen. All diese Aufgaben übernehmen im Hintergrund leistungsstarke dezentrale Hochleistungsrechner („Edge-Nodes“), die dem Nutzer dann mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) nur noch die fertig berechneten Spielegrafiken oder Analyseergebnisse beispielsweise auf das Smartphone senden. Auf den Anwender selbst soll das so wirken, als habe sein Mobiltelefon all dies ganz allein erledigt. Auch für Freiberufler und Außendienst-Mitarbeiter könnte solch ein schnelles Rechnerwolken-Konzept interessant sein, weil sie dann statt teure Hochleistungs-Notebooks nur noch preiswerte Netzwerkrechner anschaffen müssten.

Mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) verbinden vor allem Autohersteller und Automatisierungsindustrie große Hoffnungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Mit dem Mobilfunk der 5. Generation (5G) verbinden viele Ingenieure große Hoffnungen. Foto: Heiko Weckbrodt

Firmengründung im Jahr 2021

Um ihre Ideen zur Serienreife zu führen, hat sich das Gründerteam nun Hilfe vom „5G-Lab Germany“ in Dresden geholt. Denn das deutschlandweit führende 5G-Forschungslabor der TU Dresden betreut auch das neue Firmen-Ausbrütprogramm „Solve for Tomorrow. 5G for Society“ von Samsung in Deutschland, für das „Grapes“ ausgewählt wurde. Die offizielle Firmengründung ist für den April 2021 geplant. Ende 2021 soll dann auch die erste Beta-Version fertig sein.

Autor: Heiko Weckbrodt

Quellen: Grapes, 5G Lab Germany, Samsung, Vor-Ort-Termin

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