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ifo: Ab 2014 weniger EU-Gelder für Ostdeutschland, Leipzig droht Totalverlust

Abb.: ifo

Abb.: ifo

Dresden, 17.4.2012. Ostdeutschland wird ab 2014 deutlich weniger EU-Fördermittel bekommen als bisher. Das geht aus einer Analyse von ifo Dresden hervor. Demnach werden die Neuen Bundesländer in der nächsten Förderperiode 2014-2020 voraussichtlich geschlossen aus der EU-Höchstförderquote herausfallen, der Regierungsbezirk Leipzig könnte sogar jegliche EU-Strukturförderung verlieren.

Der Förderstatus einer Region innerhalb der Europäischen Gemeinschaft (EU) bemisst sich nach dem erwirtschafteten Bruttoinlandproduktes (BIP) je Einwohner. Ein Regierungsbezirk, dessen Wirtschaftskraft in den Jahren 2007 bis 2009 im Schnitt unter 75 Prozent des EU-Durchschnitts lag, genießt demnach höchste Förderpriorität, Bezirke mit 75 bis 90 Prozent der EU-Wirtschaftskraft gelten als Übergangsregionen mit mittlerer Förderpriorität,. Regionen, die darüber liegen, sind nicht förderfähig.

Leipzig erreicht 90 % der EU-Wirtschaftskraft, Dresden liegt knapp darunter

Und in eben letztere Kategorie fällt nach den neuesten ifo-Berechnungen der Regierungsbezirk Leipzig mit genau 90 Prozent der durchschnittlichen Wirtschaftskraft im EU-Raum. Der Raum Dresden dagegen liegt mit 88,4 Prozent knapp darunter und hätte damit Anspruch auf mittlere Förderquoten. Die letzte Entscheidung darüber wird aber die EU treffen, die bei ihren Berechnungen durchaus noch auf andere Werte kommen könnten, wie die Dresdner Wirtschaftsforscher einräumen.

Abhängig von Westtransfers bleibt unberücksichtigt

Zudem hält ifo das Berechnungsprinzip ohnehin für diskussionswürdig, da die bisher veröffentlichten EU-Richtlinien dazu nicht die hohe Abhängigkeit Ostdeutschlands von Westtransfers berücksichtigen, sondern diese Zuschüsse quasi als Wirtschaftskraft mit einrechnen. Heiko Weckbrodt
@ifo-dresden.de

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