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Kleines eBook-Abc

Viele Verlage wollen lieber Papierbücher als eBooks verkaufen - die Leser sehen das zunehmend anders. Abb.: DBV

Viele Verlage wollen lieber Papierbücher als eBooks verkaufen – die Leser sehen das zunehmend anders. Abb.: DBV

Dresden, 23. April 2014: Zum heutigen „Tag des Buches“ haben für Einsteiger in die Welt der elektronischen Bücher hier ein paar grundlegende Zahlen und Fakten zusammengetragen:

Was sind eBooks?

Elektronische Bücher („eBooks“ oder „eBücher“) sind Romane, Sachbücher und andere Literatur, die auf digitalen Geräten wie iPads, Computertelefonen oder sogenannten eReadern gelesen werden können. Die gängigsten Formate für diese digitalisierten Bücher sind ePub, Mobi, AZW und PDF, viele Endgeräte unterstützen aber auch andere Datei-Formate. Digitale Zeitungsausgaben, bloße Bedienungsanleitungen oder digitale Geschäftsunterlagen und Forschungsartikel nennt man in Abgrenzung davon meist „ePaper“ (elektronische Papiere).

Seit wann gibt es eBooks?

Erste eBooks kamen in den 1970ern und 80ern mit den Heimcomputern auf, waren teils Fan-Geschichten, Anleitungen oder experimentelle Multimedia-Werke, die meist per Diskette weitergegeben wurden. eBooks im heutigen Sinne kamen ab den 1990ern auf, konnten sich wegen der sperrigen und umständlichen Lesegeräte aber damals nicht recht durchsetzen. Erst durch die massenhafte Verbreitung von Tablettrechnern (Tablets) und Computertelefonen (Smartphones) ab 2010 entstand ein eBook-Massenmarkt.

Wie liest man eBooks?

eReader und selbst Tablettrechner sind in der Gunst der eBuch-Fans weit abgeschlagen. Abb.: Bitkom

eReader und selbst Tablettrechner sind in der Gunst der eBuch-Fans weit abgeschlagen. Abb.: Bitkom

Genauso wie „normale Bücher“ – meist sind sie ohnehin „nur“ digitalisierte Varianten von Papierromanen und anderen klassischen Büchern. Es gibt allerdings auch eBooks, die zum Beispiel mit eingebetteten Videos, weiterführenden Infos und Links verknüpft sind, diese haben sich bisher aber kaum durchsetzen können. Als Lesegeräte gibt es die relativ preiswerten und leichten eReader (ab etwa 50 Euro) mit passivem Bildschirm und langer Akku-Laufzeit (ca. zwei Wochen), man kann eBooks aber auch auf iPads und anderen Tablettrechnern (ab etwa 130 Euro) mit eigenleuchtenden Bildschirmen lesen oder auf Notebooks. Da inzwischen auch die Computertelefone von Samsung, Apple & Co. mit immer größeren Bildschirmen ausgeliefert werden, lesen immer mehr Menschen eBooks auch auf Smartphones (besonders in Bus und Straßenbahn).

Was sind die Vor- und Nachteile von eBooks?

Einige Leser lehnen eBooks ab, weil sie das haptische Erlebnis eines Papierbuchs vermissen. Auch kann man gekaufte oder geliehene eBooks meist nicht oder nur sehr umständlich an Freunde weiterverleihen. Allerdings haben eBooks auch viele Vorteile: Sie verstopfen keine Regale, man kann sie binnen Sekunden per Internet kaufen, sie sind etwas billiger als gebundene Bücher und auf die Lesegeräte passen riesige Bibliotheken. Zudem lässt sich die Schrift stark vergrößern (wichtig bei nachlassender Sehstärke) und die viele Lesegeräte bieten integrierte Wörterbücher und Lexika per Fingertipp.

Wo kann ich eBooks kaufen?

Amazon, Apple, Thalia und viele andere bieten auf ihren Internetplattformen und Tablets eBücher an. Aber Vorsicht: Nicht jedes eBook von Anbieter A ist auch auf dem Gerät von Anbieter B lesbar. Auf Tablettrechnern kann man dieses Problem oft durch kostenlose Zusatzprogramme („Apps“) lösen, auf eReadern ist das schon schwieriger.

eBibo-Experte Mario Gaitzsch erklärt Leserin Senta Gruner (90), wie die eBücher auf ihr Lesegerät bekommt. Foto. Christian Juppe

eBibo-Experte Mario Gaitzsch erklärt Leserin Senta Gruner (90), wie die eBücher auf ihr Lesegerät bekommt. Foto. Christian Juppe

Kann ich eBooks auch leihen?

Neben kommerziellen Verleihern bieten zum Beispiel die Städtischen Bibliotheken Dresden in ihrer „eBibo“ eine inzwischen recht gut sortierte eBook-Ausleihe.

Ich spüre einen literarischen Impuls in mir. Wie kann ich ein eBook selber publizieren?

Durch kostenlose Konverter-Programme wie „Calibre“ lassen sich Word-Texte und viele andere Dokumente in alle gängigen eBook-Formate konvertieren. Für höhere Ansprüche gibt es auch spezielle Autoren-Programme. Diese eBooks kann man dann als Download auf der eigenen Internetseite bereitstellen.

Um eBooks auch zu veröffentlichen – insbesondere gegen Entgelt –, gibt es mehrere Wege. Beispiele: Will man dies ohne Verlag tun, gibt es Plattformen wie „Feiyr“ (www.feiyr.com), die sich um die Verbreitung kümmern. Zudem hat Amazon mit „Kindle Direct Publishing“  eine Plattform für das direkte Publizieren durch den Autor eingerichtet. Dort muss man sich aber erst ein Autoren-Konto einrichten.

Verdrängt das eBuch das Buch?

In naher Zukunft sicherlich nicht. In Deutschland machen eBooks derzeit gerade mal zwei Prozent vom Buchumsatz aus. In den USA liegt der eBook-Marktanteil allerdings bereits bei zirka 15 Prozent (nach Umsatz) bzw. 30 Prozent (nach verkauften Büchern). Die große Differenz beider Werte kommt zustande, weil auch kommerzielle Plattformen viele Gratis-eBooks vertreiben, zudem eBooks in den USA viel billiger als in Deutschland sind.

Generell sollte man Buch und eBuch aber nicht als Feinde, sondern als unterschiedliche Formen des Lesens sehen –und nicht vergessen: Zwar werden auch für die Produktion der Lesegeräte Ressourcen verbraucht, doch in der ökologischen Gesamtbilanz schneiden eBooks besser ab, das sie kein Papier verbrauchen.

Autor: Heiko Weckbrodt

Zum Weiterlesen:

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