Forschung, News, Wirtschaft
Kommentare 2

Deutsch-französisches Konsortium rüstet Europas Fusionsreaktor aus

Visualisierung des künftigen ITER-Fusionsreaktors in Cadarache. Die Ringe stehen für Magnetspulen, die das heiße Plasma in der Schwebe halten. Abb.: ITER

Visualisierung des künftigen ITER-Fusionsreaktors in Cadarache. Die Ringe stehen für Magnetspulen, die das heiße Plasma in der Schwebe halten. Abb.: ITER

Hoffnung auf unbegrenzten Öko-Strom nach Sonnenprinzip

Cadarache, 29. Oktober 2013. Seit über 50 Jahren versuchen Ingenieure rund um den Erdball, das Energieprinzip der Sonne, die Kernfusion, nicht nur für Fusionsbomben, sondern auch eine friedliche und nahezu unerschöpfliche Strom-Erzeugung einzuspannen. Im französischen Cadarache entsteht dafür derzeit der ITER-Reaktor, der die technische Machbarkeit solcher Fusions-Quellen beweisen soll. Ein Konsortium aus der deutschen M+W Group und der französischen „GDF SUEZ“-Gruppe hat nun einen Auftrag von über einer halben Milliarde Euro erhalten, die Gebäude- und Sicherheitstechnik für ITER zu installieren, wie „M+W“ mitteilte.

Internationales Megaprojekt

ITER ist das bisher größte Fusionsexperiment weltweit – wobei auch die Amerikaner mit einem anderen technologischen Ansatz an einem Fusionsreaktor experimentieren. Die Gesamtkosten von ITER werden auf etwa 16 Milliarden Euro geschätzt, wobei sich EU, Russland, USA und weitere Partner in die Investitionen hineinteilen. ITER soll nach dem Tokamak-Prinzip arbeiten. Dabei wird durch supraleitende Hochleistungs-Spulen ein starkes Ringmagnetfeld erzeugt, das ein heißes Plasma aus Wasserstoff-Atomrümpfen und Elektronen in der Schwebe hält – denn kein herkömmlicher Werkstoff würde die extremen Temperaturen um die 100 Millionen Grad Celsius in einem Fusionsreaktor aushalten. In diesem Plasma sollen Wasserstoff-Kerne zu Helium fusionieren und dabei enorme Energiemengen freisetzen. Radioaktive Abfälle wie in Kernspaltungsreaktoren fallen dabei nicht in größeren Mengen an. Bisher ist es allerdings nur gelungen, solche Fusionsprozesse für sein kurze Zeiten aufrecht zu erhalten. Autor: Heiko Weckbrodt

2 Kommentare

    • Ob sie beherrschbar ist, weiß im Moment wohl niemand zu sagen. Auf jeden Fall gibt es keine Gefahr einer Kernschmelze wie in KKWs. Und nach meinem Wissensstand entstehen radiaktive Zerfallsprodukte bei der Fusion nur als statistischer Nebeneffekt und da es sich dabei nicht um schwere Elemente handelt, dürfte da kaum etwas mit langer Halbwertszeit darunter sein. Allerdings vermute ich mal, dass große Teile der inneren Anlage im laufenden Betrieb radioaktiv belastet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.