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„Killerspiel“: CDU/CSU attackiert Preisnominierung für „Crysis 2“

Der Elitekämpfer in Crysis 3. Abb.: EA

Der Elitekämpfer in Crysis 3. Abb.: EA

Berlin, 25.4.2012: Einen Tag vor der Vergabe des „Deutschen Computerspielpreises“ ist die „Killerspiel“-Debatte auf der politischen Bühne in Berlin in aller Schärfe wieder hochgekocht: Die CDU/CSU-Fraktion im Bundestag distanzierte sich von der Nominierung des Ego-Shooters „Crysis 2“ und will nun am liebsten die unabhängige Jury auswechseln. Der „Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware“ (BIU) zeigte sich „irritiert“.

Seine Fraktion halte die Nominierung eines „Killerspiels“ für „unvertretbar“, erklärte der medienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen und forderte von der Jury „eine deutliche Rückbesinnung auf den kulturell-pädagogischen Wert eines Computerspiels“.

Insbesondere Börnsens Kritik an der Jury stößt dem BIU bitter auf. Diese sei „mit hochkarätigen Experten aus den Bereichen Medien und Medienpädagogik besetzt“ und habe sicherlich eine wohlüberlegte Nominierungsentscheidung getroffen. „Die Ausrichter können es nicht hinnehmen, dass die unabhängige Jury beschädigt wird“, so der BIU in einer Stelungnahme.

(Aktualisierung) Gegenwind bekam Börnsen auch aus den eigenen Reihen zu spüren: Allein dessen Sprachwahl zeuge von „grober Unkenntnis der Sache“, kritisierten die CDU-Bundestagesabgeordneten Peter Tauber und Thomas Jarzombek, die selbst in der Jury saßen, ihren Fraktionskollegen. Börnsen habe sich „gar nicht selbst mit dem Spiel auseinandergesetzt“. Eine fachliche Bewertung könne er daher im Gegensatz zur unabhängigen Jury, die er nun kritisiert, gar nicht abgeben. Heiko Weckbrodt

1 Kommentare

  1. Demokrat sagt

    Wann tauschen wir endlich diese Politiker aus? Es geht mir hier nicht um die Diskussion eines Für oder Wider in Sachen Egoshooter, sondern um die Tatsache, dass hier eine unabhängige Expertenkommission ausgetauscht werden soll, nur weil der CDU das Ergebnis nicht passt. Das ist heute wohl der Standard. In Baden-Württemberg sind Stuttgart 21 und Gutachten zu Atomanlagen ein Beispiel dafür, dass nur solche Gutachter eine Chance bekommen, deren Gutachten zum politischen Machtkalkül passen. Kommt doch einmal ein anderes Gutachten an die Öffentlichkeit, werden die Gutachter unter der Gürtellinie diffamiert und kaltgestellt. Es wird höchste Zeit, dass die Wahrheit nicht länger der Macht weichen muss!

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