Humanoider Roboter rennt mit bei Lauf in Leipzig

Hochschule hat KI des künstlichen Läufers trainiert
Leipzig, 24. Juni 2025. Werden Marathons künftig unter humanoiden Robotern ausgetragen. Zum Leipziger Firmenlauf am 25. Juni will die „Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig jedenfalls solch einen Roboter chinesischer Bauart starten lassen. Das hat das Robotik-Team der HTWK nun angekündigt.
Der „Booster“ ist 1,18 Meter hoch und 30 Kilogramm schwer. Er stammt von der chinesischen Roboterschmiede „Booster Robotics“. Seine Künstliche Intelligenz (KI) für den Einsatz in Sachsen wurde durch die Leipziger Hochschule trainiert – in hunderttausenden Stunden in virtuellen Welten. „Laufen ist kein starres Bewegungsmuster, sondern ein dynamisches Gleichgewicht und damit eine große Herausforderung – wie auch für Kleinkinder, die laufen lernen. Genau das haben wir Booster mit Hilfe massiver Simulationen beigebracht“, erklärt Doktorand Tobias Jagla vom HTWK-Robotikteam. „Es ist faszinierend zu sehen, wie präzise der Roboter auf jede Unebenheit reagiert.“ Zudem gebe es einen Sprintmodus, in dem ein besonderes künstliches neuronales Netz alles aus der Hardware herausholt.
Menschenähnliche Roboter nähern sich dem Praxiseinsatz
Mit ihrem rennenden „Booster“ wollen die Leipziger Ingenieure demonstrieren, dass humanoide Roboter inzwischen nahe an der Praxisreife sind: „Wir wollen zeigen, dass mobile humanoide Robotik bereit ist für reale Szenarien – ob auf dem Spielfeld, der Straße oder eben auf der Laufstrecke“, betont Jens Wagner, Professor für mobile Robotik an der HTWK Leipzig und Betreuer der „HTWK Robots“. „Mit dem Booster wird deutlich: KI-gesteuerte Bewegungsintelligenz ist längst im Alltag angekommen.“

Chinesen holen auf
Hintergrund: Als Pioniere unter den menschenähnlichen Robotern, die auf zwei Beinen gehen und mit zwei Armen und Händen arbeiten können, beziehungsweise für tierähnliche Robots galten zunächst der „Asimo“ von Honda aus Japan, später dann Modelle von Boston Dynamics und der Tesla-Bot alias „Optimus“ von Elon Musk. Inzwischen haben aber auch chinesische Roboter-Hersteller deutlich aufgelegt. Zudem arbeiten auch viele europäische Institute und Firmen – unter anderem in Sachsen – an humanoiden Robotern und deren möglichen Arbeitseinsätzen.
Autor: Oiger
Quelle: HTWK, Oiger-Archiv, Wikipedia

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