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Wo die Uhren richtig ticken

Historische Glashütter Taschenuhr. Foto: René Gaens, Stiftung Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Historische Glashütter Taschenuhr. Foto: René Gaens, Stiftung Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Oiger-Wochenendtipp: Uhrenmuseum Glashütte zeigt Sonderschau über Produktion in der DDR

Glashütte, 2. Juni 2015. An diesem Wochenende begeben wir uns auf eine kleine Reise durch Raum und Zeit. Das klingt sehr astronomisch, wir bleiben aber mit beiden Füßen auf der Erde, sogar auf der sächsischen, fahren in die Uhrmacherstadt Glashütte. Die inzwischen wieder weltbekannte Kleinstadt ist seit mehr als 160 Jahren ein bedeutendes Zentrum deutscher Uhrmacherkunst, wurde nach der Wende zum Synonym höchster Qualität, Präzision und Luxus „Made in Germany“.

Vorbei die Periode totalen Verschleißes des einst weltweit hervorragenden Rufes Glashütter Uhren unter den Bedingungen sozialistischer Massenproduktion. Was zu DDR-Zeiten aus den Uhrenfabriken kam, wurde anschließend auf den Leipziger Messen devisenheischend regelrecht verhökert. Nun umgibt die Kleinstadt wieder eine Aura des Stolzes, des Selbstbewusstseins und ist schon von daher einen Besuch wert.

Schicke Inszenierung von Zeit und Uhrmacher-Handwerk

Unter dem Motto „Faszination Zeit – Zeit erleben“ inszeniert das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte nicht nur die lange Tradition des mechanischen Uhrenbaus, sondern verschafft auch einen emotionalen Zugang zum Phänomen „Zeit“. Auf zwei Stockwerken und 1000 Quadratmetern Ausstellungsfläche werden mehr als 400 einmalige Exponate präsentiert und multimedial erlebbar gemacht: Taschen- und Armbanduhren verschiedener Epochen, Marine-Chronometer, historische Urkunden, Werkzeuge sowie astronomische Modelle sind kunstvoll in Szene gesetzt.

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Zu den gezeigten Meisterwerken zählen eine astronomische Kunstuhr von Hermann Goertz (1862-1944) mit insgesamt 1756 Uhrwerks- und Zifferblattteilen. Die Uhr ist bis zum Jahre 2899 für den Stand der wichtigsten Gestirne vorprogrammiert. Optisch beeindruckend ist auch eine Herrentaschenuhr im 18-Karat-Gold-Prunkgehäuse mit insgesamt 20 Steinen.

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Auch Restaurierung alter Glashütte-Uhren möglich

Vom 12. Juni bis zum 1. November informiert eine Sonderausstellung über die Uhrenproduktion zur DDR-Zeit, von 1951 bis 1990. Seinerzeit waren die Glashütter Uhrenbetriebe der größte Arbeitgeber in der Region. Für viele Museumsbesucher ist es ein Höhepunkt, am Ende des Rundganges einem Uhrmacher bei seiner Arbeit zuzusehen. Hier kann auch eine fachgerechte Restaurierung ihrer vielleicht angestaubten alten Glashütter Uhr in Auftrag gegeben werden.

Video über das Uhrenmuseum
von Glashütte Original:
 

Dem Museumsbesuch sollte ein Stadtrundgang folgen. Vor dem Uhrenmuseum sind dessen 32 Stationen auf einem Stadtplan dargestellt. Alternativ sind auch eine Auto- oder Fahrrad-Tour durch das an vielen Stellen sehr pittoreske Müglitztal denkbar. Autor: Peter Weckbrodt

Karte (Google Maps):
 
Öffnungszeiten & Eintritt

Deutsches Uhrenmuseum Glashütte, Schillerstraße 3a, 01768 Glashütte, geöffnet täglich von 10 bis 17 Uhr; Eintritt: Erw. 6 Euro, erm. 4 Euro, Familien 12 Euro, Kinder bis 6 Jahre frei; Anmeldung zu Führungen unter 035053/46283. Weitere Infos im Netz gibt es hier

Anfahrt

Glashütte ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos erreichbar: Von Dresden mit der S-Bahn S1 bis Heidenau, dort umsteigen in die Städtebahn SBS 72. Mit dem Pkw ist die Fahrt über Borthen, Maxen und Schlottwitz wegen der üppigen Blüte von Mohn- und Kornfeldern auf den Feldern sowie den sehr schönen Aussichten rund um Maxen lohnend.

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[caption id="attachment_67607" align="alignleft" width="117"]Peter Weckbrodt. Foto: IW Peter Weckbrodt. Foto: IW[/caption]Peter Weckbrodt hat ursprünglich Verkehrswissenschaften studiert, wohnt in Dresden und ist seit dem Rentenantritt journalistisch als freier Mitarbeiter für den Oiger und die Dresdner Neuesten Nachrichten tätig.