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Globalfoundries Dresden streicht 185 Stellen

Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Abb.: GF

Reinraumbrücke bei Globalfoundries Dresden. Abb.: GF

Derweil werden 130 Leute für Kernproduktion eingestellt

Dresden, 10. Dezember 2013: Globalfoundries (GF) will 185 Stellen in seinem Dresdner Chip-Werk streichen – allerdings auch 130 neue Mitarbeiter in der Kernproduktion anheuern. Das bestätigte der Dresdner GF-Sprecher Jens Drews auf Anfrage. Somit fallen netto 55 Stellen weg – wobei noch nicht klar ist, ob und in welchem Maße bisherige Mitarbeiter, die von den Streichungen betroffen sind, auf die neuen Posten in der Produktion wechseln können und wollen. Der Betriebsratsvorsitzende wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern.

Standort-Chef Wijburg: Chipfabrik soll profitabler und produktionsorientierter werden

Rutger Wijburg. Abb.: GF

Rutger Wijburg. Abb.: GF

„Nach fünf Jahren stetiger Investitionen in Kapazität und neuen Technologien richten wir unsere Aufmerksamkeit jetzt verstärkt auf unsere Produktivität und Profitabilität“, erklärte Rutger Wijburg, Geschäftsführer von Globalfoundries Dresden. Seit der GF-Gründung 2009 habe man viele neue Fertigungstechnologien parallel entwickelt, um neue Kunden zu gewinnen, ergänzte Drews. So werde beispielsweise in den kommenden Wochen und Monaten die Entwicklung von sechs verschiedenen Varianten der 28-Nanometer-Technologie abgeschlossen. Ziel der Maßnahmen sei es, dass sich Globalfoundries Dresden 2014 von einem entwicklungsorientierten Standort hin zu einem starken Produktions-Standort mit Technologie-Entwicklung sowie einer besseren Kosten-Struktur entwickelt.

Keine Schicht-Operators ausgeklammert

Daher sind von den Stellenstreichungen Mitarbeiter betroffen, die bisher außerhalb des Schichtbetriebs der Chipfertigung tätig waren – also vermutlich beispielsweise Entwicklungsingenieure und Designer. Nähere Angaben, ob es einen Sozialplan geben wird oder andere „Abfederungen“, machte Drews nicht: Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat seien noch im Gange. Der Personalabbau solle aber „sozialverträglich“ erfolgen. Eingestellt werden parallel dazu zirka 130 Wartungs- und Prozesstechniker. Parallel dazu soll übrigens auch ein neue Schichtmodell in der Fabrik eingeführt werden.

Dresdens Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bedauerte die Stellenstreichungen. Allerdings sei es auch wichtig, die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Hightech-Industrie nicht aus den Augen zu verlieren – da seien solche Umstrukturierungen leider manchmal notwendig.

Seit 2009 über 1000 neue Jobs

Insgesamt beschäftigt der US-Chipauftragfertiger laut eigenen Angaben in Dresden reichlich 4000 Männer und Frauen. Davon gehören rund 3700 zur Stammbelegschaft, die restlichen Kollegen sind Leiharbeiter. In den vergangenen fünf Jahren hatte GF sein Dresdner Chipwerk mit Milliardenaufwand ausgebaut und modernisiert und in diesem Zuge auch neue Jobs geschaffen: Im Frühjahr 2009, als das Unternehmen aus den früheren AMD-Werken entstand, hatte GF 2600 der insgesamt 2700 AMD-Mitarbeiter in Dresden übernommen. Autor: Heiko Weckbrodt

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