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Apple will Buch und Computer verschmelzen

Animierte und interaktive Textbücher sollen das Medium Buch umkrempeln. Abb.: Apple

Animierte und interaktive Textbücher sollen das Medium Buch umkrempeln. Abb.: Apple

Cupertino, 19.1.2011: Apple macht auf Gutenberg: Der US-Elektronikkonzern will das Medium „Buch“ interaktiv umformen und es damit auf eine neue Entwicklungsstufe heben. Dafür stellte das Unternehmen heute das Autorenwerkzeug „iBooks Author“ vor, das Jedermann in die Lage versetzen soll, eBücher auch ohne Spezialkenntnisse mit 3D-Animationen, Videos und Mitmach-Elementen anzureichern. Als erste Stufe dafür präsentierte Apple nun interaktive „Textbücher“ für Schüler. Parallel dazu haben die Apfelleute ihr eBuch-Leseprogramm „iBooks“ für das iPad aktualisiert, damit es den neuen eBuch-Typ darstellen kann.„Mit iBooks 2 für das iPad können Schüler und Studenten dynamischer, engagierter und wirklich interaktiv lesen und lernen und zwar auf einem Gerät, das sie schon lieben“, verkündete Apple-Manager Philip Schiller großspurig.

Zwar ist die Idee, eBücher über bloße Digitalkopien hinaus zu entwickeln und deren interaktives Potenzial auszunutzen so alt wie das digitalisierte Buch als solches. Bisher blieb es aber bei Einzellösungen, auch konnten sich solche animierten Bücher bisher nicht am Markt durchsetzen. Auch der Gedanke, Schüler von einem ganzen Ranzen oder Rucksack voller Papierbücher zu befreien und statt dessen alle Unterrichtsbücher auf einen leichten eReader zu laden ist nicht neu: Erst kürzlich hatte zum Beispiel Plastic Logic Dresden ein ähnliches Programm für russische Schüler aufgelegt (Der Oiger berichtete).

Allerdings konnte man Ähnliches seinerzeit auch über das iPhone oder das iPad sagen: Keine der dort eingesetzten Technologien war wirklich neu und doch hat es Apple geschafft, durch das „Einfach und chic“-Prinzip daraus Massenmärkte zu generieren.

Apples neues Publikationswerkzeug „iBook Author“ ist gratis ladbar, allerdings nur für Besitzer von Apple-Computern (iOS 10.7.2 oder besser). Das Programm soll auch eine Schnittstelle zu Apples eBuch-Laden haben, um jungen Autoren eine Direktpublikation ihrer Bücher zu ermöglichen – was sicher die etablierten Verlage nicht gerne sehen werden. Die Aktualisierung „iBooks 2“ ist im iPad-Laden kostenlos verfügbar. Heiko Weckbrodt

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