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Sächsische Zeitung stellt auch „AusSZeit“-App ein

Logo: Abb.: AuSZeit

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Digitaler Nachrichtenticker wird am Freitag abgeschaltet

Dresden, 13. Oktober 2015. Am Freitag erscheint die letzte Ausgabe der Wochenzeitung „AuSZeit“, die bisher unter dem Dach der „Sächsischen Zeitung“ (SZ) in Dresden produziert wurde. Und am selben Tag wird auch die begleitende Kurznachrichten-App abgeschaltet. Das teilte auSZeit-Kurator Tilman Günther auf Oiger-Anfrage mit.

Denn um die App jeden Werktag von 9 bis 23 Uhr mit aktuellen Kurzmeldungen aus Dresden und Umgebung zu füllen, hatte die AuSZeit zwei Mitarbeiter beschäftigt und deren anderthalb Stellen müssten nun anderweitig finanziert werden, um den Nachrichten-Ticker aufrecht zu erhalten. Ob die Nachrichten-App später in einem anderen Zusammenhang wiederbelebt werde, sei offen, sagte Tilmann Günther.

In der „AuSZeit“ hatte ein zwei- bis dreiköpfiges Team Berichte aus der SZ in leicht modifizierter Form zu einer Wochenausgabe zweitverwertet. Für zahlende Leser gab es eine App dazu, die werktags aktuelle Kurznachrichten aus Dresden und Umgebung verbreitete. Diesen digitalen Nachrichten-Ticker „AuSZeit jetzt“ konnte man aber auch separat– also ohne die gedruckte „AuSZeit“-Wochenzeitung – für 99 Cent pro Woche kaufen.

Mit diesem Konzept wollte das Mutterunternehmen Gruner + Jahr Kunden gewinnen, die bisher keine Zeitung tagtäglich gelesen haben. Statt mehrerer Tausend Käufer, wie für einen profitablen Betrieb veranschlagt, fand die gedruckte „AuSZeit“ zuletzt aber nur rund 1000 zahlende Leser, darunter etwa 800 Abonnenten. Auch ein Jahr nach dem Start blieb die Wochenzeitung defizitär. „Wir sind weiter davon überzeugt, dass die AuSZeit ein gutes Produkt ist“, sagte Tilman Günther. Aber es sei leider nicht gelungen, genug zahlende Neukunden dafür zu gewinnen.

Die App „AuSZeit jetzt“ wurde zwar als Beigabe genutzt, aber nur ganz wenige waren bereit, das Mini-Programm für Smartphones einzeln zu bezahlen. Konzeptionell hatte die App in unseren Tests einen guten Eindruck hinterlassen: Mit ihren mehrmals am Tag aktualisierten Kurznachrichten bediente sie vor allem ein Publikum, dass keine Lust hat, längere Beiträge zu lesen, sich aber dennoch lokal auf dem Laufenden halten will. Dafür einen knappen Euro pro Woche zu zahlen, war aber kaum ein Nutzer bereit. hw

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